NACHWUCHS GESUCHT

▶ Pasewalker Feuerwehr sorgt im Land für Schlagzeilen

Die Freiwillige Feuerwehr Pasewalk erhält im 140. Jahr ihres Bestehens zwei neue Wagen. Bei der offiziellen Übergabe würdigte Innenminister Lorenz Caffier die bisher einzigartige Initiative, Nachwuchs zu gewinnen.
Großer Bahnhof zur Übergabe der Fahrzeuge: Roland Fuhrmann (3. v. l) vom Fahrzeughersteller MAN und Dietmar Zgaga (
Großer Bahnhof zur Übergabe der Fahrzeuge: Roland Fuhrmann (3. v. l) vom Fahrzeughersteller MAN und Dietmar Zgaga (4. v. l.) vom Ausrüster Rosenbauer übergaben symbolische Schlüssel. Fred Lucius
Nach einer mehrtägigen Ausbildung am neuen Fahrzeug, wird das LF 20 ab heute zu Einsätzen ausrücken. Fotos :Fre
Nach einer mehrtägigen Ausbildung am neuen Fahrzeug, wird das LF 20 von nun an zu Einsätzen ausrücken. Fred Lucius
Frank Roeseler ist einere der Maschinister der Pasewalker Feuerwehr, die das neue Löschfahrzeug fahren werden. Foto: Fred
Frank Roeseler ist einere der Maschinister der Pasewalker Feuerwehr, die das neue Löschfahrzeug fahren werden. Fred Lucius
Die Pasewalker Wehrführung um Marco Freuer (Mitte) und Jürgen Templin (l.) nahm zahlreiche Glückwünsche en
Die Pasewalker Wehrführung um Marco Freuer (Mitte) und Jürgen Templin (l.) nahm zahlreiche Glückwünsche entgegen, hier von Jatznichs Wehrführer Marcel Lichtnow. Fred Lucius
Pasewalk.

„Das ist schon ein feines Ding“, meint Frank Roeseler und steigt aus dem neuen, 290 PS starken Löschfahrzeug (LF) der Pasewalker Feuerwehr. Als Maschinist ist Frank Roesler einer von weiteren Kameraden, die das LF 20 künftig bei Einsätzen steuern werden. In den vergangenen Tagen haben sie sich mit dem Fahrzeug des Herstellers MAN und des Ausrüsters Rosenbauer vertraut gemacht.

Am Freitagabend wurde das Löschfahrzeug wie auch ein neuer Mannschaftstransportwagen bei einer offiziellen Feier im Pasewalker Kulturforum übergeben. „Das LF 20 ist ein reines Löschfahrzeug für die Brandbekämpfung mit einem 2 400 Liter Wassertank und einem 120 Liter Schaumtank. Es hat eine zusätzliche Tragkraftspritze an Bord und verfügt über mehr Schläuche als in der Norm festgelegt“, erklärt Jürgen Templin, zweiter stellvertretender Wehrführer.

 

 

Die vielen Brände haben Technik in Mitleidenschaft gezogen

Das zusätzliche Schlauchmaterial werde vor allem für Einsätze in den Außenbereichen Pasewalks wie Franzfelde benötigt. Die Kosten des 348 000 Euro teuren Fahrzeuges teilen sich zu je einem Drittel die Stadt Pasewalk, der Landkreis sowie das Land M-V. „Ein besseres Geburtstagsgeschenk gibt es nicht“, bedankte sich Wehrführer Marco Freuer bei den Geldgebern. Trotz der angespannten Haushaltslage Pasewalks nehme die Stadt ihre Pflichtaufgabe Feuerwehr und Brandschutz ernst. Bei der Technik-Ausstattung sei man inzwischen auf einem guten Stand. Im Beschaffungsplan stehe als nächstes ein Tanklöschfahrzeug 4000, das ein Fahrzeug aus dem Jahr 1995 ablösen soll.

Die zahlreichen Brände in den Sommern der beiden Dürrejahre hätten auch Technik in Mitleidenschaft gezogen. „Eine Herausforderung für uns ist die Personalsituation. Bei jungen Leuten gibt es ein mangelndes Interesse an der Feuerwehr, diese widmen sich anderen Freizeitmöglichkeiten“, meint Marco Freuer. Daher habe man einen Vertrag mit der Europaschule Arnold Zweig über ein Wahlpflichtfach „Truppmannausbildung“ geschlossen. Schüler der 9. und 10. Klasse könnten hier an die Feuerwehr und den Brandschutz herangeführt werden. Die Kooperation mit der Europaschule würdigten dann auch Bürgermeisterin Sandra Nachtweih und Innenminister Lorenz Caffier (CDU). Die Vereinbarung als neuer Ansatz zur Nachwuchsgewinnung sei die erste im Land und habe in M-V für Schlagzeilen gesorgt, meint Caffier.

Zusammenarbeit der Feuerwehr mit Schulen ist bisher einzigartig

Nach der „Truppmannausbildung“ könnten die jungen Leute direkt in den aktiven Dienst der Feuerwehr wechseln. „Die Aufgaben der Feuerwehr werden immer vielfältiger. Deshalb müssten diese auch mit der entsprechenden Technik ausgerüstet werden“, betont der Innenminister. Für Sandra Nachtweih ist die Pasewalker Wehr das beste Beispiel für gesellschaftliches Engagement. „Die Kameraden leisten mehr als es ihre Pflicht ist. Ihr Wirken geht über die eigentlichen Aufgaben hinaus. Aus der Liste der städtischen Veranstaltungen ist die Feuerwehr nicht mehr wegzudenken. Daher werde ich sie als Bürgermeisterin stets unterstützen“, versichert sie.

Obwohl der Landkreis ein notleidender Kreis ist, will dieser nach den Worten von Finanzdezernent Dietger Wille künftig mehr als in den vergangenen Jahren tun, um die Feuerwehren zu unterstützen. Feuerwehren seien nicht nur für den Brandschutz da, sie seien auch beste Demokratieprojekte. „Wir sind stolz auf diese und die anderen Wehren“, sagt Wille.

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