DENKMAL AUF DEM FRIEDHOF

Krackower plant Ehrenmal für Bundeswehr-Soldaten

Eine ungewöhnliche Aktion hat Ronny Splettstößer aus Krackow angeschoben. Auf dem Friedhof in Löcknitz soll ein Ehrenmal für gefallene Soldaten errichtet werden. Warum ist ihm das wichtig?
Ronny Splettstößer aus Krackow will gefallenen und im Einsatz befindlichen Bundeswehrsoldaten ein Ehrenmal setzen.
Ronny Splettstößer aus Krackow will gefallenen und im Einsatz befindlichen Bundeswehrsoldaten ein Ehrenmal setzen. ZVG
Das Ehrenmal soll eine Gedenktafel bekommen. Die Worte „semper fratres“ stammen aus dem Lateinischen, überset
Das Ehrenmal soll eine Gedenktafel bekommen. Die Worte „semper fratres“ stammen aus dem Lateinischen, übersetzt stehen sie für „für immer Brüder“. ZVG
Löcknitz ·

Seit 20 Jahren ist Ronny Splettstößer aus der Truppe raus. Doch seine vierjährige Dienstzeit bei der Bundeswehr hat ihn geprägt. Und sie beschäftigt den einstigen Hauptgefreiten und Richtladeschützen noch immer. Von 1996 bis 2000 hat der heute 45-Jährige gedient, 1999 war er im Auslandseinsatz im Kosovo. Dort hat er viele Menschen kennengelernt und auch viel Leid ansehen müssen. Nach seiner aktiven Dienstzeit wurde der Krackower Mitglied der „Green Warriors military Brotherhood“.

Der Verein habe weder mit der linken noch mit der rechten Szene was zu tun

Der bundesweit tätige Verein ist eine Bruderschaft, die sich ausschließlich aus Aktiven oder Veteranen der Luftlandetruppe sowie anderer Truppengattungen zusammensetzt. Der Verein unterstützt Familien von Soldaten, die im Einsatz gefallen sind oder die im Einsatz stehen. Zudem wollen die Mitglieder das öffentliche Ansehen der Bundeswehr durch Projektarbeit erhöhen. So werden nach und nach Denkmäler in Deutschland errichtet. Nach den Worten des Krackowers hat der Verein weder mit der rechten noch mit der linken Szene etwas gemein. Das Motto der Green Warriors laute vielmehr „semper fratres“ – was, aus dem Lateinischen übersetzt, für „für immer Brüder“ steht.

Seit 1990 kamen 113 Bundeswehr-Soldaten bei Auslandseinsätzen ums Leben

„Der erste Bundeswehrsoldat kam 1993 in Kambodscha ums Leben. Seit 1990 sind bei Auslandseinsätzen 113 Soldaten getötet worden“, erklärt Ronny Splettstößer. Er erinnert unter anderem an den Karfreitag im Jahr 2010, als bei einer militärischen Auseinandersetzung in Afghanistan zwischen der Bundeswehr und den Taliban auch drei deutsche Soldaten fielen. Den gefallen Soldaten, aber auch den Kriegsversehrten und Veteranen will das Green-Warriors-Mitglied nun ein Ehrenmal auf dem Löcknitzer Friedhof setzen. „In Deutschland ist die Veteranenkultur schwierig, obwohl es einige Veteranen-Vereinigungen gibt. Soldaten sind hier für die meisten keine Helden“, sagt Ronny Splettstößer.

Sein Anliegen stieß zuerst auf Skepsis

Auch die Mitglieder des Löcknitzer Bauausschusses, denen er sein Anliegen vorgetragen habe, seien zuerst skeptisch gewesen. Nach Informationen über das Thema habe es schließlich eine Genehmigung für die Errichtung des Denkmals gegeben. Seitdem folgten mehrere Arbeitseinsätze. „Wir wurden von älteren Einwohnern gefragt, was das werden soll. Da gab es nur Zustimmung“, erzählt Ronny Splettstößer. Auch in den sozialen Medien sei die Aktion positiv aufgenommen worden. Geplant war die Einweihung des Ehrenmals auf dem Löcknitzer Friedhof nach Angaben des Krackowers am 17. April. Die Einweihung ist aufgrund der Corona-Krise auf unbestimmte Zeit verschoben.

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Kommentare (8)

Wir sollten sie einreißen.
Die zunehmende Militarisierung der Gesellschaft nimmt ihren Lauf.
Der Kriegseinsatz in Jugoslawien war nicht im Einklang mit dem Völkerrecht.Es war ein illegaler NATO Krieg, um selbiger die Machtausdehnung zu sichern. Keinen Heldenmythos bitte!!!
Kein deutscher Soldat wurde seit 1945 gezwungen, an einem Krieg teilzunehmen. Wer sich dafür entscheidet, außerhalb der Landesverteidigung in einem Krieg mitzumachen, hat Pech wenn er zu Tode kommt.

Ein ganz dubioser Verein. Auszug aus der Satzung:
Sich in den Besitz des Eigentums anderer Mitglieder zu bringen (das gilt auch für die Freundin/Frau eines anderen Bruders)...(ist verboten)

Also sind Frauen quasi Eigentum?
Alles nur Brüder? Keine Schwestern? Und pseudomäßig werden natürlich "Rechtsradikale oder diskriminierende Verhaltensweisen jeglicher Art und Form" verboten...
Aber das Eiserne Kreuz im Symbol? Und man fühlt sich den Traditionen der Fallschirmjäger verbunden? Also Krieg spielen, oder was...
Absolut lächerlich, das Ganze. Und sowas wird genehmigt?
Hier riecht es aber ganz schön braun...

Fragen über Fragen. Schade, daß der NK hier nicht ein wenig recherchiert, sondern unreflektierte Antworten eines Mitgliedes, Sorry Member, abdruckt.
Das kann doch nur mit AfD Stimmen genehmigt worden sein....

Und der Nordkurier berichtet "neutral" über dieses unsägliche Vorhaben.
Werden demnächst die aus den Garagen "vertriebenen" Löcknitzer rechtsradikalen Säufer an diesem "Denkmal" feiern?

Klasse das mal Flagge für unsere Soldaten gezeigt wir. Bei diesen Ehrungen geht es nicht um die Bw also solche. Auch nicht um politische Hintergründe. Es geht um den Menschen , um den Soldaten "dahinter". meinen Dank an allen die sich dafür einsetzten , an allen die es ermöglichen einen Ort des Ehren und Gedenken zu schaffen..
semper fi

für die Opfer, nicht die Täter.
Für alle, die durch deutsche Technik, Waffen, Chemie, Politik, Rohstoffhunger entrechtet, ermordet, vergast, vertrieben, ausgebombt, in die Flucht geschickt wurden.
Tausendmal so groß.
Und nicht so einen Pseudo Veteranen Kult.
Ausgerechnet in Löcknitz! Da sollte man erstmal den Nazi Auswuchs in den Griff bekommen.

Ja, Krieg ist schlimm und die Auslandseinsätze der Bundeswehr kann man auch hinterfragen. Viele Soldaten der Bundeswehr werden da wahrscheinlich zustimmen Wer könnte besser über die Notwendigkeit des Friedens berichten, als ein Mensch der Krieg am eigenen Leib erlebt hat und nicht nur hinter gesicherten Endgeräten, in wohliger Umgebung.

Diese Frauen und Männer, werden durch uns, der Zivilgesellschaft, in diese Auslandseinsätze geschickt. Wir wählen den Bundestag und dort wird darüber abgestimmt. Da ist keine Willkür und Blutruns bei den Soldaten. Niemand trennt sich gerne von seinen Angehörigen mit der Ungewissheit, sie jemals wieder in die Arme schließen zu können und die Erlebnisse aus ihren Einsätzen, ihr Leben lang schmerzhaft mit sich herumtragen zu müssen.

Es geht doch dabei nicht darum, einen Kult aufzubauen, sondern die Zivilgesellschaft daran zu erinnern, das auch wir eine Mitverantwortung daran tragen. Das es Menschen sind, die nichts weiter erfüllen, als ihre in der Verfassung festgelegte Pflicht. Als Parlamentsarme in einem demokratischen Land. Das mindeste was wir als Gesellschaft tun müssen, ist daran erinnern, indem wir das Schicksal in die Köpfe holen. Statt hier Menschen anzuprangern, richten Sie Ihren Unmut vielleicht dort hin, wo es Sinn macht. Statt warm hinterm Ofen herumzumaulen, stellen Sie sich doch bei der nächsten Mandatsabstimmung vor den Bundestag! Da macht es Sinn.

Mir drängt sich die Frage auf, womit haben Sie Ihren Beitrag verfaßt? Wahrscheinlich mit einem digitalen Endgerät über das Internet, voll von Rohstoffen, deren Beschaffung Sie so anprangern. Es ist diese Doppelmoral, die mich schäumen läßt. Die Doppelmoral, die in gute und schlechte Kriege unterscheidet. Etwas, was mir bei den Vertretern der Linken Gesinnung, immer wieder auffällt.

Auch der Versuch, die Soldaten der Bundeswehr in eine rechte Ecke zu stellen. Wie viele kennen Sie denn? Die Bundeswehr ist ein Abdruck unserer Gesellschaft und ja, dazu gehört auch leider das rechte Spektrum. Ansonsten dienen dort Menschen mit unterschiedlichen kulturellen und religiösen Hintergründen, Hand in Hand.

Ja, manchmal wünsch ich mir ein Simsalabim, ein einfaches Wort, für alle die nichts zu lachen haben, für den Weltfrieden und gegen den Hass. Um Menschen aus ihrem ideologischen Elfenbeinturm zu befreien.

In diesem Sinne, ein Simsalabim für diese Welt!

Ich komme aus der Zeit, in der es in Deutschland noch die Wehrpflicht gab. Diese konnte man zum Glück verweigern. Man konnte sich also dagegen entscheiden, Soldat zu werden und das Kriegshandwerk zu erlernen und auszuüben.
Und ich wage anzuzweifeln, daß Soldaten die besten Einschätzungen über die Sinn und Unsinn von Krieg und Frieden liefern. Ich würde hier vielmehr unmittelbar betroffene Opfer von Bomben, Kugeln, Vertreibung und all den anderen Greuel des Krieges favorisieren.
Schon meine Eltern habe mich auf Ostermärsche mitgenommen und seit ich ein politisches Bewußtsein besitze, demonstriere ich gegen Kriege. Natürlich auch und ganz besonders gegen die Entscheider im Bundestag.
Ich unterscheide auch nicht ob legitim oder illegitim, ordentlich oder Guerillakrieg. Ich lehne alle bewaffneten Auseinandersetzungen ab. Und jeder der in einer einigermassen freiheitlichen Gesellschaft wie hier in Deutschland lebt, kann sich dem Verweigern. Frei nach Sandburg oder Brecht: "Stell Dir vor es ist Krieg, und keiner geht hin!" Und hier geht es nicht um Landesverteidigung. Nicht in Jugoslawien, Afghansitan, am Horn von Afrika oder sonst wo!!!
Kriege sind in der Summe, die Manifestation von Politikversagen. Sie zeugen von der Unfähigkeit zu kommunizieren und Probleme zu lösen. Sie sind zumeist vordergründig nationalistisch motiviert.
Und jeder in Deutschland hat die Möglichkeit sich darüber zu informieren. Und es ist eben KEINE Pflicht, in den Krieg zu ziehen.

Und wenn man sich den Internetauftritt der "Green Warrior Military Brotherhood" anschaut und ein wenig die Verlinkungen ansieht, der komt schnell in einen sehr braunen Bereich!!!

Und ich kenne tatsächlich recht viele Soldaten und Bundeswehrangehörige. Auch Menschen die in Afghanistan waren. Nur am Rande...

Und Handel, Technik, Fortschritt usw, sind auch nicht perse zu verurteilen. Und ich erkenne den Wert durchaus. Das ist für mich auch kein Widerspruch. Ich kaufe mir auch nicht einmal im Jahr ein Handy. Und wenn etwas kaputt geht, dann versuche ich zu reparieren oder auf gebraucht Geräte zurückzugreifen. Kurzum halte ich meine ökologischen und ökonomischen Fußabdruck so gering wir möglich Das ist letztendlich eine Frage des Systems, das wir uns aussuchen. Ja und ich fahre auch Auto und nutze all diese Dinge. Aber immer mit dem Wissen um die Herkunft.

Und die Bundeswehr ist eben kein Blueprint unserer Gesellschaft. Sie ist tendentiell rechts-konservativ. Würde man die BW als eigene Bevölkerungsstuktur ansehen, dann gibt es hier überdurchschnittlich viel Zustimmung zu AFD und Co., überdurchschnittlich viele rechte und sogar rechtsextreme Straftaten und Vorfälle, unterdurchschnittliche linke Vorfälle/Straftaten.
Beispiel gibt es genug, die zeige ich hier jetzt nicht auf.

Und zu guter Letzt erzähle ich Ihnen von meine Motivation hier zu posten:
Das verstärkte Verankern der BW in der Gesellschaft, das mir so aufstößt. Eine Militarisierung in Schulen, Universitäten und im öffentlichen Leben. Es ist eben kein normaler Job, wie man es uns gerne suggerieren möchte. Soldaten erlernen, in letzter Konsequenz, das Töten auf Befehl. Und das lehne ich entschieden ab.
Und Ihre letzten Sätze unterstütze ich ausdrücklich:
"Ja, manchmal wünsch ich mir ein Simsalabim, ein einfaches Wort, für alle die nichts zu lachen haben, für den Weltfrieden und gegen den Hass. Um Menschen aus ihrem ideologischen Elfenbeinturm zu befreien.
In diesem Sinne, ein Simsalabim für diese Welt!"

Einen schönes Wochenende...

Sie sich selber einen...

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