AUS MANGEL AN BEWEISEN

Keine Freigabe für Wolfsabschuss bei Penkun

Nachdem ein Wolf in Krackow mehrere Kälber gerissen haben soll, wurde der Abschuss beantragt. Doch nichts passiert – und das wird wohl auch erst mal so bleiben.
Trotz insgesamt 15 gerissener Tiere seit 2019 wird die Agrar AG in Storkow nicht auf die sogenannten Wolfsentnahme hoffen k&ou
Trotz insgesamt 15 gerissener Tiere seit 2019 wird die Agrar AG in Storkow nicht auf die sogenannten Wolfsentnahme hoffen können. Boris Roessler
Pasewalk.

Der stellvertretende Landrat von Vorpommern-Greifswald nimmt Stellung. Jörg Hasselmann (CDU) erklärte den Mitgliedern des Umweltausschusses etwas zerknirscht, wie es um den Kreistagsbeschluss „Entnahme eines oder mehrerer Wölfe im Bereich Krackow“ steht. Die kurze Version: nicht so, wie erhofft.

Laut Hasselmann sei der Antrag zwar noch anhängig, es sehe aber nicht so aus, als würde er auch genehmigt. Aktuell spreche wenig dafür, dass wirklich ein Wolf sein Unwesen rund um die Wiesen und Weiden der Storkower Agrar AG, etwas nördlich von Penkun, treibt. Das wäre aber nötig, um die Entnahme vorzunehmen, am besten so bald wie möglich, nachdem ein Riss festgestellt worden sei, so Hasselmann.

Auch DNA vom Hund und Fuchs nachgewiesen

Dabei sorgte der Antrag, den seinerzeit die Mehrheit der Kreistagsmitglieder angenommen hatte, für intensive Debatten. Grüne und Tierschutzpartei warfen der CDU-Fraktion als Antragsteller blinden Aktionismus vor. Der Abschuss eines Wolfes sei Thema für die Verwaltung und Naturschutzbehörden und nicht Teil einer politischen Debatte, argumentierte etwa die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Ulrike Berger. Beate Schlupp (CDU) argumentierte hingegen, dass erfahrungsgemäß Klagen und Drohungen auf einen möglichen Entnahmebeschluss folgen würden. „Es ist das Mindeste, unsere Verwaltung hier zu unterstützen“, so Schlupp.

Warum die Verwaltung bei dem Wolf nicht so handeln könne, wie man gerne gewollt hätte, liegt laut Hasselmann auch an der unzureichenden Kommunikation, besonders was Wolfsmonitoring und -management und die damit verbundenen DNA-Tests betrifft. Die haben nämlich in den Fällen des Krackower Betriebes ergeben, dass Hunde- und auch Fuchs- DNA nachgewiesen werden konnte, nicht jedoch die eines Wolfes. Das bestätigte bereits vor wenigen Wochen die Kreisverwaltung Vorpommern-Greifswald über Pressesprecher Achim Froitzheim.

Land MV muss sich an Europarecht halten

Bei der Storkower Agrar AG wurden seit 2019 insgesamt 15 Tiere gerissen und weitere schwer verletzt. Aber wo kein Täter, da auch kein Abschuss. Es gibt allerdings auch das Gegenbeispiel.

Im Fall der Risse im Landgrabental, zwischen Mecklenburg und Vorpommern, wurde die Schuldige schnell identifiziert. DNA der Wölfin „FT12 Juli“ konnte hier isoliert werden. Für Hasselmann jedoch keine sonderlich gute Nachricht. Er stellte vor dem Umweltausschuss die rhetorische Frage, ob das Wolfsmonitoring nicht langsam genug sei. So sei trotz Sender nicht bekannt, ob sich die Wölfin aus dem Landgrabental bereits gepaart haben könnte. Es laufe zunehmend aus dem Ruder, die Aktivitäten von Wölfen lassen nicht nach, so Hasselmann.

Lösungen wird es in einer nahen Zukunft nicht geben. Auch das Land Mecklenburg-Vorpommern kann nämlich nicht frei entscheiden, wann ein Wolf entnommen wird und wann nicht. Auch das Umweltministerium in Schwerin muss sich an Europäisches Recht halten.

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