KOSTEN DER UNTERKUNFT

Müssen die Ärmsten auf die Dörfer ziehen?

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald lässt neue Daten für die Berechnung der Kosten der Unterkunft erheben. Können sich Bedürftige künftig nur noch Wohnungen auf den Dörfern leisten?
In unsanierten Wohnblöcken wie hier in Storkow ist die Miete am günstigsten. Werden hier künftig nur noch Hartz IV-Empfänger wohnen?
In unsanierten Wohnblöcken wie hier in Storkow ist die Miete am günstigsten. Werden hier künftig nur noch Hartz IV-Empfänger wohnen? Archiv
Pasewalk.

Werden Hartz-IV-Empfänger demnächst auf Dörfer verteilt? Der Landkreis Vorpommern-Greifswald erhebt derzeit neue Daten in Bezug auf die sogenannten Kosten der Unterkunft. So werden allgemein die Zahlungen von Miete und Betriebskosten für die wohnungsmäßige Unterbringung von bedürftigen Menschen bezeichnet, die diese selbst nicht leisten können.

Dann muss der Kreis einspringen, und im Etat von Vorpommern-Greifswald ist dies mit rund 50 Millionen Euro der größte Posten. Die gegenwärtig laufende Datenerhebung ist gesetzlich vorgeschrieben, denn innerhalb von vier Jahren sind auch die Wohnungskosten gestiegen.

Mieten in Städten höher als auf Dörfern

Was werden die neuen Daten den Bedürftigen bringen? Auf den ersten Blick sollten sie davon profitieren, da die Berechnungsgrößen durch Preissteigerungen in den vergangenen vier Jahren angehoben werden.

Doch Norbert Raulin, Geschäftsführer der Ueckermünder Wohnungsbaugesellschaft und Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, sieht eine Gefahr. Vornehmlich in den Städten würden sich Mieten und Betriebskosten meist auf höherem Niveau bewegen als in vielen Dörfern, in denen dann mitunter auch so einige Wohnungen ungenutzt sind. Raulin befürchtet, dass dieser Kostenunterschied dann die Jobcenter veranlasst, ihre Klienten zunehmend in die „billigeren“ Dörfer umziehen zu lassen.

Ob das tatsächlich so geschehen wird, zeigt sich frühestens im November. Dann soll die Datenerhebung abgeschlossen sein.

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Kommentare (6)

Super, da geht's schon wieder los, vor der Wahl , Harz 4 Erhöhung, nach der Wahl Degradierung.
Wie sollen sich die Menschen denn versorgen. Kaum ,bzw keine Einkaufsmöglichkeiten, Busverbindungen fast nicht vorhanden, ein , zweimal die Woche.
Liste lässt sich fortsetzen.
Oder wollen die Kommunen in VG, lieber an Asylbewerber vermieten, weil es da mehr Geld vom Staat gibt?
Die Menschen die Harz 4 beziehen und schon immer auf dem Land wohnen, haben meistens jedenfalls, Garten, Kleintierhaltung etc.
Aber jemand, der zwangsumgesiedelt wird aus der Stadt aufs Land hat ausser seinen drei Zimmern nichts, von kulturellen Möglichkeiten ganz zu schweigen. Wenn jemand freiwillig macht, okay.

Welche rechtliche Grundlage gibt es, Bürger wegen Hartz-IV ins Nirwana zwangsumzusiedeln? Man kann das auch als Ghettoisierung bezeichnen. Die betroffenen Dörfer freuen sich schon auf die neuen Bewohner. In den Städten ist dies übrigens schon Praxis. Einzelne Wohnblöcke werden für das Prekariat "hergerichtet" (vergammeln lassen). Früher gab es mal den Bau von Sozialwohnungen. Damals, als die Welt noch in Ordnung war und der Staat auch für Hilfebedürftige da war.

[Kommentar gelöscht, bitte halten Sie sich an unsere Netiquette, d. Red.]

Damit sich die Flüchtlinge sich in der Stadt gleich neben NETTO einquartieren können, schönes Deutschland

Flüchtlinge haben hierzulande keine freie Wahl der Unterkunft sondern bekommen diese von der Gemeinde zugewiesen.

dieser in diesem Artikel angeschnittene Sachverhalt sind politisch haus gemachte Probleme in D. und müssen aufs schärfste kritisiert werden - ebenso die Gedankenspiele und Ansätze zur Lebensarbeitszeit bis 77 - was für ein bodenloser Zynismus - was haben wir Merkel und Co zu verdanken - was - nichts außer Spesen, Schulden open end und massiv angestiegene Kriminalität (int. Sicherheitsranking) im Grenzverkehr und innerhalb des Staates, .... - und D könnte es wirklich gut gehen unter einer umsichtigen Regierung und D Probleme von heute wären nur ein böser Traum und keine Realität - lieber NK bitte ein bisschen mehr Kreuz und Protest gegen Merkels schlechte Politik