EU-Fonds
Pomerania hat noch drei Millionen Euro zu vergeben

Olaf Lejeune (links), Leiter der Kita „Randowspatzen“ in Löcknitz, nutzt regelmäßig den Fonds für kleine Projekte, um grenzüberschreitende Treffen zu organisieren. Über gute Erfahrungen berichteten auch Holger Koch vom Kreisfeuerwehrverband Mecklenburgische Seenplatte (5.v.l.) und Beatrice Amlang (r.) von der Uckerwelle Prenzlau. In der Geschäftsstelle der Pomerania informierten Regina Werner (2.v.l.), Geschäftsführerin Andrea Gronwald (3.v.l.) und Udo Hirschfeld über noch vorhandene Fördermittel.
Olaf Lejeune (links), Leiter der Kita „Randowspatzen“ in Löcknitz, nutzt regelmäßig den Fonds für kleine Projekte, um grenzüberschreitende Treffen zu organisieren. Über gute Erfahrungen berichteten auch Holger Koch vom Kreisfeuerwehrverband Mecklenburgische Seenplatte (5.v.l.) und Beatrice Amlang (r.) von der Uckerwelle Prenzlau. In der Geschäftsstelle der Pomerania informierten Regina Werner (2.v.l.), Geschäftsführerin Andrea Gronwald (3.v.l.) und Udo Hirschfeld über noch vorhandene Fördermittel.
Rainer Marten

Das ist selten: Eine Institution wirbt dafür, Geld auszugeben. Die Kommunalgemeinschaft Europaregion Pomerania hat noch viel Geld für kleine Projekte.

Es sind die kleinen Dinge, die eine gute grenzüberschreitende Nachbarschaft belegen. Ein sportlicher Wettkampf, ein Gemeindefest, zu dem auch die polnischen Partner eingeladen werden, Kinderbegegnungen oder Ausstellungen mit internationalem Charakter. Das alles kostet natürlich. Finanziert werden derartige Ideen über den „Fonds für kleine Projekte“ der EU.

Aktuell ist der Fonds aber noch nicht einmal zur Hälfte geleert, sagte am Donnerstag Andrea Gronwald, Geschäftsführerin der Kommunalgemeinschaft Pomerania in Löcknitz. Von den fünf Millionen Euro, die der deutschen Seite zur Verfügung stehen, sind noch drei Millionen Euro offen. „Zwei Millionen Euro sind in 221 Projekten gebunden; 194 Projekte wurden bereits bewilligt“, erläuterte sie. Anträge können Vereine, Schulen, Kommunen und andere Träger der Euroregion stellen.

Eintritte, Fahrten, Transporte für Klein-Projekte

Über den Fonds können Projekte mit bis zu 30.000 Euro gefördert werden. „Wir haben zum Beispiel 2018 rund 12.000 Euro für unser grenzüberschreitendes Märchenprojekt abgerufen. Das war unser bisher größter Antrag“, erläuterte Olaf Lejeune, Leiter der deutsch-polnischen Kita „Randowspatzen“ Löcknitz. Das Märchen wurde zweisprachig von den älteren Gruppen des Kindergartens aufgeführt. Die Kindertagesstätte besuchen rund 280 Kinder. Etwa die Hälfte der Kinder hat polnische Eltern, die sich auf deutscher Seite niedergelassen haben.

Von dem Geld können auch Eintritte, Fahrten oder Transporte sowie Sachanschaffungen für das jeweilige Projekt erworben werden, ergänzte Beatrice Amlang, Projektleiterin der Prenzlauer Begegnungsstätte Uckerwelle. Die Uckerwelle gehört zu jenen Einrichtungen, die regelmäßig Anträge stellen, um in den Genuss der Mittel zu kommen.

85 Prozent der Kosten werden erstattet

Sehr gute Erfahrungen mit dem Fonds hat auch der Kreisfeuerwehrverband Mecklenburgische Seenplatte gemacht, so Holger Kohl, Mitarbeiter der Geschäftsstelle des Verbandes mit Sitz in Wulkenzin. „Wir finanzieren damit unter anderem ein gemeinsames Jugendfeuerwehrlager während der Sommerferien“, erläuterte er. In Neuendorf bei Neubrandenburg kämen dann rund 100 junge Leute, darunter etwa 30 aus Polen, zusammen.

Die Projektkosten müssen generell von den Trägern vorfinanziert werden, was Antragsteller durchaus als Nachteil empfinden, gestand Andrea Gronwald ein. 85 Prozent der Kosten werden erstattet, erläuterte sie. Behoben wurde indes ein Nachteil, der ebenfalls die Antragstellung beeinträchtigt hat: Es gab sehr hohe Abrechnungshürden auch für Cent-Beträge. „Das hat manche abgeschreckt, ist aber jetzt behoben“, so der stellvertretende Leiter der Kommunalgemeinschaft, Udo Hirschfeld.