Auf A20 erwischt
Reduziertes Fahrverbot für rasende Pflegerin

Kontrolle auf der A20. Bei solchen Aktionen wird die Geschwindigkeit an der Kontrollstelle reduziert. Doch nicht alle Autofahrer halten sich daran.
Kontrolle auf der A20. Bei solchen Aktionen wird die Geschwindigkeit an der Kontrollstelle reduziert. Doch nicht alle Autofahrer halten sich daran.
Felix Gadewolz

Aus dem Amtsgericht: Eine junge Fahrerin, die viel zu schnell in eine Kontrollstelle der Polizei auf der A20 raste, muss eine doppelte Strafe zahlen.

Wieder einmal muss der 58 Jahre alte Autobahnpolizist aus dem Revier Altentreptow, Frank Pertzsch, als Zeuge vor Gericht aussagen. Als er und seine Kollegen vor einem Jahr auf der A20 zwischen Strasburg und Pasewalk-Nord eine Kontrollstelle des Bundesamtes für Güterverkehr absicherten, rauschten jede Menge Autofahrer ungebremst vorbei.

So auch eine 25-jährige Autofahrerin, die an diesem Tag zum Shoppen nach Polen fahren wollte. Weil sie die Kontrollstelle mit 67 Kilometer pro Stunde zu schnell passierte, soll sie mit 440 Euro Bußgeld und zwei Monaten Fahrverbot bestraft werden.

Richter ging von Unachtsamkeit aus

Die junge Frau behauptete, sie hätte kein Schild gesehen. Der Zeuge kann mit Fotos belegen, dass die Kontrollstelle zum Schutz des Anhaltepostens ausreichend ausgeschildert war. Beidseitig hieß es erst „Achtung, Verkehrskontrolle“. Dann wurde die zugelassene Höchstgeschwindigkeit auf 100, 80 und schließlich 60 km/h reduziert. Außerdem stand ein Überholverbotsschild in diesem Abschnitt. Einen solchen Schilderwald kann man gar nicht übersehen, erklärte der Polizist.

Der Bußgeldrichter hat dennoch keinen Vorsatz unterstellt, sondern ging von Unachtsamkeit aus. Die junge Frau beschränkte ihren Widerspruch schnell auf die Rechtsfolgen des Bußgeldbescheids. Als Heilerziehungspflegerin müsse sie täglich Auto fahren. Der Richter reduzierte das Fahrverbot auf einen Monat, weil diese Zeit zu überbrücken sei, und verdoppelte das Bußgeld.