Mitarbeiter wechseln Arbeitsort

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Jobcenter gibt einen Standort in Pasewalk auf

Im Gebäude der Arbeitsagentur in Pasewalk in der Löcknitzer Straße sind auch zwei Abteilungen des Jobcenters untergebracht. Sie ziehen zum Jahresende aus.
Im Gebäude der Arbeitsagentur in Pasewalk in der Löcknitzer Straße sind auch zwei Abteilungen des Jobcenters untergebracht. Sie ziehen zum Jahresende aus.
Fred Lucius

Die Zahlen der Arbeitslosen und der Hartz-IV-Bezieher nehmen in der Uecker-Randow-Region seit Jahren ab. Die Folge: Das Jobcenter braucht weniger Mitarbeiter und weniger Platz.

Das Jobcenter Vorpommern-Greifswald Süd wird in Pasewalk ab 2019 nur noch am Standort in der Marktstraße zu finden sein. Der Mietvertrag für das gemeinsam mit der Arbeitsagentur genutzte Gebäude in der Löcknitzer Straße ist zum Jahresende für den Jobcenter-Teil gekündigt worden. Das bestätigt Geschäftsführer Christian Gärtner. Die 16 Mitarbeiter der beiden dortigen Abteilungen – die Widerspruchsstelle mit neun und das Bearbeitungsteam mit sieben Mitarbeitern – würden nach Strasburg und Torgelow wechseln.

Für Kunden des Jobcenters hätte dies keine Auswirkungen, da diese Abteilungen keinen direkten Kundenkontakt hätten. „Strasburg wird damit aufgewertet. Und auch in dem Torgelower Gebäude ist für die Mitarbeiter noch Platz“, meint Gärtner.

„Leerstand können wir uns nicht leisten“

Diese Entscheidung sei aus rein wirtschaftlichen Gründen getroffen worden. Mit der Aufgabe des Standortes Löcknitzer Straße in Pasewalk spare man Mietkosten. Diese Mitarbeiter hätte man wegen der vollen Auslastung nicht am Standort Marktstraße in Pasewalk unterbringen können. Christian Gärtner erinnert daran, dass das Jobcenter in den Jahren 2007 bis 2009 mit bis zu 186 die höchste Zahl an Mitarbeitern hatte. Damals habe es auch die meisten Bedarfsgemeinschaften mit Arbeitslosengeld-II-Empfänger gegeben.

„Zurzeit sind im Jobcenter Vorpommern-Greifswald Süd 142 Mitarbeiter beschäftigt, Tendenz weiter fallend“, erklärt der Geschäftsführer. Die Differenz von etwa 40 Mitarbeitern entspreche in etwa einem Jobcenter-Standort in der Größe von Torgelow. Die logische Folge sei, dass man Büroflächen aufgeben und Mietverträge dafür kündigen müsse. Leerstand könne sich das gemeinsam vom Landkreis und der Arbeitsagentur getragene Jobcenter nicht leisten. Die Arbeitsagentur selbst behält allerdings ihren Mietvertrag für den anderen Teil des Gebäudes.

Kein Rückzug aus der Fläche

Ende 2017 hatte es Christian Gärtner zufolge vom Jobcenter den Vorschlag gegeben, den Standort Strasburg aufzugeben, weil dort 2018 nur noch sieben Mitarbeiter tätig gewesen wären. Die Strasburger wären dann in Pasewalk betreut worden. Pasewalk sei von Strasburg aus sehr gut mit dem Auto sowie mit Bahn und Bus zu erreichen. Dem sei die Trägerversammlung aber nicht gefolgt.

Ausschlaggebend dafür sei auch gewesen, weiter in der Fläche präsent und für die Strasburger bürgernah da zu sein. Deshalb habe man sich auf den Alternativ-Vorschlag geeinigt, der die Aufgabe des Miet-Standortes in der Löcknitzer Straße in Pasewalk zum Inhalt hatte.