Industrie

Laufen bald vietnamesische E-Autos in MV vom Band?

Mit der Ansiedlung von Topregal und Birkenstock hat der Industriepark Berlin-Stettin jetzt schon Erfolge gefeiert. Der nächste große Deal könnte mit VinFast ins Haus stehen.
Werden bald solche Autos in Vorpommern gebaut? Im Januar hatte das vietnamesische Auto-Start-up VinFast auf der Technik-Messe CES in Las Vegas sein Modell VF7 vorgestellt. Der Marktstart des Elektrofahrzeugs wird für 2023 angepeilt. Das vietnamesische Unternehmen Vinfast lässt derzeit in den USA eine milliardenschwere Autofabrik errichten. Eine weitere ist in Deutschland geplant. Mit dem Industriestandort Berlin-Szczecin bewirbt sich jetzt Mecklenburg-Vorpommern um de Großinvestor.
Werden bald Autos mit diesem Firmenlogo in Vorpommern gebaut? Im Januar hatte das vietnamesische Auto-Start-up VinFast auf der Technik-Messe CES in Las Vegas seine E-Autos vorgestellt. Der Autokonzern lässt derzeit in den USA eine milliardenschwere Autofabrik errichten. Eine weitere ist in Deutschland geplant. Mit dem Industriestandort Berlin-Szczecin bewirbt sich jetzt Mecklenburg-Vorpommern um de Großinvestor. (Foto: Uli Deck)

In Vorpommern setzt man auf den nächsten großen Industrie-Deal. Unternehmer und Politik werben um den Autokonzern VinFast, der in Deutschland ein milliardenschweres Werk plant.

Der vietnamesische Autokonzern VinFast will in Deutschland ein hochmodernes Werk zur Produktion von Elektroautos errichten, und ein Standortkandidat ist offenbar die Stadt Pasewalk.

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Verbindungen zwischen Usedom und Vietnam

„Wir sind mit wichtigen Partnern in Vietnam im Gespräch, und glauben, dass der Standort Berlin-Szczecin sehr gute Chancen für die erste Ansiedlung eines Großinvestors im Nordosten Deutschlands hat“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes Vorpommern, Stefan Rudolph (CDU), dem Nordkurier. Der 59-Jährige war viele Jahr lang Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern, verfügt in dem asiatischen Land über exzellente Kontakte und weilte erst kürzlich wieder in Vietnam.

Investition für drei Milliarden Euro geplant

Seinen Angaben zufolge will der erst 2017 gegründete Automobil- und Elektromotorrad-Hersteller für rund drei Milliarden US-Dollar in Deutschland ein hochautomatisiertes Werk mit mehreren Tausend Arbeitsplätzen errichten. VinFast produziert derzeit in der vietnamesischen Hafenstadt Hải Phòng eine E-Auto-Flotte vom Mini-SUV bis zum Familien-Van VF 9. Ähnlich wie in der Tesla-Gigafactory im brandenburgischen Grünheide will der asiatische Neueinsteiger in Deutschland Fahrzeuge für den europäischen Markt produzieren.

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Konkurrenz mit Thüringen

Eine weitere Fabrik wird bereits für vier Milliarden US-Dollar in Lee County im US-Bundesstaat North Carolina errichtet und soll ab 2025 für den amerikanischen Markt produzieren. VinFast-Chefin Le Thi Thu Thuy hatte erst zu Jahresbeginn mitgeteilt, man müsse nah am Markt produzieren, um die Kunden zu überzeugen. Als weiterer aussichtsreicher deutscher Kandidat gilt Thüringen mit dem ehemaligen Opel-Werk in Eisenach.

Eine Entscheidung soll noch in diesem Jahr fallen. Die Bewerbung sei inzwischen mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) abgestimmt worden, die das Vorhaben persönlich unterstützen wolle, sagte der Präsident des Unternehmerverbandes Vorpommern, Gerold Jürgens.

 

Bislang ging MV im Rennen um Großinvestoren immer leer aus

Mecklenburg-Vorpommern hatte sich bislang erfolglos um die Ansiedlung eines Großunternehmens beworben. Ende der 1990er Jahre war eine Bewerbung für die Produktion des Großraumflugzeuges Airbus A380 gescheitert.

Auch die Träume zur Ansiedlung eines BMW-Werkes hatten sich nicht erfüllt, ebenso wie für die Tesla-Fabrik, für die auch Mecklenburg-Vorpommern im Gespräch war. Zuletzt verlor Mecklenburg-Vorpommern im März dieses Jahres den Wettbewerb um eine 17 Milliarden Euro teure Intel-Chipfabrik zugunsten von Magdeburg.

Ralph Sommer

r.sommer@nordkurier.de
Korrespondent
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