Nguyen Duc Cuong und seine Frau Pham Thi Kim Dung müssen ihr Restaurant „Bonsai“ in Pasewalk schließen. Mathias Scherfling
Die komplette Inneneinrichtung des Restaurants muss ausgebaut werden. Sie soll verkauft werden.
Die komplette Inneneinrichtung des Restaurants muss ausgebaut werden. Sie soll verkauft werden. Mathias Scherfling
Schließung

Kündigung vom Vermieter – China-Restaurant macht dicht

Am 15. März wird das Asia-Restaurant über dem einstigen Kino in Pasewalk schließen. Die Kündigung des Hauseigentümers sei völlig überraschend gekommen, sagt der Betreiber. Was steckt dahinter?
Pasewalk

Für Nguyen Duc Cuong und seine Frau Pham Thi Kim Dung brachte das letzte Weihnachtsfest eine dramatische Wende. Völlig überraschend flatterte am 25. Dezember die Kündigung der Geschäftsräume ihres China-Restaurants „Bonsai“ im Gebäude des einstigen Pasewalker Kinos auf den Tisch. „Wir hatten am 25. Dezember ein volles Haus. Da war meine Frau so angespannt, dass sie mehrere Gläser fallen ließ“, sagt Nguyen Duc Cuong. Der Eigentümer habe das Schreiben wohl am Heiligabend in den Briefkasten gesteckt, denn es habe keine Briefmarke auf dem Umschlag geklebt.

Mieterbund: Kündigung ist rechtens

„Ich wollte mich gleich an den Mieterbund wenden, aber zwischen Weihnachten und Neujahr war dort niemand zu erreichen“, sagt der 53-Jährige. Erst am 9. Januar habe Nguyen Duc Cuong vom Mieterbund die Information erhalten, dass die Kündigung rechtens sei. „Daraufhin bin ich sofort zum Gewerbeamt und habe mich abgemeldet, auch den Telefonanschluss. Außerdem musste ich den Mitarbeitern kündigen“, erklärt der Gastwirt, der schon seit mehr als 15 Jahren im „Bonsai“ in der Küche steht. Damals hatte er das Restaurant mit der kompletten Einrichtung von seinem Vorgänger übernommen.

Lesen Sie auch: „Es lohnt sich nicht mehr” – Chinese muss nach 25 Jahren schließen

Der Vermieter, die 1. PW Immobilien GmbH in Zeuthen, stellt die Situation etwas anders dar. „Wir sind uns mit dem Mieter nicht ganz einig“, teilt ein Mitarbeiter auf Nordkurier-Nachfrage mit. Es habe schon länger Unstimmigkeiten gegeben – auch deshalb, weil keine Fettabscheideranlage installiert sei.

Vermieter ist mit Discounter im Gespräch

So sei es dazu gekommen, dass der letzte Mieter der darunter liegenden Räume – der Landkreis betrieb dort in Kooperation mit der Bundeswehr ein Impfzentrum – mit defekten Rohren zu kämpfen gehabt habe. „Wir haben für das Restaurant eine ortsübliche, moderate Miete genommen. Während Corona und auch wegen des fehlenden Untermieters und des defekten Fahrstuhls haben wir noch einmal einen Nachlass gewährt“, heißt es vom Vermieter, der betont, dass man sich aber nicht im Streit getrennt habe. Für das untere Geschäft sei man derzeit mit einem Discounter im Gespräch, der demnächst dort einziehen wolle.

Inneneinrichtung steht zum Verkauf

Bis zum 15. März will Nguyen Duc Cuong das Restaurant wie gewohnt offenhalten. Danach ist Schluss. Schon jetzt hat er im Internet angekündigt, dass er die komplette Inneneinrichtung verkaufen möchte. „Alles muss raus. Wir verkaufen Möbel, Dekoration und Küchengeräte. Manche der Sachen können sofort mitgenommen oder aber reserviert und später abgeholt werden“, kündigt der Gastwirt an. Bei Interesse solle man direkt im Restaurant fragen.

Wie es für ihn und seine Frau weitergeht, weiß Nguyen Duc Cuong noch nicht. Es sei noch völlig offen, ob er ein neues Restaurant aufmacht, oder sich eine Arbeitsstelle als Koch sucht.

Mehr lesen: Senioren in Aufregung – Bald kein Mittagessen mehr?

zur Homepage

Kommentare (2)

Zu geizig für eine Briefmarke!

Wer an Weihnachten kündigt, ist herzlos und böse.