INVESTITION ABGELEHT

Mini-Gewerbegebiet in Linken gekippt

Weil sich zwei Gemeindevertreter enthielten, stoppt die Idee eines Mini-Gewerbegebietes vor dem Grenzübergang Linken. Was war geplant?
Gemeindevertreter Torsten Kind (Wir in Ramin) zeigt die Auffahrt, die zwischen den Häusern in Linken zu dem kleinen Gewer
Gemeindevertreter Torsten Kind (Wir in Ramin) zeigt die Auffahrt, die zwischen den Häusern in Linken zu dem kleinen Gewerbegebiet führen sollte. „Der Weg hätte die Anwohner direkt betroffen“, nennt er einen der Gründe für die Ablehnung des Projektes durch seine Fraktion. Rainer Marten
Bismark.

Die Gemeindevertretung von Ramin (Vorpommern-Greifswald) hat gegen den Bebauungsplan Nummer 3 „Gewerbegebiet Linken der Gemeinde Ramin“ gestimmt. Der sah vor, dass auf einem gerade einmal einen Hektar großen Gebiet auf einer Fläche vor dem Grenzübergang Linken eine riesige Halle für einen Online-Shop errichtet werden sollte, wofür es einen Investor gab. Der in den vergangenen eineinhalb Jahren erarbeitete Entwurf sollte beschlossen und anschließend öffentlich ausgelegt werden. Während Mitglieder der CDU-Fraktion, darunter auch Bürgermeister Reinhart Retzlaff, die Investition begrüßten, äußerten die vier Vertreter der Fraktion „Wir in Ramin“ Bedenken. Diese stimmten dann auch gegen das Vorhaben, drei Gemeindevertreter waren dafür, zwei enthielten sich. Die Enthaltungen kamen aus den CDU-Reihen, so dass das Projekt kippte.

Knackpunkt unter anderem der Straßenbau

Ramins Bürgermeister Reinhart Retzlaff (CDU-Fraktion) war enttäuscht. „Wenn sich das herumspricht, dann bleiben Investoren unserer Gemeinde künftig fern“, sagte er. Fraktionsmitglied Torsten Kind, selbst in Linken wohnend, trug noch bei einem Vor-Ort-Termin die Bedenken zusammen: Erreichbar wäre das Ein-Hektar-Gebiet nur über Linkens aktuell 4,60 Meter breite Dorfstraße. „Das Straßenbauamt hat deshalb gefordert, dass die Straße aufgeweitet wird, damit zwei Lastkraftwagen im Gegenverkehr aneinander vorbei fahren können“, sagte er. Der Entwurf des städtebaulichen Vertrages mit dem Investor würde allerdings die Kostenübernahme für den Straßenbau nicht eindeutig regeln. „Im Städtebaulichen Vertrag fehlt die genaue Beschreibung der notwendigen Arbeiten an der Zufahrt, inklusive Straßenbeleuchtung, Gehweg, Leitungen, Wasser- und Abwasser und Bepflanzungen. Spätere Unterhaltungsarbeiten sind nicht geklärt“, so Kind. Die Perspektive für den Ort Linken als Wohngebiet und für Tourismus würde mit dem angrenzenden Gewerbegebiet nachteilig beeinflusst. Für etwa einhundert Meter Straße ein- oder zweihunderttausend Euro aus der Gemeindekasse einsetzen, hält er für unverantwortlich. Ein Vorschlag von Christian Gärtner (CDU), den Investor anzuhören, fand kein Gehör.

Torsten Kind sagte nach der Abstimmung: „Wir haben mit unseren Argumenten überzeugt – erstmals auch Vertreter der CDU.“ Ganz anders indes Bürgermeister Retzlaff: „Ich bin enttäuscht. In der Fraktionssitzung fiel das Ergebnis anders aus“, sagte Retzlaff. Er will jetzt Kontakt mit dem Investor und den Planern aufnehmen. Es geht um neue Wege, sagte er.

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