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Bürgermeister-Kandidaten

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Plakat-Klau in Strasburg geht weiter

Die Kandidaten zur Bürgermeisterwahl in Strasburg dürfen 20 Plakaten aufhängen, davon zehn im Stadtgebiet.
Die Kandidaten zur Bürgermeisterwahl in Strasburg dürfen 20 Plakaten aufhängen, davon zehn im Stadtgebiet.
Fred Lucius

Kaum hängen sie, schon ist ein Teil davon wieder verschwunden: In Strasburg haben es Diebe auf die Wahlplakate von Bürgermeister-Kandidaten abgesehen. Erst war Marina Raulin betroffen, dann auch fast alle anderen Kandidaten. Für Verwirrung sorgte eine Aktion von Ex-Bürgermeister Norbert Raulin.

Sie verschwinden meist in der Nacht: Am Morgen ist der Laternenmast leer und das Werbeplakat des Bürgermeister-Kandidaten verschwunden. Am Wochenende waren Plakate von Marina Raulin entwendet worden. Auch die anderen Kandidaten sind inzwischen betroffen. Und das macht einige Bürger umso aufmerksamer.

Einige Strasburger beobachteten am Mittwochabend gegen 20 Uhr, wie eine schwarze Limousine auf den Marktplatz fuhr. Ein Mann stieg aus, schnitt den Schilderungen zufolge in der Nähe des Kiosks die Kabelbinder eines Wahlplakates ab und verstaute es im Kofferraum, in dem schon weitere Plakate lagen. Der vermeintliche Dieb: Ex-Bürgermeister Norbert Raulin, Ehemann der aktuellen Kandidatin.

Ordnungsamt beklagt zu viele aufgehängte Plakate

Er hat allerdings für die ungewöhnliche Aktion am späten Abend eine plausible Erklärung. Nach dem Diebstahl der Plakate seiner Frau seien neue Werbeschilder aufgehängt worden. Aber zu viele, wie das städtische Ordnungsamt der SPD in Strasburg mitteilte, die die Kandidatur von Marina Raulin unterstützt. „Also mussten wir Plakate wieder abnehmen“, erklärt der ehemalige Bürgermeister. Außerdem hatte man vor, Plakate an besser geeigneten Standorten aufzuhängen. Der Mast am Imbiss habe sich nicht als besonders geeignet erwiesen, sagt Raulin. Laut Allgemeinverfügung der Stadt Strasburg dürfen die Kandidaten insgesamt 20 Plakate aufhängen, darunter zehn im Stadtgebiet, die anderen in den Ortsteilen.

Plakate-Klau politisch motiviert?

Der Plakate-Klau in Strasburg nimmt indessen Fahrt auf: So informierte die Polizei darüber, dass auch von anderen Kandidaten Plakate verschwunden sind. So hat Klemens Kowalski, Bürgermeisterkandidat der Linken, den Diebstahl von sechs Plakaten angezeigt. Von Heike Hammerstein-Friese (CDU) fehlen zwei, von Otto Reincke (Einzelkandidat) verschwanden bis Mittwoch drei. Gunar Mühle (Einzelkandidat) aus Neubrandenburg will am Wochenende seine Plakate anbringen. „Damit muss man im Wahlkampf rechnen, da gehört dazu“, sagt Klemens Kowalski, der so etwas aus vorangegangenen Wahlkämpfen kennt und trotzdem Anzeige erstattet hat. Dass der Plakate-Klau politisch motiviert sei, glaubt er nicht.

Ist der Wahlplakate-Klau vielleicht eine Art Volkssport in Strasburg? Stadt-Wahlleiter Roland Franz bestreitet dies: „In anderen Städten und Gemeinden ist es gewiss ganz ähnlich“, meint er. Und auch eine politische Motivation vermag er darin nicht zu erkennen. „Das sind doch eher alles Dumme-Jungen-Streiche.“