INSOLVENZ

Lila Bäcker kann mit Millionen-Bürgschaft von MV rechnen

Mecklenburg-Vorpommern zeigt sich grundsätzlich bereit, eine Millionen-Bürgschaft für den insolventen Lila Bäcker zu übernehmen. Es müssen aber Bedingungen erfüllt sein.
dpa
Die Bäckereikette „Lila Bäcker” muss ein Insolvenzkonzept vorlegen (Symbolbild).
Die Bäckereikette „Lila Bäcker” muss ein Insolvenzkonzept vorlegen (Symbolbild). Stefan Sauer
Pasewalk.

Die insolvente Backwaren-Kette Lila Bäcker (Pasewalk) kann mit einer Millionen-Bürgschaft des Landes rechnen. Es gebe eine grundsätzliche Zustimmung, doch es müssten Bedingungen erfüllt sein, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums am Montag in Schwerin.

Demnach geht es um einen Bankkredit in Höhe von zehn Millionen Euro, der zu 80 Prozent vom Land verbürgt werden soll. Die wichtigste Bedingung sei, dass das Insolvenzkonzept die Zustimmung des Landes finde, sagte der Sprecher. Entscheiden werde der Bürgschaftsausschuss.

Die Firma hatte Anfang 2019 Insolvenz angemeldet, damals noch mit etwa 2500 Mitarbeitern. Über mehrere Etappen wurden rund ein Drittel der 400 Filialen sowie Produktionen in Gägelow bei Wismar und Dahlewitz bei Berlin aufgegeben. Als Käufer und Investoren wurden zwei Banken ausgewählt. Laut NDR schreibt das Unternehmen mit jetzt 2180 Mitarbeitern wieder schwarze Zahlen. Am 12. August ist eine Gläubigerversammlung in Neubrandenburg geplant.

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Kommentare (4)

Sowas kann es doch nicht geben. Jetzt wird wieder ein großer Konzern gerettet mit Steuergeldern, nur weil er nicht wirtschaftlich arbeiten kann. Diese Bürgschaften gibt es auch nicht für kleine Bäckereien. Wenn die Produkte von Lila Bäcker nicht gut sind, und das sind sie wirklich nicht, werden auch Milliarden nicht helfen. Eine Insolvenz soll und muss auch den Markt bereinigen. Sonst haben kleine ehrliche Bäcker keine Chance.

Da stimme ich zu. Besonders der Lila Bäcker hat in den letzten Jahren eine enormen aggressive Expansionspolitik betrieben, indem er sich in unmittelbarer Nähe von kleinen Bäckereien angesiedelt hat und Verluste in Kauf genommen hat, bis die kleinen aufgeben mussten.
Leider stehen viele Leute auf Chichi und Rabatt Karten. Die Produkte sind nicht per se schlecht, aber auch nicht in der Qualität, wie bei vielen handwerklichen Betrieben.
Es stellt sich auch die Frage, wie nachhaltig so eine Rettung ist. Und ob sie nicht am Ende, wertvolle Gelder zu Investoren umleitet, die das Geld nicht in Deutschland Reinvestieren und eventuelle spätere Gewinne, hier auch versteuern...

Die investierenden Banken, die im Artikel erwähnt werden, sind die schwedische SEB und die holländische NIBC.

Wer diese kette kennt gibt doch keinen cent als kredit. Wer weiß wie man wieder unter der hand beziehung geknüpft hat. Die waren sind total für die verkaufte qualität überzogen. Ich kaufe meine brötchen und brote bei meinem bäcker des vertrauens, wo nicht nur chemie den geschmack bestimmt, sondern das handwerk in all seinen traditionellen facetten.