BOMBENFUND

Region um Jatznick war Kampfgebiet

Baggerfahrer leben gefährlich. Diese Erfahrung machte ein Mitarbeiter bei Bauarbeiten für die Eugal-Pipeline, als er bei Tiefbauarbeiten auf zwei englische Brandbomben stieß.
Rainer Marten Rainer Marten
Bei Arbeiten an der Eugal-Trasse in den Wiesen bei Jatznick fanden Bauarbeiter mit Phosphor gefüllte Munition aus dem Zweiten
Bei Arbeiten an der Eugal-Trasse in den Wiesen bei Jatznick fanden Bauarbeiter mit Phosphor gefüllte Munition aus dem Zweiten Weltkrieg. Rainer Marten
Der letzte große Bombenfund in der Region ist erst ein Jahr alt. Im Mai 2018 wurden bei Polzow zwei russische Splitterbomben
Der letzte große Bombenfund in der Region ist erst ein Jahr alt. Im Mai 2018 wurden bei Polzow zwei russische Splitterbomben geboren. NK-Archiv/Rainer Marten
Jatznick.

Ein Blick auf den Jatznicker Friedhof sagt viel: 89 Kriegstote sind dort beigesetzt. Neben der Kriegsgräberstätte in Pasewalk und Löcknitz besitzt der Ort eines der größten Gräberfelder der Uecker-Randow-Region. Der Grund: 1945 war die Region umkämpft.

Rüstungsindustrie zwischen Torgelow und Eggesin

Mit dem Thema hat sich in der Vergangenheit Bahnhistoriker Rudi Buchweitz aus Pasewalk beschäftigt. Bereits in früheren Veröffentlichungen ging er auf die Ereignisse ein. „Zurzeit des Zweiten Weltkrieges errichtete die deutsche Rüstungsindustrie in den Wäldern zwischen Torgelow und Eggesin mehrere Betriebe. Diese wurden sowohl für die Beförderung der Arbeitskräfte als auch für den Gütertransport an die Strecke Jatznick-Ueckermünde in der Nähe des späteren Bahnhofs Gumnitz angeschlossen“, stellte er fest.

Die zu Kriegszeiten für militärische Zwecke gebaute Behelfsrampe am Jatznicker Bahnhof diente der Verladung von Militärgütern und Transporten. Militärisch wichtige Strecken waren wiederum Ziele von Angriffen. Aus einem solchen Angriff könnten die am Mittwoch unweit des Bahndammes bei Jatznick entdeckten englischen Brandbomben stammen. Nach über 70 Jahren wurden sie während der Bauarbeiten für die Eugal-Pipeline freigelegt.

Über 400 Einsätze für die Kampfmittel-Teams

Derartige Funde sind keine Einzelfälle. Jährlich gibt es über 400 Einsätze in Mecklenburg-Vorpommern. In der Vergangenheit wurden bis zu 60 Tonnen Kampfmittel geborgen. Bei der Entdeckung von Kampfmitteln wird in der Regel über die Polizei der Munitionsbergungsdienst des Landes alarmiert. Dort stehen rund um die Uhr drei über das Land verteilte Einsatzteams zur Verfügung, die sofort tätig werden. Die geborgenen Kampfmittel werden dann entweder an Ort und Stelle unschädlich gemacht oder bei Transportfähigkeit in einen der Zerlegebetriebe des Dienstes nach Mellenthin oder Jessenitz gebracht.

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