Mit Plakaten zogen Demonstranten durch Pasewalk, zum großen Teil auch ohne Masken.
Mit Plakaten zogen Demonstranten durch Pasewalk, zum großen Teil auch ohne Masken. Susanne Böhm
Gerüchte

Pfefferspray und Schlagstock bei Demo im Einsatz?

So friedlich soll die jüngste Corona-Demonstration in Pasewalk gar nicht gewesen sein, heißt es. Es wird gemunkelt, dass dabei Schlagstöcke und Pfefferspray im Einsatz waren.
Pasewalk

Nach der Corona-Demo am Montag in Pasewalk hat das Gerücht die Runde gemacht, die Veranstaltung sei nicht so friedlich abgelaufen. Die Polizei soll Pfefferspray und Schlagstöcke eingesetzt haben, als eine Gruppe junger Männer sich weigerte, Masken zu tragen.

Unter anderem im populären Internet-Netzwerk Instagram wird der Vorfall verbreitet. Justin Jungnickel aus Pasewalk schickte Videos an den Nordkurier und berichtete, die Polizei habe Stöcke und Tränengas eingesetzt. Auf seinen Videos ist zu sehen, wie sich Polizisten und einige Demonstranten gegenüberstehen. „Setzt bitte die Masken auf, Jungs, auch wenn es nicht so schön ist“, ruft der Demo-Veranstalter. Die Angesprochenen skandieren: „Wir sind das Volk“. Pfiffe sind zu hören. Viel mehr nicht. Gewalt ist keine erkennbar, Reizgas und Gummiknüppel auch nicht.

Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeit

Der 19-jährige Justin Jungnickel sieht das anders. „Die kamen extra mit Knüppel-Kommando“, sagt der junge Mann. An die Auflagen für die Demonstration wolle er sich nicht halten: „Wir setzen keine Masken auf. Wir lassen uns nichts verbieten.“

„Es gab eine kleine Rangelei“, beschreibt Polizeisprecher Andrej Krosse den Vorfall. „Rund 25 Prozent der Teilnehmer trugen keine Maske. Darum wurde der Aufzug gestoppt. Daraufhin wurde die Stimmung aggressiver. Gegen fünf Personen wurden Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten erstattet. Es gab keinen Einsatz körperlicher Gewalt. Der Veranstaltungsleiter hat ganz viel gemacht, immer wieder versucht, auf die Teilnehmer einzuwirken. Diese kamen seinen Aufforderungen nur zögerlich nach.“

Eine Art Vorbildfunktion

Das bestätigt Veranstalter Dirk Stegemann von der Initiative „Pasewalk steht auf“. „Auf meine Appelle wird nicht immer eingegangen. Manche reagieren nicht.“ Er selbst trägt bei den Demos fast durchgehend Maske. „Ich sehe zwar keine Riesengefahr bei Veranstaltungen unter freiem Himmel, aber das wird nun mal gefordert. Ich habe eine Art Vorbildfunktion, und ich will, dass alles friedlich bleibt.“ Nach seiner Wahrnehmung verlief die Demo am Montag harmonisch. Nur kurzzeitig sei es etwas laut geworden, als die Polizisten den Zug stoppten. Im Nachhinein habe er zwar auch das Gerücht gehört, ein Teenager habe Pfefferspray abbekommen, gesehen habe er das aber nicht.

Es war das fünfte Mal, dass Menschen in Pasewalk gegen Corona-Maßnahmen auf die Straße gingen. Die Teilnehmerzahl wird auf rund 300 bis 400 geschätzt.

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