ANSÄSSIGE FIRMA EMPÖRT ÜBER PLÄNE

Lager für Hühnermist im Krackower Gewerbegebiet?

Dicke Luft im Krackower Gewerbegebiet Klarsee. Offenbar plant der Betreiber der Nawaro-Biogasanlage Klarsee, das Festmist-Zwischenlager mit Exkrementen aus holländischen Geflügelzucht- oder -mastanlagen direkt im Gewerbegebiet anzulegen. Einer benachbarten Firma stinkt das schon jetzt.
Rainer Marten Rainer Marten
Nur eine Straßenbreite von der E. Röwer Straßen- und Tiefbaugesellschaft mbH entfernt befindet sich der mögliche Lagerplatz. Nawaro hat die Fläche seit Längerem in Nutzung.
Nur eine Straßenbreite von der E. Röwer Straßen- und Tiefbaugesellschaft mbH entfernt befindet sich der mögliche Lagerplatz. Nawaro hat die Fläche seit Längerem in Nutzung. Rainer Marten
Geschäftsführer Ulrich Nikolaus ist  sauer. Es gibt erste Anzeichen dafür, dass das geplante Festmistlager für Dung aus der Geflügelmast mit einem Fassungsvermögen von 1500 Tonnen  direkt in Nachbarschaft zu seinem Firmensitz angelegt werden soll.
Geschäftsführer Ulrich Nikolaus ist sauer. Es gibt erste Anzeichen dafür, dass das geplante Festmistlager für Dung aus der Geflügelmast mit einem Fassungsvermögen von 1500 Tonnen direkt in Nachbarschaft zu seinem Firmensitz angelegt werden soll. Rainer Marten
Krackow.

Nachdem Ladenthin als Zwischenlager für die Geflügel-Exkremente aus den Niederlanden vom Tisch ist, hat Nawaro Bioenergie einen neuen Ort im Visier. „Dass Lager soll in direkter Nachbarschaft zu unserem Firmensitz eingerichtet werden“, sagte am Mittwoch Ulrich Nikolaus, Geschäftsführer der E. Röwer Straßen- und Tiefbaugesellschaft mbH in Krackow. Nikolaus hatte deshalb zu einem Pressetermin geladen. Seit etwa drei Wochen habe er Kenntnis davon, dass eine Pachtfläche nur eine Straßenbreite von seinem Firmensitz entfernt bis zu 1500 Tonnen Festmist aus der holländischen Geflügelproduktion aufnehmen soll.

Nawaro bestätigte am Mittwoch diese Überlegungen nach einer Nordkurier-Anfrage: Ein „gewählter Standort für die Halle zum Umschlag von Festmist im Gewerbegebiet Klarsee ist Bestandteil der Genehmigungsplanung des laufenden immissionsschutzrechtlichen Antragsverfahrens“, hieß es aus dem Unternehmen.

Verarbeitung von 135.000 Tonnen Festmist

Ulrich Nikolaus ist sauer über diese Pläne. „Mir geht es vor allem um meine Mitarbeiter vor Ort: Sie leiden schon jetzt unter den Ausdünstungen der benachbarten Biogasanlage. Ich bin überzeugt davon, dass sich diese Situation mit dem Zwischenlager noch verstärken wird“, sagte Nikolaus. Und nicht nur er, sondern auch Günter Stegemann, Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Gewerbegebiet „Klarsee“ in Krackow, äußert „starke Bedenken gegen diese Überlegungen“.

Laut Genehmigungsverfahren will Nawaro 135.000 Tonnen Festmist aus holländischen Geflügelzucht- oder -mastanlagen nach Deutschland holen. Hier werden etwa 60 Prozent der Masse mit je zwanzig Prozent Schweine- und Rindergülle vermengt. Mit diesem Gemisch werden die Gärbehälter, kurz Fermenter genannt, beschickt.

Umweltgedanke komme bei Nawaro zu kurz

Ulrich Nikolaus bewertete den geplanten „Fäkalientourismus“ wiederum unter einem anderen Aspekt: In Deutschland werde ein Güllebonus bezahlt, der auch Sinn mache, wenn Biogasanlage und der Ort des Gülleanfalls in direkter Nachbarschaft liegen. „In den unternehmerischen Überlegungen bei Nawaro kommt dieser Umweltgedanke aber zu kurz: Festmist und Gülle werden über zig Kilometer herangekarrt. Den beachtlichen CO2-Ausstoß kann keiner fortdiskutieren. Es geht augenscheinlich darum, den Gewinn zu Lasten der Umwelt und zu Lasten der Steuerzahler zu maximieren. Diese Praxis ist, genau betrachtet, ein Thema für die Politik, die so etwas nicht dulden sollte“, sagte er.

Zu dem Verfahren läuft eine Anhörung. Bis zum 15. September soll sich unter anderem der Zweckverband Gewerbegebiet „Klarsee“ gegenüber dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburgische Seenplatte als Genehmigungsbehörde positionieren.

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