Wie unter der Lupe zu sehen ist, bieten Fake-Shops Waren mit angeblich hohen Rabatten an.
Wie unter der Lupe zu sehen ist, bieten Fake-Shops Waren mit angeblich hohen Rabatten an. Jens Büttner
Betrug

Polizei warnt vor Fake-Shops und falschen Jobangeboten

Das Internet wimmelt vor Betrügern, die bezahlte Ware nicht ausliefern und sich Daten von Bankkonten ergaunern. Ein angeblich in Vorpommern angesiedelter Fake-Shop ist inzwischen abgeschaltet worden. Woran erkennen Verbraucher den Schwindel, bevor es zu spät ist?
Pasewalk

Kellnern in der Gaststätte, Aushelfen im Kino oder anders Jobs auf 450-Euro-Basis – in der Corona-Krise ist die Suche nach Nebentätigkeiten nicht gerade leichter geworden. Deshalb bewarb sich eine Studentin (31) aus Greifswald als Testerin von Apps, die als Anwenderprogramme auf Smartphones laufen. Über Jobportale und Werbeanzeigen war sie auf ein entsprechendes Jobangebot gestoßen, das attraktive Konditionen versprach. 50 Euro sollte die Frau laut Arbeitsvertrag für jeden App-Test bekommen. Stattdessen steht die offenbar sehr leichtgläubige Studentin jetzt im Fokus der Polizei. Gegen sie laufen Ermittlungen wegen Geldwäsche.

„Die 31-Jährige führte verschiedene Tests durch. Vermeintlich auch für die App eines deutschen Bankinstitutes. Sie eröffnete ein Konto und stellte ihrem ‚Arbeitgeber‘ die Zugriffsdaten zur Verfügung. Über das Konto wurden dann jedoch Gelder aus Betrugsstraftaten in Höhe von etwa 100.000 Euro weitergeleitet“, sagt Polizeisprecherin Nicole Buchfink vom Polizeipräsidium Neubrandenburg. Etwa 57.000 Euro konnten Beamte vor der Weiterleitung beschlagnahmen, so die Sprecherin. Dennoch gibt es deutschlandweit mehr als 300 Geschädigte.

Die Seiten wirken professionell

Sie alle waren auf einen Fake-Shop Internet reingefallen. „Mit gut kopierten Produktbildern sowie einem professionellen Erscheinungsbild gewinnen Fake-Shops das Vertrauen der Online-Käufer und verleiten sie dadurch zum Kauf. Ein weiteres Lockmittel ist der scheinbar besonders günstige Preis des gesuchten Produkts“, warnen die Verbraucherzentralen. „Nach geleisteter Vorauszahlung wird nicht selten minderwertige Ware zu einem überhöhten Preis verschickt, mitunter wird das Produkt auch gar nicht geliefert. Oft täuschen die Händler sogar Lieferschwierigkeiten vor und vertrösten Betroffene, um diese daran zu hindern, weitere Schritte einzuleiten“, heißt es bei den Verbraucherschützern.

Abgeschaltet ist inzwischen ein Fake-Shop mit fingiertem Firmensitz in Stralsund, über den Haushalts- und Küchengeräte geordert werden konnten, die nie ausgeliefert worden sind. Ein unbescholtener Geschäftsmann aus Süddeutschland ist ebenfalls mit in die Betrugsmasche gezogen geworden. Er vertreibt unter einer dem Fake-Shop ähnlichen Internet-Adresse Wohnaccessoires. „Bei mir riefen pausenlos geprellte Kunden an. Von der Polizei habe ich erfahren, dass die Betrüger ihre Konten in Spanien und den Niederlanden bereits leergeräumt haben“, sagt der Geschäftsmann.

Einfach mal bei der Hotline anrufen!

Die Polizei rät dazu, sich vor dem Online-Einkauf über die Seriosität des Anbieters zu informieren. „Gut gemachte Fake-Shops sind inzwischen sprachlich fehlerfrei. Um sie zu kennen, sollten das Impressum und die Echtheit der Handelsregisternummer überprüft werden. Wenn Telefon-Hotline-Nummern angegeben sind, rufen Sie einfach mal an. Oft sind die Nummern nicht vergeben oder führen zu irgendwelchen Sprachdiensten, die nichts mit dem Shop zu tun haben“, heißt es.

Was die falschen Jobangebote angeht, hat die Polizei folgende Tipps: „Lassen Sie sich von falschen Angeboten mit leicht verdientem Geld nicht täuschen! Seien Sie misstrauisch und überprüfen Sie derartige Annoncen über Suchmaschinen im Internet! Seien Sie skeptisch und überdenken Sie, ob Ihr ‚Arbeitsauftrag‘ wirklich sinnvoll ist! Übersenden Sie keiner fremden Firma die Kopie Ihres Personalausweises! Erstatten Sie unbedingt Anzeige bei der Polizei, wenn Sie auf so ein falsches Jobangebot hereingefallen sind!“

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