Schon in seiner zweiten Woche im neuen Amt hat Danny Rodewald einen Arbeitsvertrag unterschrieben und überreicht. Auszubi
Schon in seiner zweiten Woche im neuen Amt hat Danny Rodewald einen Arbeitsvertrag unterschrieben und überreicht. Auszubildende Tina Rossow (Mitte) wird bald ihre neue Stelle als Standesbeamtin antreten. Personalratsvorsitzende Claudia Gassmann gratulierte. Stadt Pasewalk
Viel Arbeit

Pasewalks Bürgermeister gibt Gas im neuen Job

Danny Rodewald fängt um 8 Uhr an und kommt oft erst um 22 Uhr nach Hause. „Bürgermeister ist man rund um die Uhr“, sagt er. Doch er versichert: Es bleibt auch Zeit für Frau und Kinder.
Pasewalk

Pasewalks Bürgermeister Danny Rodewald (parteilos) war noch keine zwei Wochen im Amt, da traf er schon eine Personalentscheidung. Noch-Auszubildende Tina Rossow wird bald als Standesbeamtin Paare vermählen.

Ihr neuer Chef überreichte ihr den Arbeitsvertrag am Dienstag vor großer Runde in der Personalversammlung. Er hatte der 22-Jährigen nicht verraten, dass sie gleich vor knapp 100 Kollegen im Mittelpunkt stehen wird. „Sie bringt super Leistung. Da kann man auch mal frühzeitig den Vertrag unterschreiben.“ Ihm sei es sehr wichtig, junge Leute auszubilden und in der Region zu halten. Tina Rossow müsse noch ihre Prüfung bestehen und eine Zusatzqualifikation absolvieren, dann könne sie loslegen. „Sie war sichtlich überrascht“, sagte Danny Rodewald. Für ihn habe die Zeremonie im Historischen U zu den schönsten Momenten seiner ersten beiden Arbeitswochen gehört.

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Chef über fast 100 Mitarbeiter

Der 42-Jährige ist Bürgermeister und Leitender Verwaltungsbeamter in Personalunion und Chef für knapp 100 Mitarbeiter. Mitarbeiterführung ist für ihn nichts Neues. Bei seinem Posten als stellvertretender Sozialamtsleiter in der Kreisverwaltung hatte er 155 Leute unter sich. Verwaltungsarbeit hat er von der Pike auf gelernt. Das erleichtert ihm den Einstieg in seine Aufgaben im Rathaus enorm. „Ich setze mich aufs Fahrrad und fahre los. Andere müssen erst Fahrrad fahren lernen.“ Dennoch stehe auch er natürlich täglich vor neuen Herausforderungen. „Hierbei kann ich mich auf meine Mitarbeiter verlassen. Wir sind ein Team. Nur weil ein neuer Bürgermeister da ist, läuft die Verwaltung ja trotzdem weiter.“

Sein Terminkalender sei voll. Sekretärin Karola Krull sorge dafür, dass er nicht den Überblick verliert, und übernehme die Terminabstimmung. Das kann bisweilen umständlich sein, wenn sich zum Beispiel mehrere Personen zusammenfinden wollen, die alle stark eingespannt sind.

Seine Arbeitstage beginnen gegen 8 Uhr, manchmal auch früher, und enden mehrmals in der Woche erst gegen 22 Uhr. In seiner Funktion als Verwaltungsleiter besuche er beispielsweise auch Gemeindevertretersitzungen der zum Amt Uecker-Randow-Tal gehörenden Dörfer. Die beginnen oft erst um 19 Uhr. In Rollwitz und Polzow sei er schon gewesen. 14 Stunden-Tage seien für einen Bürgermeister „Standard“. „Bürgermeister ist man rund um die Uhr.“ Das sei ihm von Anfang an klar gewesen und mache ihm nichts aus. „Natürlich achte ich darauf, dass das Familiäre auch passt.“ Familienzeit sei ihm wichtig.

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Er hat viele Ideen und Pläne

Bei einer Radtour an der Uecker nach Feierabend mit seiner Frau sei ihm in der vergangenen Woche eine Gruppe Jugendlicher begegnet. Spontan sei er mit den Teenagern ins Gespräch gekommen. Sie hätten ihn in einer Idee bestärkt, die er seit einiger Zeit mit sich trage. Er denke darüber nach, einen Betreiber für den Wasserwanderrastplatz zu suchen, der zum Beispiel Getränke anbietet und etwas Musik macht. „Die Leute brauchen etwas, wo sie mal hingehen können.“ Er wolle das Thema bei einer der nächsten Stadtvertretersitzungen ansprechen.

„Wir müssen die jungen Leute mitnehmen.“ Er selbst tut das zum Beispiel, indem er viel auf sozialen Medien im Internet unterwegs ist. Auf Facebook veröffentlicht er von Zeit zu Zeit kleine Eindrücke aus seinem Alltag: mit dem Rad auf dem Weg zur Arbeit, beim Aktenstudium im Büro, im Zirkus oder mit den Jugendlichen an der Uecker. Das kommt an. Er bekommt Daumen hoch und Kommentare. Ein Bürgermeister zum Anfassen.

Als Fazit seiner ersten eineinhalb Arbeitswochen sagte er am Mittwoch: „Es macht Spaß, ich bin begeistert.“ Nicht einmal den Brückentag am Freitag wolle er sich gönnen. Zu den nächsten anstehenden Aufgaben gehören die Vorbereitungen der Ausschusssitzungen, die im Juni beginnen. Außerdem stehe die Grundsteuerreform am 1. Juli an, was geradezu „eine Mammutaufgabe“ sei. In naher Zukunft wolle er eine Bürgerumfrage starten. In Arbeit sei sie schon. Näheres dazu wolle er zu einem späteren Zeitpunkt verraten.

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