Ukrainische Kinder gehen jetzt in Penkun zur Schule. Sie lernen viele Fächer. Besonders wichtig ist derzeit Deutsch.
Ukrainische Kinder gehen jetzt in Penkun zur Schule. Sie lernen viele Fächer. Besonders wichtig ist derzeit Deutsch. Benjamin Huth
Durch Spenden wurden die Kinder mit Lernmaterial ausgestattet.
Durch Spenden wurden die Kinder mit Lernmaterial ausgestattet. Benjamin Huth
Vieles von dem, was Schulkinder brauchen, wurde gespendet.
Vieles von dem, was Schulkinder brauchen, wurde gespendet. Benjamin Huth
In Penkun leben derzeit rund 80 Kriegsflüchtlinge, zumeist Frauen mit ihren Kindern.
In Penkun leben derzeit rund 80 Kriegsflüchtlinge, zumeist Frauen mit ihren Kindern. Benjamin Huth
Am ersten Schultag wurde den Kindern Lernmaterial übergeben.
Am ersten Schultag wurde den Kindern Lernmaterial übergeben. Benjamin Huth
Seit einigen Tagen gehen die ukrainischen Kinder in Penkun zur Schule.
Seit einigen Tagen gehen die ukrainischen Kinder in Penkun zur Schule. Benjamin Huth
Bürgermeisterin Antje Zibell verteilte Lernmaterial.
Bürgermeisterin Antje Zibell verteilte Lernmaterial. Benjamin Huth
Bildung für Flüchtlinge

Penkun eröffnet ukrainische Schulklassen

30 Kinder aus der Ukraine werden nun in Penkun unterrichtet. Auch ihre Mütter drücken die Schulbank. Sie wollen schnellstmöglich Deutsch lernen.
Penkun

In Penkun wurden jetzt zwei Schulklassen für ukrainische Kinder und ein Deutschkurs für erwachsene Ukrainer eröffnet. Rund 80 Kriegsflüchtlinge leben inzwischen in der Stadt und ihren Ortsteilen. Der Unterricht soll vor allem für die Kinder ein Stück Normalität und Struktur in den Alltag bringen. Inzwischen geht kaum noch jemand davon aus, dass die Frauen und Kinder in absehbarer Zeit in ihre zerstörte Heimat zurückkehren können.

Penkun hat deutschlandweit die meisten Ukrainer aufgenommen

„Penkun ist, gemessen an der Einwohnerzahl, die Stadt mit den meisten Ukrainern in Deutschland“, sagte Tobias Flügel, Mitorganisator und Verwaltungsleiter der Katholischen Pfarreien in der Uckermark und Südvorpommern. In der Stadt gebe es auffallend viele Menschen, die sich ehrenamtlich für die Ukrainer engagieren. Darum habe die Kirche beschlossen, genau dort zu helfen.

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Zwei Lehrerinnen aus der Ukraine, die jetzt in Prenzlau leben, unterrichten die Kinder. Den Deutschunterricht für die Erwachsenen gibt Hans Labes, pensionierter Biologielehrer aus Penkun. Die Grundschulklasse wird in einem Raum im Gemeindehaus der Kirche unterrichtet, die Regionalschulklasse in der Schule und die Frauen in der Kirche. Per Online-Unterricht absolvieren die Kinder die ganze Bandbreite ihrer Schulfächer und werden dabei von den Lehrerinnen vor Ort unterstützt. Ein Schwerpunkt ist Deutschunterricht. „Sie müssen schnellstmöglich Deutsch lernen, das ist ganz wichtig“, sagte Ewelina Lipinska, Sozialarbeiterin im Projekt „Soziale Arbeit in der Pastoral“ des Erzbistums Berlin. 

Kinder wurden auf psychische Probleme untersucht

Zunächst einmal habe man überprüft, ob die Mädchen und Jungen posttraumatische Belastungsstörungen oder andere psychische Probleme haben. Das sei zum Glück nicht der Fall, erklärte Tobias Flügel. Durch Spenden seien die Kinder mit Lernmaterial ausgestattet worden. Weiterhin würden Sachspenden benötigt. Wer Schulranzen, Federtaschen, Füllfederhalter oder Ähnliches spendieren möchte, könne dies im Pfarrhaus der Katholischen Kirche in der Marktstraße 17 in Pasewalk tun.

„Die Ukrainer müssen wahrscheinlich länger bei uns bleiben. Am Anfang hatten sie noch Hoffnung, dass sie bald nach Hause können, aber jetzt haben sie keine Hoffnung mehr“, sagte Ewelina Lipinska. „Ich glaube nicht, dass alles in ein paar Monaten zu Ende ist. Städte sind zerstört, es ist sehr gefährlich dort. Wir raten den Leuten, hier zu bleiben.“ Das sieht Tobias Flügel auch so. „Die Infrastruktur ist kaputt. In ein paar Monaten wird es in der Ukraine so kalt, dass die Leute erfrieren würden.“

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Die Frauen wollen Deutsch lernen und Arbeit finden

Hans Labes erlebt seine Deutschschülerinnen als sehr motiviert und wissbegierig. „Die Stimmung ist eigentlich immer gut. Sie freuen sich auch, untereinander Kontakt zu haben.“ Neben der Sprache hätten viele der 25- bis 40-jährigen Mütter das Ziel, Arbeit zu finden.

Penkuns Bürgermeisterin Antje Zibell (CDU) ist es wichtig, „rational zu denken“. Für die Ukrainerinnen sei es schlimm genug, wenn sie erfahren, dass ihre Männer oder Väter schwer verletzt wurden. Es sei viel zu gefährlich für sie, zu ihren Angehörigen zu reisen. „Sie müssen an ihre Kinder denken und hier bei ihnen bleiben.“ Viele Penkuner würden sich dafür einsetzen, den Ukrainern die Zeit in Deutschland so angenehm wie möglich zu gestalten, allen voran die Kinder zu integrieren und ihnen kindgerechte Entwicklung zu ermöglichen – im Reitverein, im Sportverein, bei der Jugendfeuerwehr oder im Schulunterricht.

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