Strandbad-Pächterin Mandy Müller muss bisweilen auch auf Ordnung achten. Aber in ihrem Bereich sorgen die Gäste
Strandbad-Pächterin Mandy Müller muss bisweilen auch auf Ordnung achten. Aber in ihrem Bereich sorgen die Gäste selbst für Sauberkeit, sagt sie. Rainer Marten
Stellenweise sieht es bereits so am Krugsdorfer Kiessee aus. Badegäste hinterlassen dort ihre Abfälle. An dieser Ste
Stellenweise sieht es bereits so am Krugsdorfer Kiessee aus. Badegäste hinterlassen dort ihre Abfälle. An dieser Stelle hinter dem Campingplatz scheint sogar eine ganze Familie gecampft zu haben. Rainer Marten
Scherben, Windeln, Dosen

Krugsdorfer Kiessee ist auf dem Weg zum Müllstrand

Den Krugsdorfer Kiessee nutzen auch außerhalb des Strandbades viele Badegäste. Was einige dort hinterlassen, macht andere Badende und die Verantwortlichen in der Gemeinde richtig wütend.
Krugsdorf

Sabine und Holger Kundt aus Pasewalk zählen zu jenen, die als Erholungssuchende immer wieder gern in Krugsdorf am Kiessee hinter dem Gelände des Campingplatzes den Strand aufsuchen. Das ist ursprüngliche Natur, sehr ruhig, was will man mehr? „Leiderprobt nehmen wir ständig einen leeren Müllbeutel mit, da Badegäste ihren Unrat hinterlassen, den wir dann einsammeln. Auch Flaschenreste und Glasscherben direkt am Ufer- und Badebereich haben wir schon entfernt“, berichteten sie dem Nordkurier. Verärgert sprachen sie von „enthirnten Wesen“, die dort alles hinwerfen und schlimmste Verletzungen anderer, vor allem auch der Kinder, in Kauf nehmen würden.

Wo bleiben Anstand und Liebe zur Heimat?

Was beide jetzt erlebten, war für sie eine neue Dimension: Eine Fläche von etwa zwei Quadratmetern war mit dem Tagesmüll einer Familie übersät, auch Babywindeln und Keksreste befanden sich darunter. „Getränkeflaschen und -dosen empfingen uns“, berichteten die Kundts. „Welche Zeitgenossen haben noch immer so wenig Bewusstsein für Natur und Umwelt, dass sie selbst als Eltern ihren Kindern solch ein vermülltes Erbe hinterlassen?“, fragte sich das Paar nach dem Abstecher an den Kiessee.

Auch Matthias Bohl aus Zerrenthin reagierte verärgert auf das, was er am Kiessee entdeckte: An einer Badestelle wurde er von einem Abfallhaufen „begrüßt“, schrieb er. „Was haben die Verursacher sich bloß dabei gedacht? Soll so bald der gesamte Strand aussehen? Wenn die Verursacher etwas Anstand und Liebe zur Heimat besitzen, räumen sie diesen Müll bald selber wieder weg!“

Immer wieder Thema in der Gemeinde

Krugsdorfs Bürgermeister Kevin Rudel kennt das Problem. „Die Kritik ist berechtigt und immer wieder ein Thema in der Gemeinde und Amtsverwaltung“, sagte er auf Nordkurier-Nachfrage. „Wir haben kein Verständnis dafür, dass Badegäste so unvernünftig sind und den Unrat einfach liegen lassen.“ Nach den Wochenenden schickt er den Gemeindearbeiter zum Kiessee, damit auf der Gemeindeseite die Abfallbehälter geleert und dort für Ordnung gesorgt wird. „Allerdings gibt es auch einen zweiten Flächeneigentümer am See, der auf eigene Kosten so nicht verfährt. Ich kann hier nur appellieren, die Strände sauber zu halten“, so Rudel. Generell thematisieren will er das Problem in einer der herbstlichen Sitzungen der Gemeindevertretung.

Wer einen sauberen Strand genießen möchte, der kann das Strandbad mit Campingplatz nutzen. Pächterin Mandy Müller freut sich über die gute Nachfrage während der Saison. Die Gäste würden weitgehend selbst Ordnung halten, sagte sie. Natürlich werde auch nachgeputzt. „Wirklich klagen können wir nicht. Hier wird Ordnung gehalten“, betonte die Pächterin.

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