DENKMAL FÜR ERMORDETE JUDEN

Letzte Stolpersteine in Pasewalk verlegt

Pasewalk war die erste Stadt in Vorpommern, die vor elf Jahren Stolpersteine verlegte. Jetzt beendet die Stadt diese Aktion als erste. Und hat damit allen von den Nazis ermordeten Juden aus Pasewalk ein Denkmal gesetzt.
Bildhauer Gunter Demnig (rechts) verlegt die letzten Stolpersteine in Pasewalk.
Bildhauer Gunter Demnig (rechts) verlegt die letzten Stolpersteine in Pasewalk. Angela Stegemann
Dort, wo das Haus von Harry Jacobsohn am Markt stand, gab Dr. Egon Krüger (Zweiter von rechts) beim ersten Stolperstein Erläuterungen.
Dort, wo das Haus von Harry Jacobsohn am Markt stand, gab Dr. Egon Krüger (Zweiter von rechts) beim ersten Stolperstein Erläuterungen. Angela Stegemann
An jedem Stolperstein gab es Rosen zum Gedenken.
An jedem Stolperstein gab es Rosen zum Gedenken. Angela Stegemann
Pasewalk.

Dass Orte, in denen einst viele Menschen jüdischen Glaubens lebten, für jedes namentlich bekannte Opfer der Nazis einen Stolperstein verlegen, hat Gunter Demnig noch nicht oft erlebt. "Es gibt ja auch Orte, in denen ich nur einen Stolperstein verlegt habe", sagt der Kölner Bildhauer und Erfinder der Stolperstein-Aktion. In Pasewalk hingegen war er seit 2005 nun schon zum elften Mal. Dabei ging es nicht immer reibungslos zu: Eine Veranstaltung im vergangenen Jahr wurde von der Polizei aufgelöst. Nun aber gibt es für alle jüdischen Familien, die damals in der Stadt lebten, einen Ort der Erinnerung.

Wer den heute 68-Jährigen Demnig beim Verlegen der Stolpersteine beobachtet, merkt schnell, dass es für ihn keine Routine ist. Auch wenn er mittlerweile bereits rund 50.000 Messing-Gedenkplatten in Deutschland und 20 weiteren Ländern verlegt hat.

Der letzte Stein für Adolf Lewin

Es waren so viele Pasewalker wie nie, die sich am Montag zum Einweihen und Gedenken versammelten. Als der letzte Stein für Adolf Lewin, im Alter von 16 Jahren im KZ ermordet, eingeweiht wird, ist es Zeit, Bilanz zu ziehen. "Diese Menschen mussten sterben, nur weil sie einen anderen Glauben hatten. Wir sollten aufpassen, dass so etwas nie wieder passiert", mahnt Egon Krüger. Die Stolpersteine sorgen dafür, dass kein Name vergessen wird. Nun soll beispielsweise nach Schulklassen gesucht werden, die das regelmäßige Polieren der Plaketten übernehmen.

 

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