„Schwarzseher“ und Verweigerer

Hunderte zahlen den Rundfunkbeitrag nicht

Ein Haushalt, ein Rundfunkbeitrag. Was sich 2013 so einfach anhörte, ist es offenbar nicht. Hunderte „Schwarzseher” und Beitragsverweigerer lassen den Amtsschimmel kräftig wiehern. Denn vollstrecken müssen die örtlichen Behörden.

Nicht mehr pro Gerät, sondern pro Haushalt wird seit drei Jahren der Rundfunkbeitrag in Höhe von monatlich 17,50 Euro eingezogen. Wenn jemand ein „Schwarzseher“ oder Beitragsverweigerer ist, werden Außenstände angemahnt – und wenn sie sich summiert haben, vollstreckt.

Der NDR Beitragsservice bedient sich dazu der Vollstreckungsbehörde in den Amts- oder Stadtverwaltungen. 2015 landeten im Amt Uecker-Randow-Tal 109 Vollstreckungsaufträge, ein Jahr später waren es 78. Rund 20.500 Euro sollten 2016 eingetrieben werden. Bis zum Jahresende flossen rund 8300 Euro. „Wir kümmern uns um jeden Fall. Das bedeutet auch, dass wir zum Beispiel hinterfragen, ob der Schuldner vom Beitrag befreit ist, weil er Hartz IV-Empfänger ist,“ sagt Sabine Schmidt vom Amt Uecker-Randow-Tal. Vereinbart würden auch Ratenzahlungen.

Dass der Rundfunkbeitrag in Größenordnungen nicht gezahlt wird, zeigt die Nachfrage in weiteren Verwaltungen:

Amt Löcknitz-Penkun: 142 offene Fälle (49.500 Euro)
Pasewalk: 176 offene Fälle (59.400 Euro)
Strasburg: 138 offene Fälle (43.450 Euro)

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Rainer Marten

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