FORSTWIRTSCHAFT

Jetzt wird der Wald der Zukunft gepflückt

Eine Winterpause kennen die Mitarbeiter der Forst nicht. In den Plantagen des Landes läuft die Zapfenernte auf Hochtouren. Das Erntegut wird zum größten Teil in der Forstsamendarre Jatznick aufbereitet.
Die Douglasien oder Tannen werden von Baumsteigern abgeerntet. Bei der Kiefer kommen Hebebühnen zum Einsatz.
Die Douglasien oder Tannen werden von Baumsteigern abgeerntet. Bei der Kiefer kommen Hebebühnen zum Einsatz. ZVG
Bärbel Neumann besuchte die Plantage der Landesforst Parchim. Dort werden aktuell Kiefernzapfen für die Bearbeitung
Bärbel Neumann besuchte die Plantage der Landesforst Parchim. Dort werden aktuell Kiefernzapfen für die Bearbeitung in der Jatznicker Forstsamendarre geerntet. ZVG
Um die Qualität der Saat zu verbesseren wurden bereits in den 1960-er und 1970-er Jahren Baumplantagen angelegt. Sie befi
Um die Qualität der Saat zu verbesseren wurden bereits in den 1960-er und 1970-er Jahren Baumplantagen angelegt. Sie befinden sich im Norden unter anderem bei Parchim, Grevesmühlen und Poggendorf. ZVG
Aus rund fünf Tonnen Kiefernzapfen können bis zu 75 Kilogramm Kiefernsaat gewonnen werden. Diese Menge reicht f&uuml
Aus rund fünf Tonnen Kiefernzapfen können bis zu 75 Kilogramm Kiefernsaat gewonnen werden. Diese Menge reicht für etwa 3,4 Millionen Pflanzen. ZVG
Jatznick.

„Derzeit lohnt sich die Mühe in luftige Höhe. Wir erwarten eine gute Ernte.“ Bärbel Neumann, Leiterin des Kompetenzzentrums für forstliche Nebenproduktion, und Gunther Baumung, Leiter der Forstsamendarre Jatznick, haben die geraden Reihen der Kieferplantage im Blick. Beide haben sich nach Parchim aufgemacht. Dort läuft aktuell die Zapfenernte auf Hochtouren. In der Parchimer Landesforst wurden in den 1960er- und 1970er-Jahren Baumplantagen angelegt. Sie garantieren hochwertige Saat.

Eine Tonne Zapfen für eine Million Pflanzen

„Im Grund gibt es zwei Methoden, um die Zapfen zu ernten. Bei der Douglasie oder Tanne erledigen Baumsteiger die Arbeit. Bei der Kiefer funktioniert das nicht; in den Plantagen werden Hebebühnen eingesetzt“, erklärt Bärbel Neumann. Zwischen den geraden Baumreihen kann die Technik gut bewegt werden. Unter dem Geäst werden Plane ausgelegt, damit nichts verloren geht. „Seit Dezember werden die Europäische Lärche und die Kiefer geerntet, im März ist die Saison bei diesen Baumarten vorbei. Die Douglasie wird dagegen Mitte bis Ende August abgeerntet“, sagt Bärbel Neumann.

An den Handschuhen der Pflücker hoch oben im Geäst klebt bisweilen Harz, die gepflückten Zapfen verschwinden in Säcke. Während nach und nach Sack für Sack gefüllt wird, rechnet Bärbel Neumann auf: „Aus einer Tonne Zapfen der Europäischen Lärche werden rund 40 Kilogramm Saatgut gewonnen. Diese Menge reicht aus, um etwa eine Million Pflanzen heranzuziehen. Bei der Douglasie ist das Verhältnis wiederum ein ganz anderes: Eine Tonnen Zapfen bringen rund sieben Kilogramm Saatgut ein, das für 250 000 Pflanzen reicht.“ Bei der Kiefer rechnet die Fachfrau mit 75 Kilo Saat aus fünf Tonnen Zapfen. Ausgesät wachsen daraus rund 3,4 Millionen Pflanzen. Aktuell werde alsoder Wald der Zukunft gepflückt.

Samen für den langfristigen Waldumbau

Das Saatgut wird für die Landesforst Mecklenburg-Vorpommern, aber auch für private Unternehmer in Jatznick bearbeitet. Im vergangenen Jahr passierten die Jatznicker Darre rund 25 Tonnen Saat der Rotbuche, 19 Tonnen Douglasie und zehn Tonnen Waldkiefer. Aufgearbeitet wurden dort 0,2 Tonnen Esskastanie, 0,1 Tonnen Bergahorn, drei Tonnen Küstentanne, drei Tonnen Weißtanne und eine Tonnen Europäische Lärche. Hinzu kommen kleinere Mengen Saat verschiedener heimischer Sträucher.

„Die Saatgutlage bei den wirtschaftlichen Hauptbaumarten lässt uns positiv in die Zukunft blicken. Wir sind damit in der Lage, gemischte Baumarten anzubieten, um den Waldumbau landesweit voranzutreiben. Wir können damit aber auch auf die Klimaveränderungen, auf Hitze und Absterbeerscheinungen reagieren und mit unserem Angebot den Waldumbau vorantreiben“, sagt Bärbel Neumann.

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