Bauernverband UER

Landwirte haben kluge Tipps der Städter satt

Der Bauernverband Uecker-Randow hat seine Führungsspitze neu gewählt. Beim Bauerntag in Pasewalk wurde die Einheit des Berufsstandes beschworen .
Die Mitglieder des Bauernverbandes Uecker-Randow waren in zwei Wahlgängen aufgefordert, zuerst den neuen Vorstand und ans
Die Mitglieder des Bauernverbandes Uecker-Randow waren in zwei Wahlgängen aufgefordert, zuerst den neuen Vorstand und anschließend den neuen Vorsitzenden zu wählen. Fred Lucius
Der neue Verbandsvorsitzende: Emanuel Reim
Der neue Verbandsvorsitzende: Emanuel Reim Fred Lucius
Die 1. Stellvertreterin des Bauernverbandes, Gesine Jürgens (r.) aus Polzow, dankte der scheidenden Vorsitzenden Petra D&
Die 1. Stellvertreterin des Bauernverbandes, Gesine Jürgens (r.) aus Polzow, dankte der scheidenden Vorsitzenden Petra Döhler. Fred Lucius
Für den zuvor auf neun Personen festgelegten Vorstand kandidierten elf Mitglieder.
Für den zuvor auf neun Personen festgelegten Vorstand kandidierten elf Mitglieder. Fred Lucius
Die neue Spitze des Verbandes.
Die neue Spitze des Verbandes. Fred Lucius
Pasewalk

Generationswechsel an der Spitze des Bauernverbandes Uecker-Randow: Beim Bauerntag am Donnerstag in Pasewalk wurde der 33-jährige Emanuel Reim aus Ladenthin zum Nachfolger von Petra Döhler (56) aus Altwigshagen gewählt. Als einziger Kandidat für diesen Posten erhielt der Geschäftsführer der Agrar Schwennenz GmbH 50 von 53 Stimmen der Mitglieder.

Petra Döhler hatte zuvor angekündigt, nach acht Jahren an der Spitze des Regionalverbandes nicht mehr für den Vorsitz zu kandidieren. Überraschenderweise wurde die Geschäftsführerin der Alwi Agrar GmbH Altwigshagen aber nicht in den Vorstand gewählt, für den sie sich aufstellen ließ.

„Das ist ein ansprechendes und schönes Ergebnis. Mit dem Vorsitz übernehme ich eine nicht alltägliche Aufgabe“, kommentierte Emanuel Reim seine Wahl. Der Verband müsse sich als Interessenvertreter für konventionell wirtschaftende Betriebe ebenso einsetzen wie für Öko-Betriebe und Nebenerwerbslandwirte. „Wir brauchen alle Betriebe“, betonte Reim.

Zusammenarbeit mit „Land schafft Verbindung”

Die scheidende Vorsitzende Petra Döhler kritisierte Entscheidungen der Politik wie eine mit den Landwirten unabgesprochene Düngeverordnung, ein Insektenschutzprogramm ausschließlich zu Lasten der Betriebe und eine gewollte Weidehaltung mit unregulierten Zuwächsen an Wolfspopulationen. „Hinzu kommen die permanenten Schuldzuweisungen und die oberlehrerhaften Ratschläge von städtisch geprägten Klugscheißern, die ihren Lebensunterhalt nicht mit täglichem Kampf in einem Agrarbetrieb verdienen, und eine Politik, die schnell den Schuldigen im Klimastreit gefunden hat“, erklärte Petra Döhler. Es sei eine perfide Haltung, hierzulande Flächen umzunutzen, stillzulegen oder zu entwerten, um die Nahrung dann per Schiff aus den sensiblen Gebieten des abgeholzten Amazonas zu holen.

Zudem dürfe es eine Einteilung der Landwirte nicht geben. Die Politik versuche, Unstimmigkeiten unter Landwirten in Richtung „teile und herrsche“ auszunutzen. Ein Einteilen in gute, weil kleine Mitglieder, und schlechte, weil große oder industrielle Mitglieder, schade den Bauern immens.

Nach Angaben von Detlef Kurreck, Präsident des Landesbauernverbandes, gibt es im Land einen Schulterschluss und eine Zusammenarbeit mit der Initiative „Land schafft Verbindung”. Es sei damit gelungen, dass der Berufsstand mit einer Stimme spreche. Auch für die Zukunft habe man Unterstützung zugesagt. Der Verband habe zudem einen Fonds für zusätzliche Öffentlichkeitsarbeit aufgelegt.

In den neuen Vorstand des Bauernverbandes wurden gewählt: Susanne Ebert (Ferdinandshof), Sven Grumbach (Viereck), Anja Holke (Plöwen), Gesine Jürgens (Polzow), Bernd Klänhammer (Penkun), Emanuel Reim (Ladenthin), Steffen Walter (Brietzig), Horst Wendt (Krackow), Jacob von Hirschheydt (Krackow).

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