Zu DDR-Zeiten war der Impfausweis rot.
Zu DDR-Zeiten war der Impfausweis rot.
In manchen Impfpässen aus der DDR befinden sich Stempel vom nicht mehr existierenden Landratsamt Pasewalk.
In manchen Impfpässen aus der DDR befinden sich Stempel vom nicht mehr existierenden Landratsamt Pasewalk.
Coronavirus in MV

Impfausweis aus DDR ist der Hingucker am Einlass

Ohne Impfpass dürfen im Dezember 2021 viele Veranstaltungen nicht betreten werden. Manche Gäste legen allerdings Ausweise vor, die aus einem Museum sein könnten.
Pasewalk

In Coronazeiten kramt wohl jeder ein fast vergessenes Dokument wieder hervor: den Impfausweis. Manche Menschen besitzen noch die musemsreif wirkenden Hefte aus DDR-Zeiten.

Knallrot sind die, mit festem Papp-Einband und eingestanztem Staats-Wappen. Auf jeder einzelnen Seite sind Hammer, Zirkel und Ährenkranz wie eine Art Wasserzeichen abgedruckt. Jede Impfung ist sorgsam mit Stempel und Unterschrift des Arztes dokumentiert. Alles war generalstabsmäßig organisiert.

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Diphterie, Keuchhusten, Wundstarrkrampf, Kinderlähmung, Röteln, Masern und mehr. Die Impfung war keine Frage des Wollens. Sie gehörte einfach dazu. Wer heute 42 Jahre alt ist, bekam die letzte Dosis wohl um 1990 herum. Möglicherweise befinden sich sogar Stempel aus dem längst nicht mehr existierenden Landratsamt Pasewalk und der ebenfalls seit Jahrzehnten geschlossenen Dauerimpfstelle Pasewalk in dem Impfausweis von damals. Danach verschwand das rote Heft in irgendwelchen Ordnern, machte mehrere Umzüge mit und wurde mehr als 30 Jahre später plötzlich wieder zum Leben erweckt. Im Jahr 2021 musste plötzlich die Corona-Impfung vermerkt werden – dieses Mal mittels Aufkleber statt mit Stempel.

DDR-Ausweis ist noch gültig

Wer heute mit so einem Büchlein aus der DDR irgendwo Einlass begehrt, wird oft zweimal angesehen und manchmal gefragt, ob er aus Russland kommt. Auf dem Pasewalker Weihnachtsmarkt wurde am Wochenende aber problemlos Eintritt gewährt. Schließlich haben die Heftchen aus der Deutschen Demokratischen Republik nach wie vor ihre Gültigkeit, wenngleich man sich nicht darauf verlassen kann, dass sie überall anerkannt werden.

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Die im Sozialversicherungs-Ausweis in der DDR dokumentierten Impfungen werden zwar als durchgeführt akzeptiert, allerdings entspricht der in den 1990er Jahren ausgelaufene Ausweis längst nicht mehr internationalen Standards. Das kann zu Schwierigkeiten bei der Einreise in bestimmte Länder führen, die einen solchen Nachweis verlangen. Wer keinen aktuellen elektronischen oder gelben Impfpass mit dem Nachweis der Corona-Impfung hat, könnte Schwierigkeiten bekommen.

Eine Umschreibung in einen aktuellen Ausweis kann beim Hausarzt oder bei Apothekern, die diesen Service anbieten, erfolgen. Die komplette Neuausstellung eines gelben Impfpasses in drei Sprachen ist kostenfrei, für die Umschreibung können unter Umständen aber unterschiedlich hohe Kosten anfallen.

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