WINDKRAFT PENKUN

Letzter Tag für Windfeld-Unterlagen

Während Hamburgs alter und sicher auch neuer Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) für noch mehr Windkraftanlagen in MV wirbt, formiert sich hier der Widerstand. Mobil macht die neue Bürgerinitiative Penkun.
Bürger aus der Penkuner Region demonstrierten im Dezember während der Tagung des Planungsausschusses gegen den gepla
Bürger aus der Penkuner Region demonstrierten im Dezember während der Tagung des Planungsausschusses gegen den geplanten Windpark bei Penkun. Rainer Marten
Penkun.

Es ist ein Thema, mit dem Politiker in den großen Städten Punkte sammeln: Windkraft. Das gilt auch für Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), dessen Partei bei den Wahlen am Wochenende zwar Stimmen einbüßte, trotzdem eine Punktlandung schaffte. Tschentscher setzte im Wahlkampf auch auf das grüne Thema Windkraft. Er forderte mehr Windräder in Mecklenburg-Vorpommern.

Im betroffenen ländlichen Raum MVs sieht es dagegen ganz anders aus. Hier formieren sich Initiativen gegen die weitere „Verspargelung“ der Landschaft. Die Hauptakteure der Penkuner Bürgerinitiative (BIP) konnten sich bei ihrer Zusammenkunft in der Gaststätte „Greif“ über eine Verdoppelung der Teilnehmerzahlen freuen. Penkuner, Büssower und Brüssower diskutierten, wie sie die geplanten 17 mehr als 240 Meter hohen Anlagen im Penkuner Raum noch verhindern können. Auch wenn die jeweiligen Stadtvertreter Anfang Januar ihr Einvernehmen zu dem geplanten Windfeld Grünberg und den Windkraftanlagen im Bereich Tantow und Mescherin in Brandenburg mehrheitlich versagt haben – das Misstrauen der Bürgerinitiative gegenüber den Kommunalpolitikern sitzt tief: Es fehle noch immer der echte politische Druck gegen die Anlagen im Penkuner Stadtgebiet, verdeutlichte Heinz Timm, Mitbegründer der Bürgerinitiative Penkun und ihr 1. Vorsitzender.

In der Runde ging es erneut um die möglichen gesundheitlichen Auswirkungen der Anlagen auf die Bürger. Timm, den Penkunern vor allem als Mediziner bekannt, ging erneut auf seine Untersuchungen zu den möglichen Folgen der Anlagen ein. Ein Drittel der Einwohner Büssows leide unter dem Schönfelder Gebiet, sagte er. Auf das geplante Windfeld bei Penkun eingehend, sagte Timm, noch bis Dienstag (25. Februar), 18 Uhr, würden die Antragsunterlagen der zwei Windanlagenbauer im Amt Löcknitz-Penkun zur Einsichtnahme und für Stellungnahmen ausliegen. Am Montag informierte Timm darüber hinaus über eine neue Erkenntnis: Ohne Wissen der Penkuner würden im Amt Löcknitz Listen des Staatlichen Amtes als Genehmigungsbehörde ausliegen, in die sich die Gegner des Windparkprojektes Penkun eintragen sollen. „Laut Aussage von Herrn Stahl, dem Leiter des Bauamtes, soll anhand der Anzahl der Einträge darüber entschieden werden, ob überhaupt die avisierte Erörterung am 10. Juni in ‚Günters Bierstübchen‘ stattfinden soll“, so Timm. Da er diese Information in keinen amtlichen Mitteilungen gefunden habe, bezeichnete er die Listen als „Coup des Windenergiekartells“. Aus seiner Sicht sollten sich die Einwohner dort unbedingt eintragen, damit die Anhörung vor Ort passiere.

Die Mitglieder der Initiative verlangten unter anderem erneut Aufklärung, in welchem Maße der Infraschall Auswirkungen auf den Menschen hat. Nicht ausreichend aufgeklärt fühlen sie sich, wenn die Naben der Windkraftanlagen brennen und aufgrund der Höhe nicht gelöscht werden können. Letzter Termin für die schriftlichen Stellungnahmen sei der 26. März 2020.

Die nächste Zusammenkunft der Initiative ist am 19. März um 19 Uhr in der Gaststätte „Greif“.

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