Erntezeit

Landwirte in der Uecker-Randow-Region sorgen sich um Technik

Mit dem Erntestart wächst bei Landwirten vor allem im Grenzraum die Angst vor einer neuen Diebstahl-Welle. Sie fordern eine bessere Polizeipräsenz in der Region.
Fred Lucius Fred Lucius
Landwirt Thomas Reim (links) von der Schwennenzer GbR Reim, Sperling, Gühlke erläutert Bauernverbands-Geschäftsführer Sven Saeger, welche Sicherheitsvorkehrungen der Betrieb an der Maschinenhalle und am Tanklager vorgenommen hat.
Landwirt Thomas Reim (links) von der Schwennenzer GbR Reim, Sperling, Gühlke erläutert Bauernverbands-Geschäftsführer Sven Saeger, welche Sicherheitsvorkehrungen der Betrieb an der Maschinenhalle und am Tanklager vorgenommen hat. Fred Lucius
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Uecker-Randow.

Der jüngste Diebstahl eines Radladers aus einem Agrarbetrieb in Sonnenberg hat Thomas Reim nicht überrascht. „Es passiert eigentlich immer wieder etwas. Einbrüche in Garagen etwa oder Diebstahl von Kommunaltechnik. Nur gibt es wie bei landwirtschaftlichen Großmaschinen darüber nicht immer öffentliche Mitteilungen“, sagt der Schwennenzer Landwirt von der GbR Reim, Sperling, Gühlke. Nach den großen Diebstahl-Wellen der vergangenen Jahre haben Thomas Reim zufolge die Landwirte „aufgerüstet“ und in Sicherheitstechnik investiert. So weit es gehe, würden Maschinen eingeschlossen und Computertechnik abgebaut.

Mit dem Erntestart seien aber nun wieder vermehrt landwirtschaftlich Maschinen und Geräte unterwegs. „Deshalb muss es auch eine gewisse Präsenz der Polizei geben. Aus unserer Sicht ist die noch zu verbessern“, sagt Reim, der auch Vorstandsmitglied des Bauernverbandes ist. Maschinen über Nacht auf dem Feld zu belassen, sei riskant. Der Landwirt räumt ein, dass die Politik heute Diebstähle in Agrarbetrieben anders bewertet als früher. Man sehe jetzt ein, dass dies keine Lappalien seien.

Auf zusätzliche Streifen verwiesen

Auch Bauernverbands-Geschäftsführer Sven Saeger wünscht sich eine stärkere Anwesenheit der Polizei im Grenzraum. „Andere Bundesländer bilden über Bedarf aus. Warum kann man dort keine Polizisten werben?“, fragt Saeger. Die Polizeischule in Güstrow muss aus seiner Sicht personell so ausgestattet werden, dass die angekündigten zusätzlichen Polizisten auch ausgebildet werden können. „Wenn ich höre, dass in Neubrandenburg und Umgebung am Wochenende nur zwei Streifenwagen unterwegs sind, ist das ein Witz“, sagt Sven Saeger.

„Die Bundespolizei ist hier in der Region an 365 Tagen jeweils 24 Stunden und damit rund um die Uhr im Einsatz. Dabei stellen wir die Überwachung des grenznahen Raumes zu Polen durch eine gezielte Binnengrenzfahndung sicher“, sagt auf Nachfrage Polizeihauptkommissarin Manina Puck, Sprecherin der Bundespolizeiinspektion Pasewalk. Ein Beleg für die Präsenz seien unter anderem die zahlreichen Feststellungen und Sicherstellungen von Stehlgut sowie die wichtigen Fahndungserfolge.

André Chappuzeau, Erster Polizeihauptkommissar und Leiter des Polizeihauptreviers Pasewalk, verweist auf die zusätzlichen Kräfte, die das Pasewalker Revier bei der Arbeit im Grenzraum unterstützen. Das seien Beamte der Bereitschaftspolizei, die hier regelmäßig auf Streife unterwegs sind, Kräfte des zusätzlichen Einsatzzuges aus Anklam und Beamte aus Rostock und Schwerin.

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Kommentare (1)

Ein Hochspannungszaun bauen, auch an der Grenze