MORDPROZESS

Polizei reagiert auf Flucht von Leonies Stiefvater

Das Flucht-Debakel des mutmaßlichen Kindermörders David H. in Pasewalk hat die Polizei intern aufgearbeitet. Auch bauliche Konsequenzen sind gezogen worden.
Andreas Becker Andreas Becker
David H. wurde erst nach tagelanger Flucht gestellt.
David H. wurde erst nach tagelanger Flucht gestellt. Karsten Riemer
Bauliche Veränderungen: Die Polizei hat auf die Flucht des mutmaßlichen Kindermörders aus dem Revier in Pasewa
Bauliche Veränderungen: Die Polizei hat auf die Flucht des mutmaßlichen Kindermörders aus dem Revier in Pasewalk reagiert. Rainer Marten
Seit September muss sich Leonies Stiefvater vor dem Landgericht Neubrandenburg verantworten.
Seit September muss sich Leonies Stiefvater vor dem Landgericht Neubrandenburg verantworten. Bernd Wüstneck
Neubrandenburg.

Es war der zweite Schock im Drama um die nach schweren Misshandlungen gestorbene kleine Leonie – die Flucht des unter Mordanklage stehenden Stiefvaters aus dem Polizeihauptrevier Pasewalk. 48 Stunden nach Leonies Tod war der 28-jährige David H. im Anschluss an eine Vernehmung geflüchtet. Der Stiefvater des toten Mädchens hatte am Abend des 14. Januars eine Unaufmerksamkeit genutzt und war in die dunkle Nacht geflohen. Erst acht Tage später gelang es der Polizei, David H. bei Ducherow zu stellen.

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„Der Eigentümer der Liegenschaft in Pasewalk wurde beauftragt, den Ein-und Ausgangsbereich hinsichtlich der Sicherheitsvorkehrungen vor unberechtigtem Zu- beziehungsweise Ausgang zu verbessern”, teilte die Polizei am Mittwoch dem Nordkurier mit. Ein Code gesichertes Schloss sei installiert worden, dadurch sei ein Verlassen der Polizei-Dienststelle durch den Haupteingang jetzt nur noch mittels Transponder möglich. Darüber hinaus sei in der Liegenschaft ein gesondertes – bisher nicht vorhandenes – Vernehmungszimmer hergerichtet worden, aus dem durch zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen an den Türen sowie den Fenstern eine Flucht weitgehend verhindert werden solle.

Mordprozess wird am Donnerstag fortgesetzt

Und noch etwas machte das zuständige Polizeipräsidium Neubrandenburg deutlich: „Die Umstände der Flucht wurden im Rahmen von Schulungsmaßnahmen innerhalb der Landespolizei umfassend aufgearbeitet. Die Mitarbeiter wurden hinsichtlich des Umgangs mit Zeugen beziehungsweise Tatverdächtigen, die sich in den öffentlichen Bereichen der Liegenschaft aufhalten, sensibilisiert.” Mögliches Fluchtverhalten – beispielsweise wegen einer bevorstehenden freiheitsentziehenden Maßnahme – müsse frühzeitig erkannt und in geeigneter Form unterbunden werden.

Seit dem 24. September muss sich David H. vor dem Landgericht Neubrandenburg verantworten. Leonies Stiefvater wird Mord durch Unterlassen und Misshandlung von Schutzbefohlenen vorgeworfen. Seit Beginn des Prozesses schweigt der Angeklagte – bei polizeilichen Vernehmungen hatte er von einem Treppensturz Leonies im Hausflur gesprochen.

Der Prozess um den Tod der kleinen Leonie wird mit der Vernehmung von zwei Sachverständigen am Donnerstagvormittag fortgesetzt.

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