STARKE GERUCHSBELÄSTIGUNG

Pasewalkern stinkt die Schweinemast

Liegt es nur an der extremen Hitze oder wird es zum Pasewalker Dauerproblem: Die vor den Toren der Stadt zwischen 2013 bis 2018 errichtete Schweinemastanlage stinkt. Jetzt soll die Genehmigungsbehörde die Emission prüfen.
Rainer Marten Rainer Marten
Sie stinkt. Nicht immer, aber immer wieder einmal. Die Schweinemastanlage zwischen Pasewalk und Friedberg. Die Anwohner fordern jetzt, dass überprüft wird, ob die Emission im zulässigen Rahmen ist.
Sie stinkt. Nicht immer, aber immer wieder einmal. Die Schweinemastanlage zwischen Pasewalk und Friedberg. Die Anwohner fordern jetzt, dass überprüft wird, ob die Emission im zulässigen Rahmen ist. Rainer Marten
Pasewalk.

Pasewalks Stadtvertreter hatten es befürchtet. Aber sie konnten 2013 nichts dagegen unternehmen. Denn die Genehmigung für den Bau der neuen Schweinemastanlage auf dem alten Produktionsstandort zwischen Pasewalk und Friedberg lag nicht in der Kompetenz der Stadt. Die Stadt hat jetzt allerdings den Ärger der Bürger am Hals. In seiner jüngsten Tagung beschäftigte sich der Bauausschuss der Stadtvertretung mit den ersten Bürgerbeschwerden wegen der starken Geruchsbelästigung, die von der Anlage ausgehen soll.

Je nachdem wie der Wind steht, wedelt entweder den Friedbergern oder den Stadtrand-Pasewalkern der süßliche Geruch um die Nase. „Meine Kunden stehen bisweilen an der Tankstelle, halten sich die Nase zu oder wedeln mit der Hand vor dem Gesicht, weil es stinkt. Doch fortwedeln können sie den Gestank nicht. Wenn er da ist, dann ist er da“, beschreibt eine der Beschwerdeführerinnen, Edda Mampe, die Situation. Ihr Eindruck ist, dass die Anlage derzeit zusätzlich stoßgelüftet wird. Unabhängig von der Windrichtung tritt der Gestank mal auf, mal nicht.

Belüftungssystem gilt als hochmodern

Das Problem haben sowohl die Bürger als auch die Stadtvertreter an Pasewalks stellvertretende Bürgermeisterin, Diana Vahl, herangetragen. Was den Bürgern schwer zu vermitteln ist: „Die Stadt ist in der Sache nicht zuständig“, sagt sie. Bereits das Genehmigungsverfahren lief über das StALU Vorpommern, das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Naturschutz mit Hauptsitz in Stralsund. Und auch die Geruchsbelästigungen fallen laut Bundes-Immissionsschutzverordnung in die Zuständigkeit des Amtes. „Anbieten kann ich nur, dass wir die Beschwerden bündeln und an das zuständige Amt weiterleiten. Die Bürger können sich aber auch direkt an das Amt wenden“, sagt sie. Das StALU werde dann garantiert prüfen, ob die Anlage die festgelegten Werte nach Bundes-Immissionsschutzverordnung einhält.

Der Bau Schweinemastanlage vor den Toren Pasewalk auf dem bereits zu DDR-Zeiten genutzten Standort wurde im Sommer 2013 genehmigt. Änderungen an den Bauunterlagen und Brandschutzfragen verzögerten die Fertigstellung erheblich. Im Januar 2018 wurden die ersten Ferkel eingestallt. Die Anlage bietet laut früherer Angaben der Geschäftsführung Platz für 5280 Schweine, etwas weniger als mit 5527 ursprünglich geplant. Pro Jahr können dort in mehreren Zyklen rund 13 000 Schweine gemästet werden. Das Belüftungssystem gilt als hochmodern. Ob es auch bei einer extremen, anhaltenden Hitze wie in den vergangenen Tagen so tadellos funktioniert, ist offen. Eigentümer ist die Gut Rövershagen GmbH; das Gut war am Wochenende für eine Anfrage nicht erreichbar.

 

 

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