Seit dem Jahr 2017 konzentriert sich der Betrieb in Strasburg auf Fischverarbeitung. Das Unternehmen stellte im April einen In
Seit dem Jahr 2017 konzentriert sich der Betrieb in Strasburg auf Fischverarbeitung. Das Unternehmen stellte im April einen Insolvenzantrag. Im September soll die Produktion nun wieder anlaufen. NK-Archiv
Der Strasburger Fischverarbeiter mit rund ein Dutzend Mitarbeitern soll bestehen bleiben – und sogar ausgebaut werden, s
Der Strasburger Fischverarbeiter mit rund ein Dutzend Mitarbeitern soll bestehen bleiben – und sogar ausgebaut werden, so der neue Geschäftsführer. NK-Archiv
Neue Inhaber

Insolvente Strasburger Fischfabrik wohl gerettet

Die Fisch-Veredlung in Strasburg soll weiter gehen. Eine neue Gesellschaft übernimmt den ins Schlingern geratenen Betrieb – und will sogar vergrößern.
Strasburg

Die Fischfabrik in Strasburg ist gerettet. Das teilte Oleg Kiesner, alter und neuer Geschäftsführer, am Mittwoch mit. Die Walter Geiger Fisch GmbH mit Sitz am Bodensee in Baden-Württemberg werde die Fastfood- und Tiefkühlfisch-Produktion in Strasburg ab dem 1. September fortführen.

„Wir machen Betriebsurlaub”

Er selbst sei kein Gesellschafter mehr, sei aber von der Walter Geiger Fisch GmbH mit der Führung der Geschäfte beauftragt worden, so Oleg Kiesner. Die wichtigsten Verträge seien unterschrieben. Die neuen Inhaber hätten alle Produktionsmaschinen gekauft und die Immobilie gemietet. Nun seien noch einige Formalitäten bei Behörden zu erledigen. Bis alles in Papier und Tüten ist, dürften sich die Mitarbeiter, 11 bis 13 Leute, erholen. „Wir machen Betriebsurlaub”, so der Unternehmer.

Nichtsdestotrotz läuft das Insolvenzverfahren, das am 1. Juli eröffnet wurde, weiter, sagte Rechtsanwältin Anke Krins. Das sei ein ganz normaler Vorgang, ein sogenannter Betriebsübergang, wie er tagtäglich vorkomme, erklärte die auf Insolvenzrecht spezialisierte Ueckermünderin. Auf diese Weise könne „die selbe Mannschaft beinahe nahtlos weiter produzieren” – und nicht nur das.

Produktion soll erweitert werden

Perspektivisch sollen sogar mehr Leute eingestellt, eine zweite Schicht eingeführt werden, kündigte Oleg Kiesner an. „Wir wollen die Produktion erweitern, unabhängig vom alten Kundenstamm mehr produzieren. Der neue Investor weiß, was er tut.”

Zuletzt hatten die Aufträge nicht mehr kostendeckend ausgeführt werden können. Bei Strom, Gas und Öl gab es enorme Preissteigerungen, die der 7.000 Quadratmeter große Betrieb an die Endkunden weitergeben müsste. Zwei Hauptkunden waren weggebrochen, ein dritter Kunde aus der Schweiz war zunächst nicht bereit, geänderte Bedingungen zu akzeptieren. Zur Sicherung der Insolvenzmasse sollte der Betrieb eingestellt und die Mitarbeiter entlassen werden, hatte Insolvenzverwalter Michael Busching aus Neubrandenburg erklärt. Dieses Aus hat der neue Investor nun verhindert

Die bisherige Trendfood Fish Company in Strasburg verarbeitet Fisch-Rohware und veredelt Filets mit Bierteig, Backteig und Knusperpanade zu sogenannten Fisch-Knusperli, die als Tiefkühlware verkauft wird. Abnehmer sind Groß- und Einzelhändler sowie Gastronomie im In- und Ausland. Anfang 2019 hatte die Firma eine neue Produktionsanlage in Strasburg in Betrieb genommen, die vom Land gefördert wurde. Die Trendfood GmbH gibt es nach eigenen Angaben seit mehr als 20 Jahren, Anfangs stand Fisch noch nicht im Mittelpunkt.

Im Jahr 2017 wurde dann die Trendfood Fish Company gegründet. Verarbeitet werden Zander, Barsch, Hecht, Dorsch, Pangasius, Merlan, Felchen und Kleine Maräne.

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