PROBLEME IN DER LANDWIRTSCHAFT

Klimawandel, Dürre und Wölfe setzen Vorpommerns Bauern zu

Das Dürrejahr 2018 ist Geschichte. Doch abgeschlossen haben die Landwirte mit dem Katastrophenjahr noch nicht. Weiteren Forderungen im Bereich Umweltschutz stehen die Bauern offen gegenüber. Zusätzliche Leistungen sollen aber honoriert werden.
Fred Lucius Fred Lucius
Die dunklen Wolken, die das Dürrejahr 2018 für die Landwirte mit sich brachten, sind noch nicht verflogen. An den Folgen der schlechten Ernte leiden nach wie vor landwirtschaftliche Unternehmen in der Region.
Die dunklen Wolken, die das Dürrejahr 2018 für die Landwirte mit sich brachten, sind noch nicht verflogen. An den Folgen der schlechten Ernte leiden nach wie vor landwirtschaftliche Unternehmen in der Region. Rainer Marten
Pasewalk.

Die schlechte Ernte im Dürrejahr 2018 ist für die Landwirte in Vorpommern-Greifswald keineswegs abgehakt. „Das alles beherrschende Thema war und bleibt mit seinen Langzeitwirkungen noch mindestens bis in das kommende Jahr die schlechte Ernte 2018“, sagte Petra Döhler, Vorsitzende des Bauernverbandes Uecker-Randow, beim Bauerntag am Dienstag in Pasewalk. Die Dürre habe die Landwirte in lange nicht mehr da gewesenem Ausmaß getroffen. Für viele Betriebe sei es das dritte, in der Ueckermünder Region sogar das vierte schlechte Jahr in Folge gewesen. „So etwas steckt kein Betrieb einfach weg. Zumal die Milchbetriebe praktisch von einer Milchkrise in die nächste schlidderten und die Getreidepreise trotz schlechter Ernten nicht wirklich gestiegen sind“, meinte Döhler. Es sei niederdrückend, wenn Händler mitteilen, dass preiswert Getreide aus Nicht-EU-Ländern eingeführt werde, was zusätzlich den Preis drücke.

Ein Lichtblick war die Dürrehilfe

Ein Lichtblick sei für viele Agrarbetriebe die Dürrehilfe gewesen. Dazu forderte die Verbandsvorsitzende, gesellschaftlich gewollte Maßnahmen dürfen im Bereich Umweltschutz nicht zulasten der Landwirte gehen. „Ökologische Leistungen müssen nicht nur voll von der Gesellschaft bezahlt werden, sie müssen auch dazu dienen, Gewinne zu erwirtschaften“, betonte sie. Der Klimawandel werde die Landwirte in den kommenden Jahren enorm fordern. „Ich sage es nicht gerne, aber ich sehe keine rosigen Zeiten auf uns zukommen“, warnte die Landwirtin aus Altwigshagen. Steigende Auflagen, ein Milchpreistief, wechselhafte Getreidepreise und die Vorreiterrolle des Staates und der bundeseigenen Bodenverwertungsgesellschaft, BVVG, würden am Einkommen und an der Widerstandsfähigkeit der Landwirte zehren.

Die letzten Zahlungen erfolgen im Herbst

Nach Angaben von Bernd Schubert, Vertreter des Parlamentarischen Staatssekretärs für Vorpommern, haben im Landkreis Vorpommern-Greifswald 52 Landwirtschaftsbetriebe Anträge auf Dürrehilfe gestellt. Rund 2,7 Millionen Euro seien hier bisher als Vorschusszahlung gewährt worden. In Mecklenburg-Vorpommern gesamt hätten 521 Anträge vorgelegen, 411 seien mit einer Summe von rund 24 Millionen Euro bislang bewilligt worden. Bis Herbst 2019 solle die Endauszahlung erfolgen. „Staatliche Hilfen können keine Dauerhilfen sein“, sagte Schubert. Extreme Wetterlagen werden ständige Begleiter der Landwirte sein. Darauf müssten sich diese einstellen.

Manfred Leberecht, Vizepräsident des Bauernverbandes MV, forderte „endlich aktive Maßnahmen“ zum Schutz vor Schäden durch den Biber und den Wolf. Weidetierhalter müssten Schutzjagden gegen den Wolf beantragen dürfen, beim Biber müssten Entnahmen in bestimmten Gebieten möglich sein. „So wie bislang kann es nicht weitergehen. Wir wollen in unserer Kulturlandschaft keine zügellose Ausbreitung“, betonte Leberecht.

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