CORONA-AUFLAGEN

Polizei beendet Familienfeier in Löcknitz

Bei einer Familienfeier in Südvorpommern kamen statt der erlaubten 30 Teilnehmer doppelt so viele Gäste. Die Polizei schritt ein – und beendete die Feier mit mehreren Anzeigen.
Die Polizei hat nach der Kontrolle einer Familienfeier  am Samstag in Löcknitz, die Veranstaltung beenden lassen, da gege
Die Polizei hat nach der Kontrolle einer Familienfeier am Samstag in Löcknitz, die Veranstaltung beenden lassen, da gegen die Corona-Auflagen verstossen wurde. m.mphoto – stock.adobe.com
Löcknitz.

Wie die Polizei nun mitteilte, kam es am Samstag zu einem Polizei-Einsatz in Löcknitz. Dort fand eine genehmigte Familienfeier auf dem Gelände eines Imbiss in der Pasewalker Straße statt.

Unter Berücksichtigung der aktuellen Corona-Auflagen wurde sie für nicht mehr als 30 teilnehmende Person zugelassen. Zu den Auflagen gehört das Führen einer Gästeliste mit vollständigen Namen, Adressen sowie auch Telefonnummern der Teilnehmenden, so die Polizei

Gegen 17 Uhr trafen die ersten Gäste dieser Feier ein. Das Grundstück füllte sich so sehr, dass die eingesetzten Beamten gegen 19.30 Uhr Rücksprache mit der Anmelderin der Veranstaltung hielten – augenscheinlich waren zu dem Zeitpunkt mehr als 30 Gäste vor Ort.

Mehr als 30 Gäste, Beleidigungen – und dann noch Alkohol am Steuer

Die Beamten wiesen auf die Auflagen der Veranstaltung hin und baten das Vorzeigen der Anwesenheitsliste. Diesen Aufforderungen sollen die Verantwortlichen nur teilweise nach gekommen sein, sodass die Polizei eine Identitätsfeststellung aller anwesenden Personen durchführte. Dabei wurde ein Polizist beleidigt.

Insgesamt stellten die Beamten 66 Personen auf dem Gelände fest. Woraufhin die Polizei forderte, die Gästezahl deutlich zu reduzieren, damit die Auflagen eingehalten werden können. Auch diesen Aufforderungen gingen die Teilnehmenden nur teilweise nach, sodass auf Hinwirken durch die Polizei die Veranstaltungsanmelderin die Feierlichkeiten gegen 22.20 Uhr für beendet erklärte.

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Neben der Anzeige wegen des Verstoßes gegen die Corona-Bestimmungen sowie auch der Beleidung eines Polizeibeamten wurde ebenso eine Anzeigen wegen des Fahrens unter Alkoholeinfluss aufgenommen, da ein Teilnehmer beim Verlassen der Feier stark alkoholisiert am öffentlichen Straßenverkehr teilnahm, so die Polizei.

Nachtrag vom 16. Juni:

Vorwürfe gegen den Polizeieinsatz

Unverhältnismäßig und rufschädigend, mit diesen Worten kritisierte Enrico Berg, der Inhaber des Imbiss in der Pasewalker Straße in Löcknitz den Polizeieinsatz vom Sonnabend. Wie berichtet sorgte in Löcknitz ein größeres Aufgebot der Polizei dafür, dass eine Familienfeier mit mindestens 66 Personen beendet wurde, weil das Ordnungsamt wegen der Corona-Auflagen nur eine 30-Personen-Feier genehmigt hatte. Im Ort war später die Rede von einem aufwendigen Einsatz eines Sondereinsatzkommandos der Polizei.

Polizei weist Kritik am Einsatz zurück

Dem widersprach auf Nachfrage die Sprecherin der Polizeiinspektion Anklam, Katrin Kleedehn. Vor Ort sei lediglich die Bereitschaft gewesen, „also eigene Kräfte“, sagte sie. Die Anzahl der eingesetzten Kräfte nannte sie aus „ermittlungstaktischen Gründen“ nicht. Den Einsatz insgesamt verteidigte sie. Angesichts verschiedener Ereignisse in der Vergangenheit, die der rechten Szene zuzuordnen seien, fahre die Polizei in Löcknitz nach wie vor eine „Null-Toleranz-Strategie“.

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Im Ort werde Präsenz gezeigt, es gebe dort eine vermehrte Streifentätigkeit. Darauf sei auch die Kontrolle am Sonnabend zurückzuführen. In erster Linie sei es darum gegangen, die Corona-Regeln der Landesverordnung durchzusetzen. Weil  die Gästeliste nicht korrekt geführt wurde, sah sich die Polizei veranlasst, die Identifikation der Personen vorzunehmen. „Dafür mussten die Personen auch in einem Raum  zusammengeführt werden“, so die Sprecherin. Diesen Fakt kritisierte der Standbesitzer besonders. Die Identifikation habe etwa eine Stunde gedauert, bis 21 Uhr.

Vor Ort waren auch Personen, die der Polizei aus vorherigen Einsätzen bekannt sind und der rechten Szene zugeordnet werden. Es gab allerdings keine Provokationen, die eine Anzeige nach sich zog, sagte Kleedehn. „Die Anmelderin war sehr kooperativ, das möchte ich hervorheben.“ Im Nachgang kamen die Verantwortlichen der Aufforderung aber nur zögerlich nach, die Gästezahl zu reduzieren. „Die Polizei hat vor Ort viel Geduld gezeigt und erst gegen 22.20 Uhr darauf bestanden, dass die Anmelderin die Feier beendet“, so die Sprecherin.

 

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