KEIN NACHFOLGER IN SICHT

Löcknitzer Ärztin schließt Praxis

In Löcknitz und der näheren Umgebung wächst die Sorge um die zukünftige ärztliche Versorgung. Die Diplom-Medizinerin Heidrun Körk schließt im März ihre Praxis.
Das Wartezimmer von Heidrun Körk in Löcknitz bleibt ab März leer. Denn die Haus- und Kinderärztin schlie&s
Das Wartezimmer von Heidrun Körk in Löcknitz bleibt ab März leer. Denn die Haus- und Kinderärztin schließt ihre Praxis in der Straße Zum Wasserturm. Wo die Patienten dann betreut werden, ist unklar. Daniel Karmann
Löcknitz.

Im März ist Schluss. Dann wird Diplom-Medizinerin Heidrun Körk ihre Praxis in Löcknitz schließen. „Eigentlich wollte ich schon Ende Dezember aufhören, die Schließung habe ich dann noch einmal verschoben“, sagt die Hausärztin und Fachärztin für Kinderheilkunde. Sie habe bis vor wenigen Tagen noch gehofft, dass ein polnischer Arzt die Praxis übernimmt. Doch dieser sei abgesprungen.

Löcknitzer und Bewohner umliegender Orte sorgen sich nun um die zukünftige ärztliche Versorgung. „Viele haben keinen Hausarzt mehr und wissen auch nicht wohin, da viele Ärzte keine Patienten mehr nehmen. Gerade für Ältere ist die Situation nicht tragbar“, schreibt ein Nordkurier-Leser.

Heidrun Körk hat nach eigenen Worten etwa eineinhalb Jahre nach einem Nachfolger gesucht – vergebens. „Mir tut es vor allem um die rund 100 Hauspatienten leid“, sagt die 64-Jährige. Insgesamt würden die Patienten ihre Entscheidung aber verstehen, in den Ruhestand zu gehen.

Das Problem sei lange ignoriert worden

Jürgen Pommerenke, Facharzt für Allgemeinmedizin in Rollwitz und Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung in der Region, hat keine Antwort auf die Frage, wo die Patienten nun unterkommen. „Das ist ein großes Problem. Der Mangel an Ärzten wird immer größer. Es gibt Bemühungen, aber bislang keine Lösung“, sagt Pommerenke. Von dem Aus der Körk-Praxis seien auch die Bewohner des Schwerstbehindertenheims Hanna Simeon in Boock betroffen.

Jürgen Pommerenke zufolge sind viele seiner Kollegen in der Region älter als 60 Jahre. „Geht hier in fünf Jahren das Licht aus?“, fragt der Diplom-Mediziner. Das Problem fehlender Ärzte in ländlichen Regionen sei lange nicht wahr- und ernst genommen worden. Die Wirklichkeit sehe anders aus als von der Bundesregierung dargestellt. Junge Ärzte seien heute selten bereit, als Hausarzt auf dem Land zu arbeiten.

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