Verbot droht

▶ Pasewalk bangt um Weihnachtsmarkt

Viele Märkte wurden wegen Corona abgesagt. Die Kleinstadt Pasewalk hingegen will unbedingt Weihnachtsstimmung in ihr Zentrum bringen. Das könnte aber im letzten Moment scheitern.
Mathias Scheller und Ingolf Königer (von rechts) vom Technischen Dienst Pasewalk bauten am Dienstag die Buden auf. Uwe M&
Mathias Scheller und Ingolf Königer (von rechts) vom Technischen Dienst Pasewalk bauten am Dienstag die Buden auf. Uwe Müller aus dem Rathaus kam zur Bauabnahme. Susanne Böhm
Pasewalk

Die Buden stehen schon, die Weihnachtslichter leuchten, am Mittwoch kommen Zaun und weitere Aufbauten. In Pasewalk soll ab Freitag richtig Weihnachtsstimmung aufkommen. Dieser Plan könnte im letzten Moment aber doch noch vereitelt werden. „Ich fürchte, das Land wird noch in dieser Woche alle Weihnachtsmärkte verbieten“, sagte Pasewalks Bürgermeisterin Sandra Nachtweih (CDU) am Dienstagabend.

Die Nachricht, dass Rostock alle Weihnachtsmärkte schließt, lässt die Kommunalpolitikerin nichts Gutes ahnen. „Das wäre sehr schade. Ich habe so etwas schon die ganze Zeit befürchtet.“ Im Gegensatz zu vielen anderen Städten im Nordosten will Pasewalk seinen Weihnachtsmarkt nämlich unbedingt stattfinden lassen. Klein aber richtig fein soll er werden. Die Vorbereitungen laufen seit Monaten, die Aufbauarbeiten nahmen am Dienstag Fahrt auf.

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Viel Glühwein soll es geben, Musik, deftiges Essen, ein Karussell für die Kinder und einiges mehr. Der Weihnachtsmann will kommen, eine Zauberfee auch, vielleicht sogar ein Engel und andere weihnachtliche Wesen. Viele Veranstaltungen in der Kleinstadt sind Corona zum Opfer gefallen. Wenigstens über den Weihnachtsmarkt sollen sich die Pasewalker freuen, hatte Sandra Nachtweih noch am Dienstagnachmittag gesagt. Vor allem die Kinder sollen eine Freude in der Vorweihnachtszeit haben.

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Andere scheuten den Aufwand

„Anderen war der Aufwand zu hoch. Die Vorbereitungen sind wesentlich aufwändiger und teurer – mehr Personal, mehr Technik, mehr Kontrollen.“ Das alles konnte die Pasewalker nicht abschrecken. Nun aber kommen doch noch erhebliche Zweifel auf, ob überhaupt etwas stattfinden kann.

Organisatorin Anke Holstein hatte sich auf alle Eventualitäten vorbereitet – nur auf ein Verbot nicht. Mathias Scheller und Ingolf Königer vom Technischen Dienst Pasewalk haben am Dienstag schon die Buden aufgebaut und Festbeleuchtung angebracht. Die defekte Tür an der öffentlichen Damentoilette wurde bereits repariert. Eigentlich steht einem gelungenen Weihnachtsmarkt kaum noch etwas im Wege. Nun muss er nur noch stattfinden, und die Besucher müssen mitziehen.

„Sollte es den Markt geben, wäre es wirklich schön, wenn die Leute auch kommen, allein schon als Zeichen für die Händler“, sagt Sandra Nachtweih. Es sei gar nicht leicht gewesen, Karussellbetreiber, Glühweinwirte oder Bratwurstgrillmeister zu überzeugen, unter Corona-Bedingungen in Pasewalk aufzubauen. Alle, die ursprünglich kommen wollten, hätten abgesagt. „Die Anbieter rechnen mit deutlich weniger Einnahmen bei gleichbleibenden Ausgaben“, erklärt Sandra Nachtweih. Das schrecke viele ab. Schließlich habe sich aber doch noch eine erlesene Runde zusammen gefunden, die meisten aus der Region.

Falls der Markt erlaubt wird, wird er allerdings nicht so groß wie in den Vorjahren. „Wir sind um 50 Prozent geschrumpft. Es wird die Light-Variante.“ Rund zehn Buden sind geplant. In der Zeit vor Corona waren es 23. So sei aber wenigsten dafür gesorgt, dass die Sicherheitsabstände eingehalten werden können.

Für den Fall, dass der Markt am Freitag eröffnet und 2G-Plus gelten wird, hat die Kreis-Apotheke in der Prenzlauer Straße ihre Öffnungszeiten verlängert. Am Freitag wird dort bis 20 Uhr getestet und am Sonnabend bis 13 Uhr – aber nur mit zuvor im Internet gebuchten Terminen. Das Hotel Am Park testet ebenfalls, am Sonnabend bis 20 Uhr und am Sonntag von 10 bis 16 Uhr. Auch dort müssen rechtzeitig Termine vereinbart werden.

Eröffnet werden soll der Markt am Freitag um 17 Uhr. Bis 22 Uhr soll eine Band spielen. Der Sonnabend soll um 12 Uhr beginnen und gegen 22 Uhr enden. Den ganzen Tag über soll es immer wieder Neues zu hören, zu sehen oder zu kosten geben. Am Sonntag soll der Markt von 12 bis 17 Uhr öffnen – wenn er nicht doch noch verboten wird.

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