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Karate-Talent aus Odessa kämpft nun für Strasburg

Marina Raulin (links) und Marion Gierke (rechts) sind Strasburgerinnen, die sich um die ukrainische Familie Myloserdnyi kümmern. Seit Mitte November lebt diese in der Uckermarkstadt.
Marina Raulin (links) und Marion Gierke (rechts) sind Strasburgerinnen, die sich um die ukrainische Familie Myloserdnyi kümmern. Seit Mitte November lebt diese in der Uckermarkstadt.
Fred Lucius

Bleiben oder abgeschoben werden? Diese Frage stellt sich für alle Flüchtlinge. In Strasburg leben gegenwärtig zwei Familien aus der Ukraine. Sie möchten in der Uckermarkstadt bleiben und haben die Einheimischen dabei an ihrer Seite.

Beim Neujahrsempfang der Stadt Strasburg hat der Auftritt der Familie Pavel aus der Ukraine die Gäste berührt. Die beiden Söhne Alex und Vova musizierten. Vater Vova bedankte sich – wie zuvor in einem Nordkurier-Beitrag – mit rührenden Worten für die Gastfreundschaft, mit der seine Familie aufgenommen wurde. In der Uckermarkstadt will die Familie wohnen bleiben. Das ist auch der Wunsch der Familie Myloserdnyi, der zweiten ukrainischen Flüchtlingsfamilie in Strasburg. Seit Mitte November lebt diese hier.

Sohn Oleksandr hat seitdem schon etwas für den Ruf der Stadt getan. Das zwölfjährige Karate-Talent siegte bei einem Wettbewerb in Brandenburg und fügte seiner imposanten Sammlung eine weitere Medaille hinzu.
Oleksandr trainiert im Karate-Verein Nobunaga Prenzlau, der in Strasburg eine Zweigstelle betreibt.

Die vierköpfige Familie ist aus ihrer ukrainischen Heimatstadt Odessa geflohen, als der Vater zum Militär eingezogen werden sollte. „Ich wollte nicht in den Krieg ziehen und auf Menschen schießen“, sagt Oleksandr Myloserdnyi (42). Doch ob er in Strasburg wirklich eine neue Heimat finden kann, ist nach wie vor offen. Etliche Strasburger setzen sich dafür ein. Marina Raulin, stellvertretende Stadtpräsidentin und Unternehmensberaterin hat sie sich gleich an mehrere Stellen gewandt, um ein dauerhaftes Bleiberecht zu ermöglichen – an den Bundesinnenminister, das Bundesamt für Migration und Flüchtlingsangelegenheiten und das gleichnamige Landesamt. Vorerst darf Karate-Talent Oleksandr hier weiter trainieren. Der befristete Aufenthalt der Familie Myloserdnyi ist bis zum 28. Juli verlängert worden.