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Promi-Party entpuppt sich als große Lüge

Manfred Arndt (links) und Jens Peter Gunkel werden in dem mysteriösen Schreiben als Personen genannt, die einem „Kompetenzteam“ angehören. Das Team existiert aber gar nicht. Darüber hinaus werden Landes- und Bundespolitiker aufgelistet, die angeblich Partykarten für 1000 Euro erworben haben oder noch erwerben werden.
Manfred Arndt (links) und Jens Peter Gunkel werden in dem mysteriösen Schreiben als Personen genannt, die einem „Kompetenzteam“ angehören. Das Team existiert aber gar nicht. Darüber hinaus werden Landes- und Bundespolitiker aufgelistet, die angeblich Partykarten für 1000 Euro erworben haben oder noch erwerben werden.
Foto: Rainer Marten

Eine Promi-Party findet Silvester im Krugsdorfer Schlosshotel nicht statt. Trotzdem behauptet ein Unbekannter in Rundbriefen, dass es sie geben wird – und namhafte Leute der Region sogar 1000 Euro für eine Eintrittskarte bezahlen.

Die Post brachte vor Tagen Unternehmern in Pasewalk einen korrekt adressierten Brief ins Haus. „Sehr geschätzte Geschäftspartner und Freunde des Golfsportes...“, lautete die Anrede. Was dann folgt, verwunderte manch einen der Empfänger und löste Kopfschütteln aus. Andere durchschauten das Schreiben sofort. Denn es ist gespickt mit Fehlinformationen, mehr noch, mit handfesten Lügen.

1000 Euro für eine Party, die es nicht gibt?

Namentlich genannt werden in dem Brief Unternehmer der Region, ein Rechtsanwalt, Bürgermeister, in der Region bekannte Bundes- und Landespolitiker, die eines eint – eine angeblich große Silvesterparty im Krugsdorfer Schlosshotel.

Ein Teil der namentlich aufgelisteten Personen sollen bereits 1000 Euro Eintritt bezahlt haben oder noch bis zum 12. Dezember bezahlen. Später kostet der Eintritt 1200 Euro. Das Geld, so steht dort weiter, fließt in eine Tombola und wird in der Silvesternacht an die Partygäste wieder ausgeschüttet. Das Kuriose – oder Kriminelle an dem Schreiben: Eine große Silvesterparty ist im Krugsdorfer Schlosshotel überhaupt nicht geplant.

Erste Anzeige gegen unbekannt erstattet

Ralf Schilling, Bürgermeister in Krugsdorf und in dem Brief namentlich genannt, hat bereits Anzeige gegen Unbekannt erstattet. „Ich kaufe doch keine Karte für 1000 Euro“, sagt er. Aufgelistet wird er als jemand, der sogar zwei Karten haben möchte. „Anzeige habe ich auch deshalb erstattet, weil gegen den Datenschutz verstoßen wurde, denn von mir werden in dem Brief persönliche Daten weitergereicht“, sagt er. Die Ermittlungen könnten durchaus von Erfolg gekrönt sein, denn das Schreiben wurde auch per Mail verbreitet. Und der Mailverlauf lässt sich zum großen Teil nachvollziehen.