Am Penkuner Schloss könnten Wohnhäuser gebaut werden. Interessenten gibt es. Noch aber hat die Stadt das Land nicht
Am Penkuner Schloss könnten Wohnhäuser gebaut werden. Interessenten gibt es. Noch aber hat die Stadt das Land nicht verkauft. Archiv/Rainer Marten
Mit Seeblick

Investor bleibt bei seinem Plan - Am Penkuner Schloss sollen neue Häuser entstehen

Mehrere Gebäude mit Blick auf den See könnten auf dem Penkuner Schlossareal entstehen. Ein neuer Bebauungsplan ist schon fertig. Doch vorschnell will die Stadt das Filetstück nicht aus der Hand geben.
Penkun

Die Stadt Penkun treibt die Entwicklung des Schlossareals weiter voran. Bei ihrer jüngsten Sitzung haben die Stadtvertreter beschlossen, zunächst einmal das Dach des alten Speichers neu decken zu lassen. 50.000 bis 60.000 Euro wird das kosten, teilte Bürgermeisterin Antje Zibell (CDU) jetzt mit. Der Auftrag sei vergeben und solle voraussichtlich bis zum Sommer ausgeführt werden. Doch das ist längst nicht alles.

Die Stadt hat einen Bebauungsplan mit Höhenplan und Gutachten für den Schlossberg aufstellen lassen, der unter anderem zwei bis drei größere Gebäude mit mehreren Wohnungen vorsieht. Bauen will nicht die Stadt, sondern ein potenzieller Investor, der schon seit dem Jahr 2020 Interesse hat. Den Zuschlag hat der mögliche Bauherr jedoch noch nicht erhalten, sagte Antje Zibell. Noch wolle sich die Stadt alle Möglichkeiten offen halten. Seitdem es den Bebauungsplan gibt, hätten sich weitere Interessenten gemeldet.

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Restaurant, Regionalmarkt oder Brauerei möglich

Aus diesem Grund habe die Stadt den B-Plan auch aus eigener Kasse bezahlt, anstatt die Finanzierung dem künftigen Bauherren zu überlassen. Rund 20 .000 Euro habe das gekostet: „Es kann ja sein, dass jemand kommt, der noch viel mehr bietet.“ Zu schnell wolle man das öffentliche Stück Land mit Blick auf den Schlosssee nicht aus der Hand geben. 30 Jahre lang habe Penkun es versäumt, einen B-Plan aufzustellen. Der Plan ziele nicht auf den einen speziellen Investor ab, sondern darauf, planungsrechtliche Grundsätze für das Gebiet im Interesse der Stadt festzulegen.

Derzeit liegt der Plan öffentlich aus. In einer der nächsten Stadtvertretersitzungen soll er dann beschlossen werden. Gebaut werden könne voraussichtlich in drei bis vier Jahren. Parallel schmieden Stadtvertreter und Verwaltung Ideen, wie die vorhandenen Gebäude genutzt werden können. Ein Restaurant ist im Gespräch, die Revitalisierung von Bootshäusern und Anlieger, ein Regionalmarkt, eine Kultur- und Bildungsstätte und sogar über ein Hotel und eine Schlossbrauerei wurde schon nachgedacht.

Es gibt mehrere Interessenten

Immer mal wieder melden sich Interessenten für diverse Projekte, sagt Antje Zibell. In Papier und Tüten sei diesbezüglich aber noch nichts. Einig sei man sich in einem Punkt: Das Schloss selbst soll nicht verkauft werden, sondern in öffentlicher Hand bleiben. „Es muss unser Ziel sein, unsere Hand auf dem Gebäude zu halten. Es ist 750 Jahre alt, das sind wir unseren Vorfahren schuldig.“

Auf keinen Fall dürfe die Stadt den Fehler machen, einem Käufer „für wenig Geld den Schlüssel in die Hand zu drücken“. Finden ließe sich gewiss einer. Penkun sei nicht allein wegen seiner Nähe zu Berlin und Stettin interessant. Es gebe aber genügend Beispiele, bei denen Schlösser oder Gutshäuser zu deren Nachteil verändert wurden, nachdem sie in Privathand gewechselt hätten. Außerdem sei das Schloss schon einmal knapp dem Abriss entgangen. „Zu DDR-Zeiten, Ende der 80er-Jahre, gab es eine Abrissgenehmigung. Am Tag der Deutschen Einheit wurde das Schloss neu geboren.“ In einem „erbärmlichen Zustand“ sei die Immobilie damals gewesen. „Engagierte Penkuner haben es gerettet und das Dach neu gedeckt“, so die Bürgermeisterin.

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Heute ist das Schloss ein Museum. „Jeder einzelne Raum wird genutzt.“ Ziel müsse sein, den Saal zu sanieren, einen neuen Fußboden einzubauen, damit Veranstaltungen wieder in würdigem Rahmen stattfinden können. Darüber hinaus müsse die Stadt immer dafür sorgen, dass Fassade, Fenster und Dach in Ordnung sind. Wenn das gewährleistet sei, stehe das Schloss bis in alle Ewigkeit den Penkunern und Gästen zur Verfügung.

 

 

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