Der Pasewalker Markus Silbernagel (31) kann stolz auf eine Reihe von beruflichen Erfolgen blicken.
Der Pasewalker Markus Silbernagel (31) kann stolz auf eine Reihe von beruflichen Erfolgen blicken. Leonardo Hotels Central Europe
Heimweh

Pasewalker Genussmensch kocht sich in Berlin ganz nach oben

Vor elf Jahren lockte Berlin den Pasewalker Koch Markus Silbernagel zu sich. Hier erzählt er, wie er zu der Stadt, seinem Heimatort und Königsberger Klopsen steht.
Neubrandenburg

Die Weihnachtszeit steht vor der Tür und mit ihr die alljährliche Frage, welches Festmahl auf dem Teller landen soll. Eine Frage, die sich der 31-jährige Markus Silbernagel täglich stellen muss, um die Gäste des Leonardo Royal am Berliner Alexanderplatz zufrieden zu stellen. Die kulinarische Reise hat der gebürtige Pasewalker schon in seiner Kindheit angetreten. “Da mein Vater gelernter Koch ist und meine Mutter eine eigene Kantine betreibt, bin ich sozusagen in der Küche groß geworden und habe schon als Kind gerne den Kochlöffel geschwungen. Für mich war daher schon früh klar, wohin die Reise beruflich gehen soll”, erzählt Markus begeistert, der mit Vorbildern wie Jamie Oliver und Tim Mälzer aufgewachsen ist.

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Zog mit 16 Jahren zuhause aus

Mit 16 Jahren zog es ihn daher nach Klink, wo er eine Lehre als Koch absolvierte. Es sei nicht immer einfach gewesen, aber die Anstrengung habe sich gelohnt. “Man lernt in der Ausbildung das Kochen von der Pike auf. Darauf lässt sich auf jeden Fall aufbauen.” Nach der Ausbildung ging es für ihn jedoch erst nochmal für ein dreiviertel Jahr zurück nach Pasewalk: “Ich hatte damals noch die Wahl zwischen Bundeswehr und Zivildienst und habe mich für das Zweite entschieden. Beim Deutschen Roten Kreuz habe ich mich um die älteren Leute gekümmert. Ich bin beispielsweise mit ihnen zum Arzt gefahren oder habe ihre Medikamente in der Apotheke abgeholt. Diese Zeit hat mich enorm geprägt und mich sozial unheimlich weitergebracht.” Bis heute profitiere er von dieser Erfahrung.

Angelockt vom pulsierenden Leben Berlins, verließ der Pasewalker nach dem Zivildienst seinen Heimatort erneut, um beruflich durchzustarten. Das war im Sommer 2010. Seither hat sich für ihn viel getan. So arbeitete Markus sich von der gut bürgerlichen hinauf zur gehobenen Küche. Die Karriereleiter kletterte er dadurch immer weiter nach oben: Vom Jungkoch ging es schnell weiter zum Küchenchef. Sein Traum, einmal im Hilton zu arbeiten, erfüllte er sich vor vier Jahren. “Es war eine tolle Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Allerdings haben mich dann doch wieder neue Herausforderungen gelockt, sodass ich das Hilton wieder verließ”, gibt er ehrlich zu. Seine verschiedenen Stationen habe er immer auch Kollegen zu verdanken gehabt. “Die Gastronomie ist ein Dorf. In der Branche kennt fast jeder jeden und wird demnach auch öfter mal weiterempfohlen. Dadurch ergeben sich immer wieder neue Jobmöglichkeiten.”

Bester Freund aus Kindertagen wohnt um die Ecke

Seit November arbeitet der 31-jährige Küchenchef nun im Leonardo Hotel, wo man sich auf die Levante-Küche aus dem östlichen Mittelmeer spezialisiert hat. Er ist dort sehr glücklich. “Die Arbeit in meinem Team macht unheimlich Spaß. Wir kennen uns fast alle schon von anderen Restaurants und sind eine eingespielte Mannschaft. Wenn es zeitlich passt, kochen und essen wir alle mittags zusammen wie in einer großen Familie”, schwärmt Markus. Auch wenn der junge ehrgeizige Koch in der Zubereitung von Mahlzeiten immer wieder neue kreative Wege geht, so liebt er doch die rustikale Küche: “Mein absolutes Lieblingsgericht? Königsberger Klopse mit Rote-Bete-Salat und Kartoffelpüree.”

Zurück nach Pasewalk möchte er hingegen nicht. “Vielleicht im Rentenalter. Vorher nicht. Dazu liebe ich einfach das Leben und Arbeiten in der Großstadt zu sehr”, verkündet der Koch mit dem markanten Bart lachend. Sein bester Freund aus Kindheitstagen wohnt nur zehn Minuten von ihm entfernt. Ein Stück Heimat hat er also mitgenommen. Und jedes Vierteljahr besucht der Pasewalker seine Familie und Freunde. “Wenn ich Zuhause bin, fahre ich förmlich runter. Weg vom Lärm, von den Menschenmassen – das ist dann Erholung pur.”

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