KONSEQUENZEN WOHNUNGSFIRMA

Kritik an Aufsichtsrat von Wohnungsfirma in Strasburg

Auf Antrag der Linken gab es eine Sondersitzung der Stadtvertretung zu der in Schwierigkeiten steckenden Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWG).
Fred Lucius Fred Lucius
In den vergangenen Jahren hat die GWG mehrere Wohnblöcke wie diesen in der Pfarrstraße zurückbauen lassen. Zu den Schwierigkeiten sollen diese Projekte aber nicht geführt haben.
In den vergangenen Jahren hat die GWG mehrere Wohnblöcke wie diesen in der Pfarrstraße zurückbauen lassen. Zu den Schwierigkeiten sollen diese Projekte aber nicht geführt haben.
Strasburg.

Für Kurt Rabe ist die Sache eindeutig: Nicht nur der Ende Januar fristlos entlassene Geschäftsführer der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWG) Lutz Zimmermann trägt Verantwortung für das in Schwierigkeiten steckende Unternehmen. Auch die Gesellschafterversammlung und der Aufsichtsrat der GWG hätten eine Verantwortung, diese aber nicht ausreichend wahrgenommen, sagte der Gehrener Ortsvorsteher in der Sondersitzung der Stadtvertretung.

In der Vergangenheit habe es genügend Hinweise auf Unregelmäßigkeiten in dem Unternehmen gegeben. So seien Probleme bei der Mitarbeiterführung bekannt gewesen. Auf seine Anfrage im Dezember 2017 zum umstrittenen Verkauf eines Grundstücks und Wohnblocks in Schwarzensee an Stadtpräsidentin Andrea Reincke (CDU) und ihren Mann habe er zur Antwort bekommen, dass alles rechtens sei. „Wenn es solche Hinweise gibt, kann es nicht sein, dass der Aufsichtsrat alles wegbügelt“, sagte Kurt Rabe. Vor drei Jahren sei der Geschäftsführervertrag mit Zimmermann stillschweigend verlängert worden. Da die Hinweise zu Problemen bei der GWG nicht neu seien, müsse es auch Konsequenzen in der Besetzung der Gremien geben, forderte der Ortsvorsteher.

Der Wahlkampf war hinderlich

Nach den Worten von Diana Becker, für die SPD Mitglied in der Gesellschafterversammlung, sind die Probleme bei der GWG 2018 bekannt geworden. „Wenn man den Geschäftsführer darauf ansprechen wollte, war er nicht zu erreichen“, sagte sie. Auf einer Versammlung im März habe er angesprochene Themen abgebügelt und Fragen nur unzureichend beantwortet. Nach Einschätzung von Aufsichtsratsmitglied Solveig Wegener (Bürgerbündnis) haben „mehrere Tropfen das Fass zum Überlaufen“ gebracht.

Hinderlich bei der Aufarbeitung der Probleme sei gewesen, dass die ehemalige Bürgermeisterin und jetzige Uckermark-Landrätin Karina Dörk (CDU) ab Juni nicht mehr da war und in Strasburg Wahlkampf-Zeit herrschte. „Als die Gremien von den Problemen Kenntnis bekamen, haben sie Entscheidungen getroffen“, betonte Solveig Wegener. Man könne doch nicht vorher von morgens bis abends prüfend und zweifelnd hinter dem Geschäftsführer hinterherlaufen. Das Wort eines Geschäftsführers und Kaufmanns habe schließlich auch Gewicht.

Vertrauen ausgenutzt

Beim Verkauf des Wohnblocks in Schwarzensee habe man sich täuschen lassen, erklärte Thea Wasserstrahl, Mitglied der Gesellschafterversammlung für das Bürgerbündnis. Das Vertrauensverhältnis der Gesellschafter sei ausgenutzt worden. Den Vorwurf, dass die Gesellschafter alles hingenommen hätten, könne sie nicht stehen lassen. „Gegenseitige Schuldzuweisungen bringen aus meiner Sicht nichts. Die Frage ist: Wie geht es nun weiter?“, sagte Thea Wasserstrahl.

Nach Angaben von Bürgermeisterin Heike Hammermeister-Friese (CDU) dauern die Prüfungen durch die Kommunalaufsicht des Kreises und einen eingeschalteten Anwalt bei der GWG an. Trotz ausstehender endgültiger Ergebnisse sei man überzeugt, dass die Kündigung des Geschäftsführers notwendig war. Die Handlungen, die zu den Schwierigkeiten bei der GWG führten, seien diesem zuzuordnen, so die Bürgermeisterin.

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