Fördermittel übergeben
Maroder Glockenstuhl in Pampow weicht einem Neubau

Landesjustizministerin Katy Hoffmeister (CDU, im Vordergrund) überbrachte den Förderbescheid zur Sanierung des Pampower Glockenstuhls. Das Geld stammt aus dem Kirchensanierungsfonds des Landes.
Landesjustizministerin Katy Hoffmeister (CDU, im Vordergrund) überbrachte den Förderbescheid zur Sanierung des Pampower Glockenstuhls. Das Geld stammt aus dem Kirchensanierungsfonds des Landes.
Rainer Marten

In Pampow werden in Kürze drei Projekte umgesetzt. Der Bau eines neuen Glockenstuhls, die Sanierung des Kriegerdenkmals und der Abriss eines DDR-Plattenbaus mit einst zwölf Wohnungen. Sogar die Gelder dafür sind weitgehend vorhanden.

Pampow. Im wahrsten Sinne des Wortes ist da der Wurm drin! Gemeint sind die vier Standbeine des frei stehenden Glockenstuhls auf dem Friedhof in Pampow. Die Würmer haben es sich besonders in den Balken in Bodennähe schmecken lassen – und das über Jahrzehnte. „Die Standsicherheit des Glockenstuhls ist nicht mehr gegeben; es war nur noch eine Frage der Zeit, bis wir die Glocke hätten abhängen müssen“, sagt Blankensees Bürgermeister Stefan Müller. Pampow ist ein Ortsteil dieser Gemeinde.

Im vergangenen Jahr reifte in der Gemeinde die Idee für einen kompletten Neubau. Angesichts der hohen Kosten – der neue Glockenstuhl kostet etwa 13 500 Euro – stellte die Gemeinde einen Förderantrag an das Land, um für das Projekt Mittel aus dem Kirchensanierungsfonds MV zu erhalten. Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) ließ es sich nicht nehmen, die 90-prozentige Förderung (11 315 Euro) im Beisein von Landtagsvizepräsidentin Beate Schlupp (CDU) persönlich zu überbringen.

Und warum gibt es keine Kirche im Ort?

Vor Ort erfuhren die Landespolitikerinnen dann auch, warum es in Pampow weder eine Kirche noch einen Kirchturm gibt. Der Ort gehörte zusammen mit Blankensee bis 1945 zur Stolzenburg (heute Stolec). Stolzenburg war ein eigenständiges Kirchspiel, in das die Filialkirche Blankensee und die Orte Eichfeuer, der Ausbau von Entepöl, Pampow und die Stolzenburger Glashütte eingepfarrt waren. Mit der Grenzziehung wurde Stolzenburg katholisch; die dortige Kirche wurde entschädigungslos zugunsten der polnischen katholischen Kirche enteignet.

Die Lösung für Pampow bestand im Bau einer eigenen Feierhalle für Bestattungen und des frei stehenden Glockenstuhls. Die Glocke traf 1962 ein. Sie wurde in Apolda gegossen. „Der Glockenstuhl stand allerdings bis 1999 am Pfarrhaus“, erzählte während der Fördermittelübergabe Christian Wittkopf. „Damals wurde das Pfarrhaus verkauft, und in einer Nacht- und Nebelaktion mussten Glockenstuhl und Glocke umgestellt werden. Alles wurde zusammen mit den Fundamenten bewegt; zwei Wochen haben wir dafür gebraucht.“ Schon damals habe es geheißen, der Glockenstuhl mache nicht mehr lange. Aber 20 Jahre sind dann doch noch ins Land gegangen. Nach Vorstellungen von Bürgermeister Müller soll der neue Glockenstuhl spätestens am 30. September stehen.