CORONA IN VORPOMMERN

▶ Landrat Sack trifft sich mit Bundeswehr-Offizieren

Immer mehr Soldaten unterstützen die Gesundheitsämter in der Corona-Pandemie. 50 davon sind allein in Vorpommern-Greifswald tätig. Landrat Michael Sack äußerte sich zur angespannten Situation im Kreis.
Vorpommern-Greifswalds Landrat Michael Sack (CDU), Brigadegeneral Markus Kurczyk, Kommandeur des Landeskommandos MV, Admiral U
Vorpommern-Greifswalds Landrat Michael Sack (CDU), Brigadegeneral Markus Kurczyk, Kommandeur des Landeskommandos MV, Admiral Ulrich Reineke und Brigadegeneral Andreas Durst von der Panzergrenadierbrigade 41 (v. re.) am Dienstagmittag in Pasewalk. Johanna Horak
Pasewalk ·

Aktuell erhält der Landkreis Vorpommern-Greifswald Unterstützung von 50 Soldaten im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Das teilte Brigadegeneral Markus Kurczyk, Kommandeur des Landeskommandos Mecklenburg-Vorpommern, am Dienstag am Pasewalker Standort des Landkreises an der Kürassierkaserne mit.

Ebenfalls gekommen waren Vorpommern-Greifswalds Landrat Michael Sack (CDU), Brigadegeneral Andreas Durst von der Panzergrenadierbrigade 41, Oberstleutnant Wolfgang von Diest, Leiter des Kreisverbindungskommandos, sowie Admiral Ulrich Reineke.

Im Moment sind 176 Soldaten in MV im Einsatz

Insgesamt seien in Mecklenburg-Vorpommern 176 Soldaten im Einsatz, um die Gesundheitsämter zu unterstützen, sagte Kurczyk. Die Masse davon, rund 150, seien als „helfende Hände“ damit beschäftigt, Kontakte nach bekannt gewordenen Corona-Infektionen nachzuverfolgen oder am Bürgertelefon Auskunft zu erteilen. Circa 20 Soldaten seien aus dem Sanitätsbereich.

Rund ein Drittel dieser Bundeswehrhelfer ist in Vorpommern-Greifswald tätig: 44 Soldaten unterstützen als „helfende Hände“ und sechs weitere als medizinisch geschulte Fachkräfte, beispielsweise in Abstrichzentren. Zudem werde derzeit weiteres Bundeswehrpersonal zur Kontaktnachverfolgung geschult, hieß es am Dienstag.

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Vor vier Wochen noch keine Corona-Fälle gehabt

Vor rund vier Wochen sei der Landkreis noch corona-frei gewesen, sagte Landrat Sack. Seit einigen Tagen sei Vorpommern-Greifswald der am stärksten betroffene Landkreis. „Das zeigt, wie schnell sich die Lage ändern kann“, so der Landrat. Innerhalb kürzester Zeit habe die Corona-Welle ein Personalproblem im Gesundheitsamt Vorpommern-Greifswald mit sich gebracht. Die Mitarbeiter hätten diese Aufgabe nicht mehr bewältigen können. Es habe eine Überlastungssituation gegeben. Die Kontaktverfolgung sei eine unglaubliche Fleißarbeit. Für die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes sei ein Einsatz in einer solchen Krisensituation eine Herausforderung.

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Nun sei es daran, sich mit Blick nach vorn vorzubereiten. „Man weiß nicht, was kommt. Aber wir haben uns lieber gut vorbereitet und haben ausgebildetes Personal zur Verfügung, um gewappnet zu sein“, sagte Landrat Sack. Man müsse flexibel und schnell reagieren können, denn das sei es, was die Menschen in der Region schütze. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hatte gerade erst vor einem „diffusen Infektionsgeschehen” in Vorpommern gewarnt. Auch ein Signal in Richtung des CDU-Landeschefs und Spitzenkandidaten für die Landtagswahl?

Bundeswehr-Einsatz stellt sich auch auf andere Seuchen ein

Admiral Ulrich Reineke sagte, dass er davon ausgehe, dass der Einsatz der Bundeswehr im Zuge der Corona-Pandemie „noch weit bis ins Jahr 2021 hineingehen“ werde. Neben der Unterstützung in Gesundheitsämtern und Abstrichzentren komme dann noch die Hilfe bei der Impfung hinzu. Laut Brigadegeneral Kurczyk stelle sich die Bundeswehr zudem neben der Corona-Hilfe auf weitere große Einsätze im Land ein. Er nannte in diesem Zusammenhang den Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest oder die Vogelgrippe.

Nachtrag: Der Landkreis Vorpommern-Greifswald hat zur Unterstützung durch die Bundeswehr ein Video erstellt:

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Kommentare (1)

wurden durch Sack und Co. in den letzten Jahren massiv totgespart. Als Krisenmanager will Sack jetzt glänzen, indem er eigene Fehler ausbügelt. Toll!