AMTSGERICHT NEUBRANDENBURG

Lila Bäcker lässt Insolvenz hinter sich

Die Bäckereikette ist ihre Schulden los und startet neu. Dafür hat man das Unternehmen in den zurückliegenden Monaten umgebaut und auch noch weitere Pläne.
Die Bäckereikette Lila Bäcker lässt das Insolvenzverfahren hinter sich.
Die Bäckereikette Lila Bäcker lässt das Insolvenzverfahren hinter sich. Stefan Sauer
Pasewalk.

Die Bäckereikette Lila Bäcker ist gerettet und kann schuldenbefreit neu starten. Das Amtsgericht Neubrandenburg hat am Montag das Insolvenzverfahren aufgehoben, wie das Unternehmen mit Hauptsitz in Pasewalk (Landkreis Vorpommern-Greifswald) mitteilte. Die Bäckereikette könne jetzt mit einer neuen Gesellschaftsstruktur und einer ausreichenden Kapitalbasis arbeiten. Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben 2180 Mitarbeiter und betreibt 270 Filialen. Der Lila Bäcker hatte im Januar Insolvenzantrag gestellt.

„Wir sind froh, als Unternehmen diese Krise überlebt zu haben und eine zweite Chance zu erhalten“, erklärte die Geschäftsführerin der Unser Heimatbäcker GmbH, Viola Kaluza. Der Großteil der Arbeitsplätze und Filialen sei gerettet worden. Das Unternehmen sei saniert und entschuldet worden. Nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens könne das Management wieder selbstständig und uneingeschränkt handeln.

Künftig soll sich der Lila Bäcker in drei Geschäftsbereiche gliedern, erklärte Kaluza. Die Unser Heimatbäcker GmbH produziere Brot und Brötchen in Pasewalk und betreibe die Filialen. Eine neu gegründete Gesellschaft stelle Backwaren und Kuchen in Neubrandenburg her und verantworte das Geschäft mit Großkunden. Eine ebenfalls neu gegründete Gesellschaft führe alle Logistikleistungen zusammen.

Bürgschaft von der Landesregierung

Die Landesregierung hatte dem Unternehmen Ende August eine Bürgschaft gewährt. Ein Bankkredit in Höhe zu zehn Millionen Euro wird zu 80 Prozent vom Land Mecklenburg-Vorpommern abgesichert. „Auch wenn die weitere Sanierung noch ein harter Weg sein wird, hat das Unternehmen mit der Aufhebung des Insolvenzverfahrens einen wichtigen Schritt vollzogen und kann neu starten,“ teilten Insolvenzverwalter Torsten Martini von der Kanzlei Leonhardt Rattunde und Geschäftsführer Jan Markus Plathner mit.

Die Insolvenz des Lila Bäcker, der zu den größten Bäckereiketten in Deutschland zählt, sei auch eine Folge der strukturellen Veränderungen und der Konsolidierung des deutschen Bäckereimarktes. Allein in diesem Jahr hätten bereits zahlreiche Bäckereien und Filialisten ihr Geschäft aufgeben müssen. „Das glückliche Ende der Insolvenz ist also keineswegs selbstverständlich”, betonten beide Rechtsanwälte.

Hauptsitz soll in den Raum Neubrandenburg verlegt werden

Kaluza, die seit Oktober 2018 Geschäftsführerin ist und den Restrukturierungs- und Sanierungsprozess während der Insolvenz begleitet hat, wird die Geschäfte künftig allein leiten, hieß es weiter. Stefan Blaschak werde das Unternehmen hingegen nach 19 Monaten an der Spitze verlassen. Der Hauptsitz soll von Pasewalk in den Raum Neubrandenburg verlegt werden.

Im Zuge der Sanierung seien 160 betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen worden, erklärte Personalleiter Ronny Rose. Einige Hundert Mitarbeiter hätte auch selbst während der Insolvenz gekündigt. Insgesamt seien rund 500 Stellen abgebaut worden. „In einigen Filialen suchen wir bereits wieder Mitarbeiter”, sagte Rose.

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