ERNEUERBARE ENERGIEN

Penkuner verärgert über Geheimniskrämerei bei Windkraft-Transporten

Mindestens zwei von drei Windkraftanlagen müssen über das Penkuner Gemeindegebiet transportiert werden, damit sie in Brandenburg aufgestellt werden können. Die Stadt macht um den Vertrag, der das regelt, ein großes Geheimnis.
Rainer Marten Rainer Marten
Angesichts ihrer Größe beanspruchen Windkraftanalgen viel Raum, wenn sie transportiert werden. Gelegentlich mü
Angesichts ihrer Größe beanspruchen Windkraftanalgen viel Raum, wenn sie transportiert werden. Gelegentlich müssen Bäume und Sträucher weichen oder Ausweichstellen aufgeschüttet werden. Marvin Schön
Penkun.

Noch vor Wochen wurden die Mitglieder der Penkuner „Arbeitsgruppe erneuerbare Energien“ gefragt, was sie von den Transporten neuer Windkraftanlagen für das Brandenburger Windeignungsgebiet Schönfeld (Uckermark) über die Penkuner Flächen halten. Das Votum der Arbeitsgruppe fiel eindeutig aus: Nichts! „Zurzeit wird das Schönfelder Windeignungsgebiet direkt an der Landesgrenze zu MV mit weiteren Windkraftanlagen verdichtet. Wir befürchten mit einem Ja zu den Transporten über unser Stadtgebiet, dass wir damit Tür und Tor öffnen, um später auch im Penkuner Bereich problemloser Windenergieanlagen aufstellen zu können“, begründet Heinz Timm das klare Nein der Mitglieder der Arbeitsgruppe.

Bürgermeisterin bestätigt Vertrag

Das Votum der Penkuner und Büssower blieb indes ungehört. Die Stadt Penkun hat sich in der Zwischenzeit mit dem uckermärkischen Investor Enertrag in einem Vertrag geeinigt, dass die Transporte über das Stadtgebiet bei Büssow möglich sind. Das bestätigte in der jüngsten Tagung der Stadtvertretung Bürgermeisterin Antje Zibell (CDU): Die Stadt habe mit dem Investor Einvernehmen erzielt, dass Penkun mit der Zuwegung über das städtische Gebiet einverstanden ist, um im Nachbarland zwei Windkraftanlagen aufstellen zu können, bestätigte sie. Penkun besäße ohnehin keine Möglichkeit, das zu verhindern. Der Weg würde durch den öffentlichen Raum führen, den jeder nutzen könne.

"Auch die letzten Widerständler sind eingeknickt"

Mit genau dieser Aussage ist Heinz Timm allerdings nicht einverstanden. Warum, so fragt er, habe der Investor regelrecht auf einer vertraglichen Vereinbarung mit der Stadt gepocht, um den Transport durchführen zu können? „Wenn der Investor ohnehin den öffentlichen Raum nutzen darf, dann muss mit der Stadt auch kein Vertrag abgeschlossen werden“, so Timms Schlussfolgerung. In der jüngsten Sitzung der Stadtvertretung forderte er deshalb, dass die wesentlichen Vertragsinhalte öffentlich gemacht werden. Denn seit einer geraumen Zeit werden in Penkun Informationen verbreitet, dass sich das Unternehmen dort regelrecht eingekauft habe. Genannt werden Millionensummen, so Timm. Stimme das? Verwunderlich sei, dass auch die letzten Widerständler unter den Stadtvertretern eingeknickt seien, sagt er. Seines Wissens seien drei Stadtvertreter ursprünglich gegen die Transporte gewesen, jetzt hätten alle anwesenden Stadtvertreter dafür gestimmt. „Warum? Dafür muss es doch Gründe geben, die auf den Tisch gehören“, fordert er. Heinz Timm wurde ziemlich schroff abgebügelt in seiner Bitte.

Er fragt sich: Hat die Stadt etwas zu verbergen?

Er selbst fragt sich: Hat Penkun etwas zu verbergen? Nicht nur Timm hat erhebliche Bedenken gegen die Erweiterung des Schönfelder Windeignungsgebietes. Denn auf der Penkuner Seite sollen nach jetzigem Planungsstand 17 Anlagen aufgestellt werden. Möglicherweise wurden dafür jetzt sogar Tor und Tür geöffnet, ohne die Bürgerinteressen zu berücksichtigen. Von Landschaft und Natur rede schon niemand mehr, sagt er. „Auch die Überlegungen, das Schloss touristisch zu entwickeln, können die Penkuner begraben, sobald hier die Anlagen stehen.“

Als Arzt wisse er darüber hinaus davon, dass Bürger unter den Dauergeräuschen, die besonders die hohen Anlagen verursachen, litten. Schließlich würde es auch um den Wert der Immobilien gehen: Wer kauft heute noch ein Haus mitten in einem Industriegebiet? Und genau diese Zukunft habe der Penkuner Raum vor sich, wenn die Bürger nicht hellwach werden.

Am 26. November will der Investor auf die Fragen der Penkuner zu den Transporten eingehen. Treffpunkt ist um 18.30 Uhr in der Aula der Regionalschule.

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