POLEN-GRENZE

Politiker fordern von Warschau die Grenzöffnung

Diesseits und jenseits der Polen-Grenze sind die Zahlen der Corona-Infektionen ähnlich niedrig. Deshalb fordern Politiker weitere Lockerungen bei der Ein- und Ausreise.
Jutta Jahns-Böhm mit Patrick Dahlemann beim Grenz-Appell, Olgierd Geblewicz mittig hinten am Zaun.
Jutta Jahns-Böhm mit Patrick Dahlemann beim Grenz-Appell, Olgierd Geblewicz mittig hinten am Zaun. Holger Schacht
Rosow.

In der Corona-Krise sind offenbar Dinge möglich, die vor Wochen noch undenkbar gewesen wären. Zum Beispiel, dass zwei deutsche und ein polnischer Politiker gleichzeitig an die Regierung in Warschau appellieren, alle Grenzübergänge zumindest für einen „kleinen Grenzverkehr“ wieder zu öffnen. Geschehen ist das jetzt an der verbarrikadierten deutsch-polnischen Grenze in Rosow (Uckermark).

Dort standen Staatssekretärin Jutta Jahns-Böhm, Brandenburgs Bevollmächtigte beim Bund, mit Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann auf der deutschen Seite, griffen zu an Lautsprecheranlagen angeschlossene Mikros. Auf der polnischen Seite tat dies ebenso Olgierd Geblewicz, der Marschall der Woiwodschaft Westpommern. „Für viele Menschen ist die aktuelle Situation eine Tragödie. Unsere Grenzregion ist zum Stillstand gekommen. Wir brauchen endlich einen Fahrplan, wann sich der Grenzverkehr weiter lockert“, forderte Marschall Geblewicz in Richtung Polens Regierung.

Wenig Infektionen hüben und drüben

Bisher ist in der Region nur der Grenzübergang Pomellen geöffnet. Rüber dürfen aber nur Fahrer im Warenverkehr, Berufspendler, Geschäftsleute und Diplomaten. Patrick Dahlemann machte vor kurzem Urlaub an der Polen-Grenze in Rieth. „Dort traf ich eine Polin, die in Neuwarp in Polen wohnt und in Rieth arbeitet. Normalerweise fährt sie die knapp zehn Kilometer pro Strecke mit dem Fahrrad. Jetzt müsste sie mit dem Auto mehr als 100 Kilometer Umweg über Pomellen fahren“, berichtete Dahlemann.

Die polnische Regierung hatte beschlossen, bis 12. Juni an den jetzigen Regelungen festzuhalten. Dass wieder mehr Vorpommern und Westpommern zueinander kommen sollen, liege laut Marschall Geblewicz auch an den niedrigen Infektionszahlen in beiden Landstrichen. In der Woiwodschaft Westpommern waren bisher 523 Menschen mit dem Virus infiziert. Die Woiwodschaft hat 1,67 Millionen Einwohner. Im Landkreis Vorpommern-Greifswald sind es bei 250 000 Einwohnern 136 Fälle gewesen.

 

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