Penkuns Stadtvertreter beschäftigten sich in einer Sondersitzung mit ihrer Stellungnahme zum Entwurf des Planungsverbande
Penkuns Stadtvertreter beschäftigten sich in einer Sondersitzung mit ihrer Stellungnahme zum Entwurf des Planungsverbandes Vorpommern zu den neuen Windeignungsgebieten. Sie stimmten der Planung des Gebietes 54/2015 am Ende nicht zu. Rainer Marten
Windkraft

Penkun lehnt aktuelle Windplanung ab

Nach dem Willen von Penkuns Stadtvertretern soll es das etwa 170 Hektar große Windeignungsgebiet 54/2015 im Einzugsbereich der Stadt nicht geben. Haben sie damit den Bau verhindert, oder wer spricht das letzte Wort?
Penkun

Abgelehnt! Eine Mehrheit aus acht Penkuner Stadtvertretern hat sich am Montagabend bei zwei Enthaltungen und einer Ja-Stimme gegen das vom Regionalen Planungsverband Vorpommern vorgesehene Windeignungsgebiet 54/2015 ausgesprochen. Das Planungsgebiet ist 170 Hektar groß. Zwei Investoren beabsichtigen, dort 17 Windkraftanlagen aufzustellen. Aus der Sicht der Stadtvertreter ein Gebiet zu dicht an den Siedlungen sowie mit zu viel in den Himmel reichender Technik, bezieht man die etablierten und geplanten Windfelder auf der Seite Brandenburgs ein.

„Die Chancen von Windkraft sind riesiger als die Risiken”

Emotionsgeladen sprach sich Penkuns Stadtvertreter Bernd Klänhammer gegen das sich abzeichnende Nein des Gremiums aus. Wie wird die Zukunft sein?, fragte er. In den Nachbarorten rund um Penkun werden die Windräder in den Himmel ragen. „Alle haben dann Windräder, Penkun hat dann keine. Die Chancen sind riesiger als die Risiken“, sagte er. Über „Gestattungsverträge“ würde es der Stadt aus seiner Sicht möglich sein, auf Jahre Tausende Euro für den städtischen Haushalt zu erzielen. Es werde Wertschöpfung und Steuereinnahmen „in der sehr strukturschwachen Region geben. Aber wir lehnen ab!“ Sollte das Gebiet als Ganzes nicht bestätigt werden, würden Investoren versuchen, Einzelanlagen aufzustellen, auf die die Stadt dann keinen Einfluss habe.

Der Stadtvertreter blieb mit seiner Einschätzung weitgehend alleine. „In dieser Konzentration wollen wir solche Anlagen nicht! Wollen wir Gebiete, wie sie bei Prenzlau bereits vorhanden sind?“, fragte Stadtvertreter Götz Grünberg. „Es wird einige Profiteure geben, die Mehrheit kann sich die Anlagen nur anschauen“, sagte er. Auch der Steuerfluss sei nicht so wie versprochen.

Stellungnahmen noch bis 3. September möglich

Ihre Haltung ließen sich die Penkuner vor der Diskussion fachlich begründen. Gudrun Trautmann, Architektin für Stadtplanung aus Neubrandenburg, listete ihre Erkenntnisse zu dem geplanten Gebiet auf. Der Planungsverband Vorpommern habe in seinem Entwurf Kriterien durchaus eingehalten, die das Gebiet rechtssicher machen. Aber eben nicht alle. Nicht stimmen würden nach ihren Erkenntnisse die Umfassungskriterien. Das bedeutet, dass eine Siedlung von Windkraftanlagen nicht eingekreist werden darf. Ebenfalls, so ihre Erkenntnisse, würden Abstände zwischen den Eignungsgebieten nicht stimmen. Möglicherweise erlangte früher auch der Planungsverband diese Erkenntnisse, denn das Gebiet war zeitweise aus der Planung herausgenommen worden.

Völlig offen ist nach dem Votum der Penkuner, ob sie das Gebiet jetzt verhindert haben. Der Planungsverband trifft seine endgültige Entscheidung, wenn alle Stellungnahmen abgewogen werden. Diese können die Bürger noch bis zum 3. September einreichen.

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