GRENZVERKEHR IN CORONA-ZEITEN

Quarantäne-Vorschriften schrecken Polen-Fahrer ab

Die Polen-Grenze ist offen, aber wegen der Quarantäne-Vorschriften wird sie wenig passiert. Die Deutsch-Polnische Gesellschaft setzt sich in einem offenen Brief für einen „kleinen Grenzverkehr“ ein.
Der menschenleere Grenzübergang nach Polen in Linken. Autos fahren dieser Tage selten durch.
Der menschenleere Grenzübergang nach Polen in Linken. Autos fahren dieser Tage selten durch. Holger Schacht
Linken.

Fahrzeuge der Bundespolizei sind an den Grenzübergangsstellen von Polen nach Deutschland in Linken, Blankensee und Hintersee an diesem Vormittag nicht zu sehen. Es gibt auch kaum Autos, die von den Beamten kontrolliert werden könnten. In Linken waren es bei einer Nordkurier-Stippvisite in 30 Minuten etwa ein Dutzend Privatwagen. Scheint also so, als würden die Corona-Quarantäne-Vorschriften zum Beispiel Raucher abschrecken, für die Zigaretten auf dem Polen-Markt weiterhin Super-Schnäppchen sind.

Sogar eine Freiheitsstrafe ist möglich

Bisher ist dem Landratsamt Vorpommern-Greifswald kein einziger Fall bekannt, bei dem sich nach der Einreise um die Quarantäne herumgeschwindelt wurde. „Wir können von derartigem Handeln auch nur dringend abraten. Es besteht in jedem Falle die Pflicht, sich abzusondern. Wer sich in den letzten 14 Tagen in einem Risikogebiet im Ausland aufgehalten hat, muss sich nach der Einreise in Mecklenburg-Vorpommern in Quarantäne begeben“, betont Landkreissprecher Achim Froitzheim. „Wer gegen die Quarantäneverpflichtungen verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einer Geldbuße von 500 bis 2.000 Euro rechnen. Wer sogar gegen eine vom Gesundheitsamt angeordnete Quarantäne verstößt, dem droht eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe“, stellt Froitzheim klar.

Gesellschaft will 24-Stunden-Aufenthalt ohne Quarantäne

Unterdessen appelliert die Deutsch-Polnische Gesellschaft Vorpommern an die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern, wie in Brandenburg einen „kleinen Grenzverkehr“ für Aufenthalte von 24 Stunden im jeweiligen Nachbarland ohne Quarantäne einzurichten. „Sehr viele Menschen passieren täglich die Grenze, etwa auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule, als Tagestouristen, um an kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen, Familie und Freunde zu besuchen oder einzukaufen. Die Metropolregion Stettin ist für sie kein abstraktes Konzept oder Ziel für die ferne Zukunft, sondern heute schon gelebter Alltag“, schreibt Dr. Marek Fiałek, Vorsitzender der Gesellschaft. „Wir appellieren dringend an die Landesregierung, neue Lösungen anzustreben, die die aus europäischer Sicht gewollten und weit fortgeschrittenen Integrationsprozesse im deutsch-polnischen Verflechtungsraum berücksichtigen. Im Entscheiden und Handeln der Landesregierung zeigt sich, ob die Metropolregion Stettin ein bloß politischer Wunsch oder tatsächlich gelebte Zusammengehörigkeit ist“, so Fiałek.

 

JETZT NEU: CORONA-UPDATE PER MAIL

Der tägliche Überblick über die Fallzahlen, aktuellen Regelungen und neuen Entwicklungen rund um das Corona-Virus in Mecklenburg, Vorpommern und der Uckermark.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Linken

Kommende Events in Linken (Anzeige)

zur Homepage