NACH HISTORISCHEN VORLAGEN

Pasewalker Krügerpark erlebt neue Blütezeit

Am südlichen Stadtrand können Spaziergänger ein Stück altes Pasewalk neu entdecken. Der Krügerpark, angelegt im Jahr 1913, wurde Ende des vergangenen, Anfang dieses Jahres umgestaltet.
Neu angelegt wurde im südlichen Parkbereich diese Treppe aus Naturstein, die zum Teich führt.
Neu angelegt wurde im südlichen Parkbereich diese Treppe aus Naturstein, die zum Teich führt. Rainer Marten
Der südlichste Zugang zum Krügerpark befindet am Stadtausgang in Höhe des alten Wasserturms.
Der südlichste Zugang zum Krügerpark befindet am Stadtausgang in Höhe des alten Wasserturms. Rainer Marten
Über die bereits 1898 angelegten Anlagen an der Prenzlauer Chaussee erreichte man ab 1913 auch den Krügerpark.
Über die bereits 1898 angelegten Anlagen an der Prenzlauer Chaussee erreichte man ab 1913 auch den Krügerpark. ARCHIV Museum Pasewalk/W.Schultz
Vor Jahrzehnten gab es bereits diesen Wasserlauf und Teich im Krügerpark. Er wurde im Herbst renaturiert.
Vor Jahrzehnten gab es bereits diesen Wasserlauf und Teich im Krügerpark. Er wurde im Herbst renaturiert. Rainer Marten
Pasewalks Stadtvertreter Harald Janzen hat die Sanierungsarbeiten im Park begleitet. Die neue Bepflanzung orientiert sich an d
Pasewalks Stadtvertreter Harald Janzen hat die Sanierungsarbeiten im Park begleitet. Die neue Bepflanzung orientiert sich an dem Konzept aus dem Jahre 1913. Rainer Marten
Im Park existieren eine Reihe naturbelassener Wege, die zum Teil wieder freigeschnitten und ausgebessert wurden.
Im Park existieren eine Reihe naturbelassener Wege, die zum Teil wieder freigeschnitten und ausgebessert wurden. Rainer Marten
Pasewalk.

Stadtvertreter Harald Janzen zeigt ein Foto aus dem Vorjahr. Zu sehen ist dichtes Unterholz – und eine Pfütze. „Das war der Krügerpark vor einem Jahr“, sagt er. Wo auf dem Foto die Wasserlache erkennbar ist, erstreckt sich heute ein lang gezogener Gewässerlauf mit Brücke – alles so wie vor 107 Jahren. Das Wasser wird am neuen Wehr angestaut.

„Hier wurde wirklich Heidenarbeit geleistet“, sagt Harald Janzen. Er bezieht das nicht nur auf die Baggerarbeiten im lange Zeit verschwundenen Wasserlauf, sondern auch auf die Holzungen und Neuanpflanzungen. Dem voraus seien Studien gegangen, wie der Park einst ausgesehen hat. „Hier haben wir Wolfgang Brose viel zu verdanken, der uns den historischen Teil zugearbeitet hat“, lobt Janzen. Nachdem bereits 1898 Pasewalks Bürgermeister Albert Will (1846-1905) die städtischen Anlagen an der Prenzlauer Chaussee geschaffen hatte, wollte der durch den Handel mit Zigarren in Berlin reich gewordene Emil Krüger (1861-1924) diesen damals beliebten Spazierweg erweitern.1912 entwarf der in Belling geborene und in Pasewalk aufgewachsene Kommerzienrat den Plan für einen Bürgerpark. Er wollte an der südlichen Stadtseite hüglige Acker- und Wiesenstücke in eine gärtnerische Anlage umwandeln. Emil Krüger trug nicht nur die Gesamtkosten der rund 8,5 Hektar großen Anlage, sondern zahlte auch einem eigens angestellten Gärtner einen jährlichen Gehaltszuschuss. Bis weit in die 1950er-Jahre hinein war der Park als solcher gut erkennbar. Dann war einfach kein Geld da oder andere Projekte wichtiger; der Krügerpark wuchs langsam zu.

Nachpflanzungen nach historischem Vorbild

„Möglich wurde die Sanierung mit EFRE-Mitteln, also mit Geldern aus dem Europäischen Fonds für die regionale Entwicklung“, erinnert Pasewalks Bürgermeisterin Sandra Nachtweih. „Mit der Rekonstruktion des Parkes geben wir den Pasewalkern nicht nur ein Naherholungsgebiet, einen Ort für Spaziergänge und Begegnungen mit der Natur, zurück, sondern die Einwohner können dort auch erleben, wie die Stadt in ihrer Blütezeit ausgesehen hat. Bedauerlich ist nur, dass wir auf eine gemeinschaftliche Eröffnung im Frühjahr, wie wir es geplant hatten, angesichts der Corona-Pandemie verzichten müssen.“

Der Krügerpark ist ein erstes von mehreren Projekten, um Pasewalks Grünbereiche wieder aufzuwerten. Folgen werden die städtischen Anlagen an der Prenzlauer Chaussee und der jetzt parkartige Bereich des alten Friedhofs am Prenzlauer Tor.

Brücke und Bänke aus Recycling-Kunststoff

Die Nachpflanzungen im Krügerpark orientierten sich an dem historischen Baumbestand, sagt Harald Janzen. Ziel sei es gewesen, dort wieder das Zusammenspiel von Bäumen und Sträuchern in ihren Farben zu allen Jahreszeiten erlebbar zu machen.

Ursprünglich sollen im Krügerpark etwa 16.600 Bäume und Sträucher angepflanzt worden sein. Die Holzungen wurden jetzt durch 145 Bäume ersetzt, darunter zehn Silberlinden, ein Silberahorn, zwei Blutbuchen, sechs Mehlbeeren, fünf Hängebirken, 14 Esskastanien, fünf Traubeneichen, sechs Schwarzpappeln, 35 Säuleneichen, eine Schwarzkiefer, 20 Traubeneichen, 15 Akazien und 25 Kiefern. Hinzu kommen 790 Sträucher, darunter Schneebeeren, Goldjohannisbeeren, Pfeifensträucher, Weigelien, Deutzien und Rote Heckenkirsche. Zusätzlich wurden 20 Bänke aufgestellt. Die neue Brücke und die Bänke bestehen aus einem Recycling-Kunststoff.

 

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