Die jungen Leute der CJD Produktionsschule wurden schon mal in ihre neuen Aufgaben eingeweiht.
Die jungen Leute der CJD Produktionsschule wurden schon mal in ihre neuen Aufgaben eingeweiht. Katja Richter
Noch ist hier alles voller Brennnesseln, aber Jörgen Deichgräber kann sich den Weltacker schon gut vorstellen.
Noch ist hier alles voller Brennnesseln, aber Jörgen Deichgräber kann sich den Weltacker schon gut vorstellen. Katja Richter
Ernährung

Im Torgelower Ukranenland entsteht ein Weltacker

Jahr für Jahr lockt das Ukranenland zahlreiche Besucher in die Ueckerwiesen. Schon im nächsten Jahr soll dort noch eine weitere Attraktion zu bestaunen sein.
Torgelow

Im Torgelower Ukranenland soll ein Weltacker entstehen. „Wann, wenn nicht jetzt, und wo, wenn nicht hier?“, fragt Wolfgang Schubert, dem die Idee schon viele Jahre im Kopf umherspukt. „Wir werden die Welt nicht verändern, aber wir können vielleicht zum Nachdenken anregen“, sagt Schubert.

Er weiß, dass dieses Vorhaben ohne die Unterstützung von Partnern, wie der Stadt Torgelow, dem Landkreis Vorpommern-Greifswald oder dem Naturpark „Am Stettiner Haff“, so nicht möglich wäre. Deshalb freut es den Ukranenland-Vereinschef ganz besonders, dass der Verein mit der CJD Produktionsschule in Torgelow, in der junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren mit besonderem, individuellem Förderbedarf die Übergangsphase von der Schule zur Berufswelt absolvieren, einen Partner vor Ort gefunden hat. Aber auch von den in der Nähe schon bestehenden beiden Weltackern in Rothenklempenow und Berlin würden sie lernen und profitieren können.

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Auf 2.000 Quadratmetern muss alles wachsen, was ein Mensch zum Leben braucht

In einem Vortrag erklärten Vereinschef Schubert und Mitarbeiter Jörgen Deichgräber, dessen Spezialgebiet die Entwicklung des Ackerbaus und der menschlichen Ernährung ist, den interessierten jungen Menschen das Prinzip des Weltackers und versuchten so, deren Begeisterung für das Projekt zu wecken.

Auf der ganzen Welt würden Menschen zusammenfinden, die anschaulich zeigen, was man mit 2.000 Quadratmetern Ackerfläche alles so anstellen kann. Denn rein rechnerisch stehen jedem der gut 7,5 Milliarden Menschen auf diesem Planeten von der globalen Gesamtackerfläche gut 2.000 Quadratmeter zur Verfügung. Darauf müsse alles wachsen, was zum Leben benötigt werde. Angefangen vom Weizen über Kartoffeln, Karotten, sonstiges Gemüse und Obst bis hin zu Getreide und Soja als Kraftfutter für die Tiere, deren Fleisch, Eier und Milch wir verzehren. Des Weiteren, so die beiden Redner, benötigen wir Baumwolle für Kleidung, Zucker, Tee, Speiseöl und Raps für Diesel, Mais für Strom und so weiter.

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In den nächsten Tagen werden die Brennnesseln verschwinden

Noch dominieren auf dem zukünftigen Weltacker jedoch die Brennnesseln. In Zusammenarbeit mit dem Milchhof Blumenthal wird es denen jedoch in den nächsten Tagen an den Kragen gehen. Dann seien auch schon bald die jungen Erwachsenen gefragt, die sich unter der Leitung von Jörgen Deichgräber beim Anlegen und Gestalten des Weltackers, welcher am Ende maßstabsgetreu zeigen wird, wie viele Hektar Ackerfläche der Erde mit welchen Pflanzenarten bestellt werden, gleichzeitig auch intensiv mit ihrer Ernährung auseinandersetzen werden.

Auf die jungen Projektpartner wartet noch viel mehr: Vielleicht können sie sogar schon im nächsten Jahr anderen Kindern und Jugendlichen ihren Weltacker, der auch einen pädagogischen Teil mit Tafeln und anderen Anschauungsmaterialien enthalten wird, erklären.

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