Der Sturm am Montagmorgen hat das Bellinger Storchennest vom Schornstein geweht.
Der Sturm am Montagmorgen hat das Bellinger Storchennest vom Schornstein geweht. Susanne Böhm
Es ist kaum zu erkennen, dass dieser Berg Reisig mal ein Storchennest war.
Es ist kaum zu erkennen, dass dieser Berg Reisig mal ein Storchennest war. Susanne Böhm
Am Fuße des Schornsteins liegt auch eine tote Maus. Ob diese mit dem Nest vom Schornstein fiel, ist unklar.
Am Fuße des Schornsteins liegt auch eine tote Maus. Ob diese mit dem Nest vom Schornstein fiel, ist unklar. Susanne Böhm
Artenschutz

Nest abgestürzt – Sorge um Störche von Belling

Ein Sturm hat das Nest der Störche in Belling vom Schornstein geweht. Schon bald kommen die Vögel aus ihrem Winterquartier zurück. Das Problem ist schon in Arbeit.
Belling

Der Sturm am Montagmorgen hat das Storchennest in Belling von seinem Schornstein heruntergeweht. Als Stephan Radtke aus Sandförde mit seiner Tochter wie fast jeden Tag an dem Turm vorbeifuhr, fiel beiden sofort auf, dass etwas fehlt.

„Meine Tochter freut sich immer sehr über die Störche, darum gucken wir eigentlich immer zum Nest hoch, auch wenn die Vögel nicht da sind.“ Am Montag war der Horst plötzlich weg. „Und das, wo die Störche jetzt bald zurückkommen.“ Er sei in Sorge.

Das muss er nicht, versicherte Jens Krüger vom Storchenhof Papendorf am Mittwoch. Er kümmere sich darum. „Wir bauen ein neues Gestell, ein neues Nest, das jahrzehntelang hält.“ Erste Schritte habe er schon unternommen. Schließlich handele es sich um den Brutplatz einer bedrohten Tierart. Das Nest müsse unverzüglich wiederhergestellt werden.

Feuerwehr und Polizei werden ins Boot geholt

„Wir fahren mit einer Hebebühne hoch, messen alles aus und schauen, ob oben am Schornsteinkopf auch etwas repariert werden muss.“ Danach werde eine passgenaue Horstunterlage aus Stahl angefertigt, die dann fest auf dem Turm installiert wird.

Das mache er nicht allein, hole sich Helfer ins Boot. „Zur Montage benötigen wir vermutlich Hilfe von der Freiwilligen Feuerwehr Pasewalk mit der Drehleiter“, sagte Krüger. Mit dieser könne das schwere Gestell an seinen Platz in luftiger Höhe gehoben werden, von der Hebebühne aus könne es montiert werden. Alles benötige eine gewisse Vorbereitungszeit. Auch die Polizei sei gefragt. Schließlich müsse die Bundesstraße 109 halbseitig gesperrt werden.

Jens Krüger ist sich sicher, alles vor dem Eintreffen der Störche zu schaffen. „Die kommen voraussichtlich nicht vor April.“ Der Storch, der Anfang Januar bei Löcknitz gesichtet wurde, sei aller Wahrscheinlichkeit nach nur ein kurzer Gast gewesen, vermutlich aus dem Unteren Odertal herübergeflogen und inzwischen nicht mehr Vorpommern.

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Bellings Störche sind Wahrzeichen

Die Störche auf dem alten Schornstein direkt an derB 109 sind eine Art Wahrzeichen von Belling. „Die brüten seit 20 Jahren fast jedes Jahr dort“, sagte Bürgermeister Peter Fischer. Nur ein Mal, 2008 oder 2009, gab es einen Ausfall, erinnert sich Jens Krüger. „Da war einer der Altstörche gegen eine Leitung geflogen und gestorben.“

Der Schornstein gehört laut Bürgermeister zur ehemaligen Wassermühle, die heute eine Ruine ist und sich in Privatbesitz befindet. Die eine oder andere Legende ranke sich um das alte Gebäude. So solle der Müller von Belling einst einen Forstmitarbeiter erschlagen haben – aber das ist eine andere Geschichte.

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