Pferde auf der Weide kann man nicht rund um die Uhr bewachen. Wie es bei der Stute in Polzow zu den schweren Verletzungen geko
Pferde auf der Weide kann man nicht rund um die Uhr bewachen. Wie es bei der Stute in Polzow zu den schweren Verletzungen gekommen ist, soll eine Obduktion klären. Diese wurde von der Amtstierärztin angeordnet. Felix Kästle
Grausame Tat

Pferdefreunde nach Tod von Stute schockiert

Pferdefreunde sind entsetzt über den grausamen Tod eines Pferdes in Polzow. Das Tier stand auf dem Hof von Landwirt Martin Jürgens, der seit Jahren erfolgreich Pferde züchtet.
Polzow

Der Schock über den plötzlichen und grausamen Tod einer Stute auf seinem Hof in Polzow ist Martin Jürgens auch einen Tag danach noch deutlich anzumerken. „Wir müssen die Obduktion abwarten“, sagt der Landwirt, der sich nicht vorstellen kann und will, dass ein Mensch das Pferd derart misshandelt hat, so dass es von der Amtstierärztin am Dienstagvormittag eingeschläfert werden musste.

Ein Mitarbeiter, der die Stuten am Morgen füttern wollte, habe das verletzte Tier gefunden, berichtet der Polzower, der seit Jahren erfolgreich Pferde züchtet. Es habe sich um eine ältere Zuchtstute gehandelt, ein Pensionspferd, das einst auch als Sportpferd im Einsatz war und das in den ersten Wochen trächtig war. Die neun Tiere in dieser Gruppe seien wie andere nachts stets draußen. Es komme durchaus vor, dass sich Tiere einer Herde gegenseitig verletzen, auch schwer. „Es gibt eine Rangordnung. Das fängt beim Futtern an. Erst ist das Leittier dran, die anderen müssen sich unterordnen“, sagt Martin Jürgens. Sollte wirklich ein Unbekannter die Stute misshandelt haben, habe der Täter auf keinen Fall alleine gehandelt, ist sich der Landwirt sicher. Eine Tatwaffe habe man nicht gefunden. Schützen könne man sich gegen solche hinterhältigen Angriffe kaum.

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„Pferde im Stall zu lassen, ist doch keine Lösung”

Auch bei anderen Pferdehaltern und -züchtern sorgt die Nachricht für Entsetzen. „Wenn es wirklich ein Angriff war, ist es bitter für jeden, der Tiere hält“, sagt Züchter Martin Giese aus Boock. Solchen Taten sei man fast schutzlos ausgeliefert, man könne Pferdekoppeln nicht flächendeckend überwachen. Pferde seien zwar zutraulich, würden sich aber solche brutale Taten aber auch nicht gefallen lassen.

Die Pferde im Stall zu lassen, sei keine Lösung, meint Jean Sy aus Plöwen, Mitglied im Vorstand des Pferdezuchtverbandes Uecker-Randow. Die Art und Weise, sich so möglicherweise an einem Tier zu vergreifen, sei furchtbar und verwerflich. Pferdezucht gehöre zur menschlichen Kultur.

Polizei geht von Straftat aus

Es sei schön, dass sich auch in der Uecker-Randow-Region viele Pferdeliebhaber mit der Zucht beschäftigen. „So lange die genaue Ursache nicht bekannt ist, sollte man mit einer Beurteilung vorsichtig sein. Dass sich Stuten untereinander Verletzungen zufügen, kann schon passieren“, erklärt Jörg Hasselmann, Präsident des Pferdezuchtverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Um die Ursache zu klären, sei die Stute zur Obduktion gebracht worden. Durch diese werde geklärt, ob die Verletzungen von Schnitten oder von Kämpfen unter Pferden herrühren. Sollten Menschen dafür verantwortlich sein, könne man das nur auf das Schärfste verurteilen, sagt Hasselmann.

Die Polizei geht weiter davon aus, dass ein oder mehrerer Täter für die Verletzungen und letztlich für den Tod des Pferdes verantwortlich sind. Die ersten Erkenntnisse würden keinen anderen Schluss zulassen, so Polizeisprecher Ben Tuschy. Daher werde auch wegen der Begehung einer Straftat ermittelt.

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