FÖRDERMITTEL

Penkuner Denkmal aus dem Dreikaiser-Jahr 1888 wird saniert

Aus dem Vorpommernfonds stehen 25.000 Euro für die Sanierung des Penkuner Kaiser- und Kriegerdenkmals zur Verfügung. In der Stadt wird weiterhin Geld gesammelt, damit das Denkmal auf dem Gelände an der Stadtkirche instand gesetzt werden kann.
Im Jahr 2011 nahmen Pfarrer Bernhard Riedel (links)  und Georg Pirrwitz das Denkmal an der Penkuner Kirche genauer in Augensch
Im Jahr 2011 nahmen Pfarrer Bernhard Riedel (links) und Georg Pirrwitz das Denkmal an der Penkuner Kirche genauer in Augenschein. Es ging um die Sanierung. Aber das Geld fehlte. Jetzt fließen 25 000 Euro aus dem Vorpommernfonds für die Anlage aus dem Jahre 1888. Rainer Marten
Friedrich III. folgte Friedrich-Wilhelm (Wilhelm II.) im Amt. Er dankte am 1918 im Zuge der Novemberrevolution ab und verstarb
Friedrich III. folgte Friedrich-Wilhelm (Wilhelm II.) im Amt. Er dankte am 1918 im Zuge der Novemberrevolution ab und verstarb 1941 in Doorn in den Niederlanden. Rainer Marten
Friedrich-Wilhelm (Friedrich III.) war nur 99 Tage im Amt und verstarb am 15. Juni 1888 am Kehlkopfkrebs in Potsdam. Ein Medai
Friedrich-Wilhelm (Friedrich III.) war nur 99 Tage im Amt und verstarb am 15. Juni 1888 am Kehlkopfkrebs in Potsdam. Ein Medaillon zeigt sein Porträt. Rainer Marten
Penkun.

Die Sanierung des Penkuner Kirchplatzes rückte vor Jahren ein Denkmal in die Öffentlichkeit, das Jahrzehnte im Bewusstsein der Penkuner keinen besonderen Platz mehr hatte: das Denkmal in Erinnerung an den Preußisch-Österreichischen Krieg 1866 und an den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Der Penkuner Georg Pirrwitz hatte den Obelisken jedoch immer im Blick. In Gesprächen, unter anderem mit Pfarrer Bernhard Riedel, aber auch mit dem früheren Ministerpräsidenten Mecklenburg-Vorpommerns, Erwin Sellering, ging er auf die Besonderheit dieser Anlage ein.

Die Penkuner hoffen auf weitere Fördergelder

„Im März 2018 haben wir dann einen Förderantrag für die Sanierung des Denkmals eingereicht“, erinnerte sich am Montag Pfarrer Bernhard Riedel. Jetzt traf die frohe Botschaft auf dem Postweg ein. „Wir waren ziemlich überrascht und haben uns natürlich sehr gefreut: Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann informierte uns in dem Schreiben über eine bewilligte Zuwendung in Höhe von 25.000 Euro“, sagte Bernhard Riedel. Die Summe reicht allerdings nicht, um die Anlage in ihren historischen Zustand zu versetzen. „Ein Kostenvoranschlag geht von 32 500 Euro für die Sanierung aus“, so der Pfarrer. Die Penkuner hoffen jetzt noch auf 5.000 Euro aus dem Strategiefonds des Landes. „2.500 Euro kamen bisher aus Spenden zusammen“, fügte Pfarrer Riedel hinzu. Damit nicht noch weitere Monate ins Land gehen, will er einen Antrag auf die Bewilligung eines vorzeitigen Baubeginns stellen, sodass schon in Kürze mit den Arbeiten begonnen werden kann.

Das Denkmal hat Seltenheitswert

Bereits 2009 nahmen Vertreter des Landesamtes für Kultur- und Denkmalpflege, der Unteren Denkmalbehörde des Landkreises Vorpommern-Greifswald und der evangelischen Stadtgemeinde die Anlage in Augenschein. Die Fachleute gingen damals davon aus, dass das Denkmal von einem Stettiner Steinmetz angefertigt wurde. Angelika Schwebs, Sachbearbeiterin der Unteren Denkmalbehörde des Landkreises, kam zu der Erkenntnis, dass es sich um das einzige Denkmal dieser Art in der südlichen Kreishälfte handelt. Der Sockel trägt Medaillons mit königlichen Porträts, die auf das Aufstellungsjahr 1888 schließen lassen.

Der Obelisk weist Splitterschäden und Einschusslöcher auf

1888 gilt in der deutschen Geschichte als Dreikaiserjahr: Am 9. März verstarb in Berlin Wilhelm I. Sein Sohn Friedrich-Wilhelm (Friedrich III.) war nur 99 Tage im Amt und verstarb am 15. Juni 1888 an Kehlkopfkrebs in Potsdam. Es folgte Friedrich-Wilhelm (Wilhelm II.). Innerhalb von nur drei Monaten regierten drei Generationen Deutschland. Das Denkmal zeigt heute die zum Teil beschädigten Porträts von Wilhelm I. und Friedrich III. Die ehemals vorhandenen Eisernen Kreuze wurden nach 1945 in Verkennung der historischen Zusammenhänge abgestemmt. Gestiftet wurden die Kreuze 1813 zur einmaligen und ausschließlichen Verwendung im Zusammenhang mit den Befreiungskriegen. Im Zweiten Weltkrieg verkam diese Auszeichnung allerdings zur Massenware.

Der Obelisk wurde gegen Ende des Zweiten Weltkrieges stark beschädigt. In unmittelbarer Nähe gab es einen Bombeneinschlag. Die Steine weisen bis heute Splitterschäden und Einschusslöcher auf. Der krönende Abschluss des Obelisken, der Adler, fehlt.

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